Posts Tagged ‘Dissoziative Identitätsstörung’

Regression ins Kind

25. Februar 2017

24.2.17

Je mehr ich mich aus den Depressionen herauskämpfen will, meinen Kalender vollstopfe mit Terminen im „Außen“, mich mit Menschen unterschiedlichster Art treffe, umso stärker entsteht ein innerer Rückzug.
Der absolute Widerspruch in sich.
Das nächtliche Grübeln verstärkt sich, innere Unruhe und Angespanntheit steigern sich aufs Höchstmaß.
Wie ist das zu begründen?
Schon der kleinste Lufthauch im Raum reicht aus, dass ich wegrutsche, zum misshandelten, gequälten Kind werde, und dass ich dann wie ein extrem misstrauisches, vorsichtiges Kind alles hinterfrage. Überall sehe ich Ablehnung, auch wenn sie nicht vorhanden ist, auch wenn mir zugesichert wird, dass man sehr gern mit mir zusammen ist. Dies geschiet bei Leuten, die ich schon etwas kenne. Bei völlig Fremden passiert es die ersten Begegnungen noch nicht. Hier erkenne ich, dass die Verletzlichkeit dann eintritt, wenn mir Menschen ans Herz wachsen. Im gleichen Moment rattert die alte Leier los: Mauern hoch fahren, argwöhnisch sein, auf einen „Angriff“ gefasst sein.
Wenn mir dieses große Gefühlspaket über den Kopf wächst, weil ich extrem unruhig werde, fange ich wieder an mich einzuigeln.
Ich lebe erst 2 Jahre in dieser Stadt, also wurde es ja mal Zeit, dass ich mir einen neuen Freundeskreis aufbaue. Die Kraft dazu intensiv habe ich seit rund 4 Monaten. Suche Kontakte zu Künstlern jeglicher Art, gehe zu Lesungen, Ausstellungen und anderen Events. Ich lese selbst, bringe mich in einem Verein ein, treffe mich in regelmäßigen Abständen mit Gleichgesinnten.
Jetzt müsste eigentlich ein Aufschwung zu erkennen sein.
Aber das Gegenteil passiert.
Trigger über Trigger purzeln mir vor die Füße. Trigger, die ich glaubte längst überwunden zu haben. Ein schräger Blick, eine unbedachte Bemerkung, eine Umarmung (was ich hasse, wenn ich sie selbst nicht will), ungewollte Berührungen im Bus bei Drängeleien…..da kommt wieder so viel Ekel auf, Unsicherheit, Wut. Man will es nicht glauben, aber jemanden von uns rutscht dann immer wieder „Wixer“ aus dem Mund; zwar im Selbstgespräch, aber von mir bemerkt.
Im Kontakt mit netten Bekannten erspüre ich die Ablehnung von einer Frau im Raum, was mir normalerweise auch egal ist. Aber ich halte dieses Fühlen dazu nicht aus. Es füllt den ganzen Raum, nimmt mir die Luft. Will am Liebsten wegbleiben.
Oder: Ich bin beim Zahnarzt, traue mich die letzte teure Zahnreinigung zu bemängeln, da redet man ewig auf mich ein, als wäre ich ein Baby. Gefühlstechnisch rutsche ich ins Kind, dass Angst vor Strafe hat. Dennoch bestehe ich auf die kassenäztliche Zahnsteinbehandlung, die ja nichts kostet. Das Ergebnis? An zwei Zähnen wird die teure Behandlung gemacht, um mir den Unterschied zu demonstrieren, an den anderen wird die Billigvariante durchgeführt. Und auf mein Klagen, dass ich jetzt scharfe Kanten an den Zähnen fühle…..glaubt jetzt bloß nicht, dass sie beseitigt wurden….nein. Mir wird gesagt: „Sehen sie, so ist das Ergebnis der Behandlung ohne Zuzahlung!“ Und dann noch: „Hier haben sie einen Termin in 3 Wochen, wenn sie mit der Billigvariante nicht zufrieden sind, machen wir dann die Zuzahlunspflichtige.“
Ich verlasse die Praxis völlig verunsichert, fühle mich hintergangen, verarscht und benutzt. 30 Jahre lang hatte ich in meiner alten Heimat einen Zahnarzt, mit dem ich 190% ig zufrieden war. Bei ihm habe ich die teure Behandlung gern durchführen lassen, weil das Ergebnis immer klasse war. Und nun stellt man mich hin, als hätte ich keine Ahnung?????? Leute, ihr glaubt ja gar nicht, wie wütend mich das macht. Das Schlimme daran aber ist, dass ich in solchen Momenten dermaßen wegrutsche, dass ich keine innere Kraft habe, deutlich zu artikulieren was mich bewegt. Ich werde zum Kind, das die Schnauze zu halten hat, dass sich abducken muss, damit es vielleicht der Strafe entkommt.
Die letzte Nacht war meine Zunge nur damit beschäftigt, sich an den scharfen Kanten wund zu reiben. Ihr kennt das sicher – dass man wie blöde auf eine störende Stelle fokussiert ist.
Warum fing ich an diesen Artikel zu schreiben?
Ich stolpere zwischen Wut, Verzweiflung und Kampfgeist hin und her.
Sehe ich genauer auf alles, dann erkenne ich die Regressionen. Damit steigt die Verzweiflung über mein Unvermögen, meine Defizite zu händeln, die Personenwechsel zu verhindern.
Was soll das? Ich habe Kraft zum „Aufstehen“, gebe alles, und werde aber die inneren Dämonen nicht los.
Muss echt aufpassen, nicht wieder völlig im Morast zu versinken.

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Fibromyalgie……., aha, soso.

16. Januar 2017

12.01.17
Hm, soso, also ich weiß nicht…..????? Das mit den Füßen wird nicht besser. Andere Köperteile sind ebenfalls ununterbrochen „aktiv“, was ich aber seit Jahrzehnten kenne und einfach wegdrücke. Schmerzen??? Quatsch!!! Hab dich nicht so!! Ständige Schmerzen in der Kindheit durch Prügelexsesse des Stiefvaters…..gelernt zu ertragen! Gehört zum Leben – gelernte Tatsache! Wahrnehmung der Schmerzen seitdem vorhanden, aber Bewertung gekappt… so isses eben, ob bei Stürzen, Unfällen, notwendigem Nähen der Haut (puh, wozu Narkose, mir machen Schmerzen nichts) Mit der Gabe von Antidepressiva vor 13 Jahren haben sich die Schmerzen etwas reduziert. Heute weiß ich warum – Schmerzschwelle und so…!
Aaaaaaber……irgendwie kommt vieles geballt wieder.
……laufen will der Mensch, sich fortbewegen, einfach so!!!!!!!!!!!!
Ich träume vom Spazierengehen mal 10 Minuten ohne irgendeinen Schmerz. Ich hasse das Problem mit den Füßen.
Arztbesuche hasse ich wie die Pest, vermeide ich schon immer weitestgehend. Wartezimmer – der Horror! Vorsorgeuntersuchungen usw. erst recht nicht.
Aber aufrecht gehen möchte ich können, wenigstens das!
Man ahnt, was in Steigerung im Alltagsleben alles so überhaupt nicht geht. Habe es so satt – zwei einhalb Jahre nicht normal, nicht schmerzfrei die Füße auf den Boden setzen. Da hört das Wegdrücken-Können auf! Ich kann einfach nicht mehr. Wollte raus aus den Depressionen, bin deshalb umgezogen, wollte neu anfangen. Nun zwingen mich aber die Scheißfüße zu Arztbesuchen und Physiotherapien….wie ich das hasse!
Nach Millionen Untersuchungen,selbst Szintigrafie, Bluttest usw., steht die Diagnose Fibromyalgie neben der, der alt bekannten Fersensporne + Achillessehnen- entzündungen. Ungewöhnlich dennoch, dass so einige Entzündungsherde im Körper gefunden wurden, was typischerweise bei dieser Diagnose Fibromyalgie sonst nicht der Fall ist.
Fibromyalgie…. Hm, soso… erinnere mich… schon in der Kindheit – heute noch – kann ich nicht schmerzlos auf der Seite liegen, was bedeutet: Seit 50 Jahren wälze ich mich beim Einschlafen hin und her vor Schmerz, bis die Erschöpfung Schlaf bringt. Rückenlage ging noch nie. Es wetteifern nachts Schmerzen und Gedankenkarrussel! Mal abgesehen von vielen anderen jahrelangen Schmerzen, die ich einfach negieren wollte.
Traumata/Gewalt/Schmerzgedächtnis…. Fibromyalgie…,hm. ??????

Habe mich kundig gelesen, aber… ist die Disso – Ident. nicht schon an sich eine körperliche Manifestierung der Traumata, weil – fällt ja unter Somatisierungsstörungen???? Wäre das nicht eine doppelte, und somit Zuviel-Diagnose?
Bin ratlos.

Hallo Leute, ihr da draußen, kennt sich jemand damit aus?

Meine Meinung zur Therapie

3. Dezember 2016

Brief an die nun Ex-Psychologin

27.10.16
Sehr geehrte Frau …..

am 17.10. war die letzte Therapiestunde (von der REHA nach Hause gehetzt…Stress…nur 40 Minuten Zeit zum Frischmachen nach dem Sport, und Umziehen…keine Zeit zum Essen -in Reha gibt es keine Mahlzeiten -……losgehetzt zum Therapietermin.)
Fazit bei Ihnen: 16:30 Termin, aber 18:10 beginnt unser Gespräch! Glauben Sie mir, das will niemand erleben.
PS: Woher wollen Sie eigentlich wissen, ob der Mensch nicht noch vor 18 Uhr in ein Brotgeschäft möchte o.Ä. ?????????
Einen Tag später bin ich nervlich zusammengebrochen. Ich fasse zusammen, was alles passierte im Innen, summiert aus den letzten Wochen. Die Erkenntnis entsetzt:
Ich war wochenlang nur im Kind, sonst hätte ich mich eher gewehrt zu vielen Dingen.
Nun muss ich endlich anfangen, Selbstfürsorge zu betreiben.
Darum Folgendes:
Thema WARTEN!
Ich hatte über diesen Extremtrigger berichtet, sogar noch einmal nach dem Klinikaufenthalt. In den Unterlagen, die Sie von mir haben, sind außerdem Texte dazu.
Zusätzlich habe ich davon berichtet, was die Themen ZEIT, Termindruck, Stress bei mir auslösen. Wie sehr ich Zeit gar nicht einordnen kann, weil sie mir „rausfällt“, dass ohne etliche Kalender gar nichts gehen könnte – was mich dennoch völlig konfus macht, Druck erzeugt.
So setze ich mich tw. dem Zeitstress aus, um pünktlich bei Ihnen zu sein, aber Sie…………………….

Was ich heute dazu denke?
Ihnen ist es völlig Wurst!

Nur zwei Mal kam ich zur Terminzeit in das Zimmer….musste mich dort aber – wie immer – dem Warten aussetzen 15-20 Minuten. Sonst ist die Wartezeit (Flur plus Zimmer) im Durchschnitt 50 Minuten. Benötigen Sie hinterher noch etwas aus dem Büro, verschwinden Sie darin erst einmal 10-20 Minuten, ehe was passiert, und lassen mich wie ne Blöde davor warten.
Mal abgesehen davon, dass ich getriggert werde auf höchster Stufe, unterstelle ich Ihnen mittlerweile Absicht, weil ich der Meinung bin, dass ein gebildeter Mensch wie Sie weiß, dass so etwas extrem unhöflich ist. Ich unterstelle Absicht, es zu genießen, jemanden schmoren zu lassen.
Und bevor Sie jetzt Einwände bringen wollen zu Ihrer eigenen Selbstfürsorge/Abschalten…..erst einmal sind Sie verantwortlich für das Wohlergehen der Kunden, oder? Und glauben Sie mir auch, kein Mensch will sich erst 20 Minuten in Ihrem Gesprächszimmer „einrichten“, keiner! Es dient nur Ihnen!
Fakt ist:
Sie gehen mit meiner Lebenszeit um, wie Sie wollen, ohne Rücksicht darauf, dass ich ja noch andere Pläne hätte für die Zeit nach dem Therapiegespräch. In diesem Punkt fühle ich keinerlei Respekt gegenüber mir als Person.

Unter welchen Umständen könnte ich die Therapie fortsetzen? Ich spare mir die Mühe, weitere Ursachen zu benennen.

°Ein Termin ist für mich (und 99,9% der Bevölkerung) bindend. Aus Höflichkeit würde ich zukünftig bis zu 30 Minuten Wartezeit in Kauf nehmen. Aber nur als Summe von -im Flur u. im Zimmer.
Sollten Sie 35 Minuten vor unserem gemeinsamen Termin bemerken, dass Sie die Zeit nicht einhalten können, dann bäte ich um eine SMS z.B. „Bitte kommen Sie 40 Minuten später.“ Hierbei lieber übertreiben, falls doch noch irgendetwas länger dauert. Das wäre doch machbar, oder?
Ich denke mal, die ist ein ganz menschlicher, normaler Wunsch.

°Ich würde mir nicht mehr vorschreiben lassen:

(ich benutze dieses Wort „vorschreiben“, weil Sie sehr fordernd sind.)

– dass ich ein Glas hinstelle, selbst ohne Durst (wenn Sie es für sich wichtig finden, dann machen Sie es)
– wann ich mir Tränen abwischen soll (ich bin höflich, und putze mir den Rotz weg. aber ob ich mir stundenlang im Gesicht rumwischen will, entscheide ich. wenn Sie Tränen nicht aushalten, also ich weiß nicht……!)
– welche Formulierungen ich benutze……..denn:

Wie ich empfinde – ob ICH oder WIR – ist meine Sache.
Wenn Sie mir ein WIR verbieten, dann verbieten Sie mir mein ureigenstes Identitätsempfinden. Wenn ein Kind aus mir heraus spricht, dann traut es sich etwas, nämlich Outing vor Ihnen. Anstatt dies zu würdigen, zwingen Sie mich, dieses Kind wegzudrücken, und eine Ältere von uns reden zu lassen.

Wissen Sie, was ich glaube?
Theoretisch ist Ihnen klar, was mit einem Gehirn so passiert in seiner Entwicklung. (Bisher gaben Sie mir wirklich gute Tipps im Umgang mit den Kleinen.)
Aber in der Praxis ist es für Sie Hokuspokus/Blödsinn. Sie sagen: „Das sind ja alles auch Sie.“ Ja, in der Praxis des Körperlichen…da sitzt nun mal nur 1 Frau, und die ist auch noch alt.
Aber Ihre Bemerkungen zu meinen Formulierungen zeigen eindeutig, dass ich so wie ich bin und bei Ihnen Hilfe ersuche…., dass ich SO nicht willkommen bin.
Sie drücken mir etwas auf, was ich nicht bin.

Die misshandelten Anteile, die Ihnen von sich berichten könnten, sind nicht willkommen.
Im Gegenteil, es sind ja eigentlich nur…“alles Ich“……….!
Um andere Menschen nicht zu erschrecken, habe ich mir mit den Jahren angewöhnt von Anteilen zu sprechen. Denn dies kann ein Normalo verstehen, irgendwie. Dass es sich aber in Wahrheit um eigenständige Meinwesen handelt, dass ließe sich kaum erklären. Meine öffentliche Wortwahl drückt also nicht die Wahrheit aus.
Ich hatte von Ihnen erwartet, dass Ihnen dies klar ist.
Jetzt kristallisiert sich aber raus, dass Sie nicht alle von uns willkommen heißen.
Sicher würden und werden Sie jetzt therapeutische Erklärungen dazu abgeben wollen, Ziele usw.
Kann ja alles schön und gut sein.
ABER:
Sollten Sie mich nicht erst einmal respektieren, wie ich es glaube zu sein?
Ist das nicht die wichtigste Voraussetzung, um eine Vertrauensbasis herstellen zu können?

Willkommen sein mit allem Drum und Dran?

Nein, bin ich nicht!!! (Puh, strengt an, die ICH-Form einzuhalten. Alle gehen auf Widerstand. Jeder Einzelne fordert selbst von mir seinen Respekt ein.)
Sie ahnen vielleicht, was in den Therapiestunden abgegangen ist an Misstrauen, Enttäuschung, Verzweiflung, Retraumatisierung. Ich habe alle jedesmal neu hingeschleift, anstatt auf meinen Bauch zu hören, die innere Not.

Wahrscheinlich brauchte ich den Zusammenbruch am 18.10., um endlich nach Innen zu horchen, um endlich zu erkennen, was wir wirklich brauchen!

Die Akzeptanz, den Respekt!

Wir könnten die Therapie bei Ihnen nur weiter machen, wenn alle von uns willkommen sind!
Und wenn uns nichts mehr vorgeschrieben wird.

Weiter entwickeln und verändern kann sich unser Gesamtsystem nur mit Verständnis und Geduld, in unserem ureigensten Tempo, ohne Zwang. Es geht nur, wenn alle von uns einverstanden sind.

Momentan denke ich, dass Sie eben sind wie Sie sind. Ist ja okay. Nur eben nicht passend für mich. Ich muss darauf achten, was mir gut tut, ich brauche Respekt.
Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll. Gerade habe ich keine Lust mehr auf Therapie.

Unterschreiben tut hier jeder
im Sinne seiner Bekräftigung!
Ich mach es im Sinne aller.

PS: (2 Tage später)
Ich mache keine weitere Therapie!

Ist es die richtige Therapeutin?

23. Oktober 2016

Irgendetwas stimmt nicht, wenn ich nach einer Therapiestunde, kaum Zuhause, zusammenbreche. Mir ist an der Therapeutin aufgefallen:
Immer sitze ich trotz Termin noch eine Stunde im Wartezimmer….so viel zum Thema, dass WARTEN einer meiner größten Trigger ist.
In wirklich jeder Stunde beschwert sie sich über mein Verhalten.
„Winken sie nicht ab, ich wollte auch was dazu sagen!…Die Kleinen sollen sich hier raushalten, sich nicht äußern. Das übernehmen sie als Erwachsene! …Sie denken nach, anstatt mir zu sagen, was genau in der Sekunde durch ihren Kopf geht, oder was in ihrem Körper passiert! So geht das nicht!“ ….usw.
Sie wirkt oft beleidigt, tw. wütend.

In meine Sprache übersetzt: Ich bin nicht so, wie sie mich haben will.

Halleluja! Das Schlimmste aber: Auch wenn sie mir das Gefühl vermittelt, sie verstehe die Zersplitterung in mehrere Anteile…aber mit den Anteilen zu arbeiten lehnt sie ab! Sie meint immer: „Die anderen, das sind ja in Wirklichkeit sie!“ Daraus höre ich, dass eine wirkliche Akzeptanz der Anteile nicht da ist. Ja wie soll denn Therapie gehen? Ich sitze da, und versuche alles zu kontrollieren, um der Thera gerecht zu werden. Schätze, dies ist genau der falsche Weg. Da baut sich Druck und Anspannung auf, und Vertrauen entsteht gar nicht erst. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Alles dazu habe ich ihr schon gesagt, aber….nichts ändert sich. 21 Stunden sind nun um. Mit ihr einen Neuantrag stellen? Was sagt ihr?

Es ist der Selbsthass…

13. September 2016

…der mich so dermaßen am wirklichen Leben hindert!!!!

Sitze über „Hausaufgaben“, da kommt so vieles hoch, da tut so vieles weh.

 

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M. Huber

Ich habe die Impulse nicht, dafür aber umso mehr den Selbsthass.

Habe so hart zu kämpfen mit Selbstwert, Nähe zu Menschen, und dem Kampf gegen die Verbote der Introjekte, mir mal etwas Gutes zu tun, einfach nur mal so meinen Bedürfnissen zu folgen.

Nachdenken über eine Therapiestunde

30. August 2016

Ich beschreibe der Therapeutin eine kürzlich erlebte Situation, zu der mein logischer Gedanke erwachsen und angemessen war, mein Fühlen aber völlig unangemessen; wie ich diese Diskrepanz wahrnehme, aber nichts ändern kann. Ich erkläre den entstehenden, schon länger bekannten Kreislauf: Verzeiflung darüber – entstehende Wut über meine Unfähigkeit nach so vielen Therapiejahren – Selbsthass.

,Ob ich denn überhaupt Therapie machen wolle, klingt mit meinen Ausführungen nämlich nicht danach.‘ Ojeeee, alle hören mit, Chaos entsteht. Es braucht fast 20 Minuten, bis wir verstanden haben, worum es der Thera eigentlich geht.

Eine Zusammenfassung für mich wäre die:

Gerade das Auseinanderklaffen von Denken und Fühlen macht meine Störung aus. Wut auf mich zu haben, wäre gleichzusetzen Wut auf die Innenkinder. Ich missachte, bestrafe sie, anstatt sie in ihrem Fühlen anzuerkennen, ihnen Trost zu geben. Ich retraumatisiere sie eigentlich.
Mein Weg sollte sein: Anerkennung (endlich mal wirklich) der Diagnose und damit der Therapienotwendigkeit, daraus erst könne erwachsen, keine Wut zu entwickeln, keinen Selbsthass. Mit mir selbst liebevoller, verständnisvoller umgehen; und endlich mal anfangen, wirklich alles auszusprechen, was in meinem Kopf rumgeht…..und das für mich schlimmste: der Thera ruhig zeigen, was an Fühlen in mir abgeht……….ojeeeee…..
Genau das kann ich noch immer nicht richtig. Bin die meiste Zeit der Stunde am Unterdrücken – bloß nichts zeigen – viel zu peinlich, was da aus alten Zeiten jammert….
Seht ihr…schon das Wort JAMMERN drückt Missachtung aus,
….und obwohl ich meist weine
(also nicht weinen an sich, sondern da laufen einfach die Tränen ohne Pause, ich verziehe das Gesicht nicht, kann das Laufen kaum beeinflussen),
unterdrücke ich das wirkliche Fühlen, das Gesamte. Noch immer habe ich Angst vor der Wucht, die aus mir rausbrechen könnte, eine unkontrollierbare Wucht an Gefühlen, aufgestaut, angesammelt in den Jahren. Die Wucht, die sich in Ansätzen schon im EMDR gezeigt hat, wo ich schrie und weinte und schrie, nichts mehr um mich herum mitkriegte. Darum wehre ich mich gegen so ein Fühlen, weil es kaum auszuhalten ist.
Für heute genug, kann nicht mehr.

PS: Ich bemerke, dass ich oft beim Schreiben mich distanziert, oder kalt ausdrücke in abgehackten Sätzen, scheinbar emotionslos draufsehend. Es verwundert mich immer öfter, weil….das bin ich nicht….so bin ich nicht.

Meine neuesten Gedichte zum Schmerz

26. August 2016

Ich denke, diese Texte von mir kennt ihr noch nicht! Also raus damit. Schätze mal, dass da mehrere Meinwesen am Werk waren, unterschiedliche Alter.

(bitte nicht das Urheberrecht vergessen)

Könnt ruhig eure Meinung sagen.

Ein Klumpen Masse/Die Flucht

In alle Richtungen
reißen Körper
Fetzen für Fetzen
von sich ab

Wie alte Mäntel
liegen sie verstreut
vom Hautbrand
abgeworfen
auf dem Track
ins Ungewisse

Müdgeschleppte Füße
wundblutende Knie
leergefegte Augen
trockenrissene Münder
Schreie lautlos
in die Weite

Wir sind viele
in einem Klumpen Masse
wächst die Entfernung
zur Heimkehr

.

Fragment

Schmerz
reißt in mir
alles voneinander
Nichts bleibt
was zusammen gehört
Auf meinen Pfaden
findest du nur
Bruchstücke
Am Ende
ein Fragment
mit dem
Abgrund
in den Augen

.
Kinder

kleine kinder
große kinder
macht euch raus
ihr Alten
aus dem haus
das wir verwalten
kleine welt
heile welt
wenn kein Großer
dazugezählt
.
Valerie

Aus meinen Augen
kam dein Schmerz
Aus meinen Worten
sogst du Hoffnung
In meinem Herzen
fandst du Nähe

Zu tief
Zu nah
Zu schmerzvoll
Hast meine Angst
zu deiner gemacht
und das Seil
gekappt
zwischen uns
das Ende
.

Schatten der Nacht

Vor jedem Morgen
liegt die Nacht
unbarmherziger Augen

Schatten
kehren zurück
um ihre Schritte
einzusammeln
auf eingebrannter Haut

Auf frischem Schorf
zerfällt der Atem
in Stücke
aus Stein
Die trage ich
durch den Tag
.

Progressive Navigation

Kein erklärtes Dasein
Kein gefühltes Willkommensein
Keine Hand bei den
ersten Schritten
Kein Lehrmeister auf Wegen
Ein halbes Jahrhundert
mit selbst programmierter
Navigation
die immer wieder
abstürzt
Ich lande auf
Irrwegen
im Nichts
.
Stille

Stille – ist hörbar
Stille – lärmt, tobt, schreit, weint
Stille – Implosion der Ohnmacht
Stille – die Innenwändigkeit zerbricht
in tausend Einzelteile
.
Das Herz am lebendigen Leib herausreißen

Eine Zeile von einem Krimi?
Eine Metapher?
Nein.

Entweder tu ich es selbst,
oder es wird getan.

Eine Zeile aus einem Lied.
Das Lied des Lebens.
Dauerbrenner.

Viertelnoten
in offene Wunden
gestanzt.

.

Warten

immer nur das warten
Trauma gleich
lösen sich die Sinne auf
im Vakuum kein Atemzug

nur warten
warten
warten

ein letzter Versuch
warten
warten

hinter Glas und Stein
in zerborstenem Sein
warten

Mein Leben lebt z.Z. im Chaos

23. August 2016

aus dem Tagebuch:

23.8.16

Die Zustände wechseln enorm, sind oft parallel, überlagert, irreführend.
Fersenschmerzen seit zwei Jahren ununterbrochen. Da hilft auch kein dissen mehr, lassen sich nicht mehr ignorieren. Tiefe Sehnsucht nach einem genussvollen Spaziergang…nach so langer Zeit scheint dies der Traum aller Träume! Weiß nicht mehr was wandern ist, was spazieren, erst recht nicht was tanzen, von Urlaub machen können mal ganz zu schweigen. Für alles braucht man die Füße. Gegen die Depressionen ankämpfen ohne solche Genüsse ist nicht einfach. Versuche das Nötigste im Leben seit zwei Jahren mit dem Fahrrad zu erledigen. Und nun will die Krankenkasse mir keine wichtige ambulante Reha gönnen. Zusätzliche Kämpfe die mich überfordern.
Rumms, bin bei den Zuständen, die mein Innen nach Außen kippen, Oben wird zu Unten, meine Kompetenzen sind vergraben im Niemands-Ich, im Haushalt weiß der Eine nicht, was der Andere macht…explodierende Espressokannen auf dem Herd…rumliegende Putzutensilien zeugen von Anfängen, aber…, Fisch in der Pfanne wird zu Kohle (man gut, dass in der Küche kein Feuermelder ist), Licht bleibt an, Fenster werden nicht geschlossen….meine Motorik spielt verrückt – muss extrem langsam machen selbst beim Aus-der-Badewanne-steigen, jede Ecke in der Wohnung wird „mitgenommen“, Kontrolle scheint verloren zu gehen…höre lieber mit dem Aufzählen auf, bringt nichts, ist zu viel.
Logisch, dass da Ängste aufsteigen. Noch bin ich völlig selbstständig, will das nicht verlieren. Nun hoffe ich, dass diese unkontrollierbare Zeit wieder vergeht. Kontrolle – das Schlüsselwort an sich! Davon lebte ich bisher, überlebte ich.
Appropo überleben.
Habe in meinen Unterlagen Notizen von mir gefunden:

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Oh Mann, ist es da ein Wunder, dass die Kleinen von uns Halt suchen bei Elfen? Halt, den ich momentan nicht leisten kann?
Ich sag ja, irre ist nichts dagegen.

Wie unser Gehirn abspeichert

21. August 2016

Aus dem Netz gefischt:

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– Man könnte es als kühles System bezeichnen, kühles Archiv.

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Jetzt fragt sich der Leser: Warum postet sie das?
Nun, ich denke oft darüber nach, warum ich Erinnerungen aus der Säuglingszeit habe, wenn auch unscharf, aber extrem leicht anzutriggern.

Und dann….zu oft….zu viel Stress bis Todesangst………das Gehirn muss reagieren…..spaltet ab, wieder und wieder.

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Unsere Jung’s sind Autofreaks

9. August 2016

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Muss echt aufpassen, dass wir nicht zu viel einkaufen.

Und dann…..seit Wochen freuen wir uns, tagtäglich Bagger anzusehen, und gigantische Bohrer!!!! Direkt dort wo wir wohnen. Nur die Große regt sich auf über den Krach und den Staub. Hi, Hi!

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Baaaaaaagggggger 😄😄😄

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Juchuuu

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Langsam verschwindet das Haus.

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Warum ich nicht verstehe, dass andere Menschen gerne leben.

9. August 2016

Die Antwort habe ich aus dem Netz gezogen. ( Dr. Ingrid Olbricht)  Besser kann man diesen Fakt nicht beschreiben.

ES IST DER VERZWEIFELTE KAMPF UM DAS GEFÜHL DER EXISTENZBERECHTIGUNG.

(die Fotos lassen sich einzeln öffnen und vergrößern)

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Das Kind und die Schuld

2. August 2016

Seit ein paar Wochen arbeite ich an diesem Thema, und es schmerzt, verdammt nochmal!

Ohne viel Worte zeige ich Folien von Michaela Huber:

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Und heute kämpfe ich darum, meine Schuldgefühle abzulegen, das Unrecht zu erkennen, und die Verantwortung auf den „richtigen Tisch“ zu packen!

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Mein sicherer Ort

29. Juni 2016
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eMORFES

Genauso war er immer in meinem Kopf. Jeder „Gerettete“ von meinen Meinwesen hat seinen eigenen Berg, in der Luft schwebend (wie in „Avatar“), wo niemand rankommt. Diesen hab ich heute im Reader gehabt.

Woher im Innen die Stille?

29. Juni 2016

image28.6.16

Über 6 Jahre lang kam bei einem Blick in den Spiegel „Du fette Kuh, so etwas wie dich …ekelhaft!“ Dabei war ich noch nie ein Mensch der wirklich überfett wirkte. Meine Größe machte so einiges wett, niemand glaubte so recht meine Kilozahl. Im letzten Jahr kam ich an eine Grenze des Gewichtes, die ich selbst nicht mehr akzeptieren konnte….ich sah Fett im Gesicht, Fett am Hals…die Beschimpfungen im Innen nahmen zu.
Heute?
Das Beschimpfen hat aufgehört, plötzlich scheine ICH (wer bist du?) mich real zu sehen. Viele Fragen stehen im Raum, zu denen ich wirklich keine Antwort finde.
= Floh, warst du der Abwertende? Bist du plötzlich auf unserer Seite?
= 12 Kilogramm in den letzten drei Monaten abgenommen…habe dünne Staksen (Beine)…macht dies uns einen neuen Blickwinkel? Warum beschließen oft mehrere Meinwesen „Wenn wir jetzt einfach nichts mehr essen, dann fallen wir tot um. Suuuuper, also los!“ Feigheit vor der Aktivität des Suizids?
= Hat die erleichternde Erkenntnis, dass wir nicht mehr leben MÜSSEN, unsere Ansichten geändert, unsere Wahrnehmung? Diese Frage kommt auf, weil ich mich nicht an so eine Ruhe in mir erinnern kann, wie ich sie seit Tagen fühle. Eine Ruhe, die aus mir selbst heraus kommt, und nicht eine „erschaffene“ Ruhe, wie ich sie mir schon als 8 Jährige beim Gang über den Friedhof gedisst habe. Innen tot machen – nichts fühlen müssen – so gewabnet die elterliche Wohnung betreten zu können – nichts kam an mich ran! Ich frage mich ernsthaft, ob nach 50 Jahren Aushalten müssen, 50 Jahre Zwang im Kopf, …. und nun endlich die Schranke überwunden zu haben….ich meinem lebenslangen Wunsch, sterben zu dürfen, endlich nachgehen zu können….mir dies einen inneren Frieden bringt, diese Ruhe? Schafft mir diese Ruhe einen neuen Blick?
= Bin ich wach geworden aufgrund der Enttäuschung über mir nah stehende Menschen? Steckt dahinter, endlich real auf diese Menschen sehen zu können? Bin ich also mal erwachsen anwesend? Rael in den Welt?
= Oder bin ich auf dem Weg weiter pro Monat eine Konfektionsgröße weniger zu haben, bis ich verschwunden bin? Macht dies ruhig?

Viele Fragen, auf die ich sicher keine Antworten finde, denn zu unterschiedliche Meinungen kommen aus mir heraus.
Oder jede/r einzelne/r Gedanke/Frage sind schon die Antworten?

 

 

Warum können wir Worte niemals wörtlich nehmen?

19. Juni 2016

19.6.16

„Stellen Sie sich bitte ein Glas hin, während Sie auf mich warten!“

Zum wiederholten Mal gesagt. Aber ich wage es nicht, in einem fremden Raum etwas anzufassen. „Warum haben Sie sich kein Glas genommem?“
„Ich habe keinen Durst! Und hätte ich Durst gehabt, wäre ich aufs Clo gegangen, und hätte am Wasserhahn getrunken.“

Man meint, es sei ein einfacher Dialog. Aber was mir dann gespiegelt wird….halleluja! Und dann setzten die Erinnerungen ein, ich erkannte die Zusammenhänge.

Wo ich anfangs dachte: Warum meckert die immer so?, erkenne ich, dass es die erste Thera ist, die mein Denken, mein Verhalten spiegelt, damit ich mein verqueres Agieren verstehe, und das nach 12 Jahren Therapie und etlichen Thera’s.

In dieser Stunde, Sunden danach, den Tag danach weinten wir ununterbrochen.
Wieder ins Bewusstsein zu kriegen, wie wir als Kind erlebten, fühlten…Scheiße!
Ich fasse zusammen:
– Warum hinterfrage ich jedes gesagte Wort?
– Warum suche ich einen Haken, wenn mir jemand etwas Gutes will?

Angst war mein Dasein, jede Stunde, jeden Tag, 16 Jahre lang.
Immer auf der Hut, in völliger Anspannung musste ich jeden gehörten Satz hinterfragen, deuten, jede Tonlage erkennen….nur…nur um herauszufinden, ob ich mir eine „Ruhephase“ vor der Angst gönnen kann.
Und selbst dies war unsicher, denn nie konnte ich etwas als Gegeben annehmen, stets kippte die Stimmung der Eltern von einer Sekunde auf die andere, und ich war ohne Vorwarnung den Schlägen ausgesetzt.
Auf Worte konnte ich mich nie verlassen.
Meine Gedankenkreisel als Kind waren Tag und Nacht:
Warum hauen die mich?
Was hab ich denn getan?
Warum bin ich denn schlecht?
Warum, warum, warum?

Fragen über Fragen meine ganze Kindheit über.
Antworten?
Antworten gab es niemals!

Zu niemanden konnte ich gehen, mich anvertrauen.
Bei der Geburtsfrau mal anlehnen, Sicherheit suchen? Kannte ich nicht, gab es nicht, erinnere mich nicht einmal an einen liebevollen Blick.

Ein Mädchen, dass kein Vertrauen, keine Geborgenheit, erst recht keine Sicherheit erlebt hat, niemals. Niemals!

Das war ich. Ein Mädchen, deren jede Pore vollgestopft war mit purer Angst! Jahr für Jahr nur Angst!!!!!!

Warum soll ich heute glauben können, dass irgendjemand mir wirklich gerade etwas Gutes sagt, oder etwas Gutes will?
Woher soll dieser Glaube kommen? Selbst in unserem Erwachsenenleben konnten wir diese Erfahrung nicht so machen, als dass sie nur ein einziges Mal stetig war, glaubhaft. Immer kamen böse Konsequenzen.

Im Heute suchen wir also noch immer nach dem Haken! Suchen nach Bedingungen, die dann eingefordert werden, versuchen wir den Tonfall zu analysieren….Summasummarum: Wir gehen von vornherein in Abwehrstellung um uns zu schützen, und das, obwohl die Kindheit fast 40 Jahre her ist.

Darauf sehen zu müssen, dass ein kleines Mädchen so leben musste, so aushalten musste……tut verdammt weh. Erst recht die Erkenntnis: Das war ich!

Kein Wunder, dass alles aus uns heraus weint und weint.
Ist das Trauer? Endlich? Fängt damit die Verarbeitung an?

Wenn plötzlich mehrere Anteile nach außen drängen

6. Juni 2016

6.6.16

Zurückerinnern, wann ich diesen Zustand zum ersten Mal bewusst fühlte, fällt schwer. Aber mindestens das letzte Jahr begann diese Art …. na ich nenne es mal Stress.
In den Zeiten (manchmal wochenlang) höchster innerer Anspannung reicht eine Kleinigkeit und mein Körper will mit Zucken beginnen. Tut er auch, wenn ich allein bin und ich es nicht unterdrücke. Dann erst höre ich im Innen lauter Stimmen, alles redet durcheinander. Einiges verstehe ich, anderes kommt nicht mal in Sätzen an. Ab diesem Moment kann ich im Kontakt mit Menschen dem Gespräch nicht mehr folgen, kann die nötige Konzentration einfach nicht aufbringen. So ein paar Minuten kann ich das Ganze verbergen, dann aber muss ich gehen, weil ich keine Kraft mehr habe, das, was da mit mir passiert, zu verstecken.
Ich habe das Gefühl, als wolle jeder (mind. 5) zu seinem Recht kommen, im Außen zu sein. Sie schieben, schubsen, drängeln. Ich habe dann das Gefühl, als wolle jede Gliedmaße in eine andere Richtung, im schnellen Wechsel. Ich bin ein zuckendes Etwas, wirr in den Gedanken. Und wenn da aber noch dazu die Gefühle jedes einzelnen dazukommen….Halleluja. Im schwierigen Traumabearbeitungssetting erlebte ich schon bis zu 30 Anteile gleichzeitig. Mittlerweile weiß ich, dass sie im annähernd gleichem Alter sind, und die gleichen Traumata haben. Warum sie so drängen weiß ich auch mittlerweile. Es sind die Meinwesen, die ich noch nicht kenne, die sich aber gezeigt haben bei Traumaexposition zu einem jeweils gleichaltrigen bekannten Anteil.

Für wen ist EMDR geeignet?

31. Mai 2016

Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) wurde in den 80er Jahren von Francine Shapiro als traumazentrierte Psychotherapie entwickelt. Heute wird die Methode zur Behandlung einer PTBS nicht isoliert, sondern meist im Rahmen eines Gesamtbehandlungsplans (Berger, 2004) angewendet.

Einsatz findet sie sowohl bei akuten Monotraumata wie Unfällen, Gewalterfahrungen, Vergewaltigungen etc., als auch bei traumatischen Erlebnissen, die bereits einige Jahre zurückliegen.

Es sollte abgeklärt werden, ob nicht auch gleichzeitig eine dissoziative Störung vorliegt, da hierbei der Klient durch EMDR retraumatisiert werden kann, d.h. nur überschwemmt von angstmachenden Bildern und Gefühlen.

Bei der Traumabearbeitung ist es wichtig darauf zu achten, dass Betroffene ausreichend stabilisiert sind, um sich mit den Erinnerungen und den dazugehörigen Beschwerden (PTBS , Akute Stressreaktion ) konfrontieren zu können.

Ein zu früh begonnene und nicht ausreichend professionell durchgeführte Konfrontation kann zu einer Retraumatisierung führen.

 

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1. Dissoziation ist eine Konversionsstörung

29. Februar 2016

Konversion: Umwandlung eines seelischen Konfliktes in körperliche Symptome

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2. Was sind dissoziative Störungen?

29. Februar 2016

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Der Unterschied zu Konversion?

Konversion – Körper
Dissoziation – Bewusstsein

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Man könnte sagen, dass die Konversion eine Folge der Dissoziation ist.

Wenn man dissoziiert, trennen sich Körper und Bewusstsein.

Verstärkter Stress kann dann noch zusätzlich im Körper Funktionsstörungen (Motorik, Sensorik, Sensibilität) auslösen.

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3. F 44 dissoziative Störungen

29. Februar 2016

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Zusammenfassung von mir:

Die dissoziative Identitätsstörung F 44.8  gehört zu den Konversionsstörungen,

sie ist KEINE Persönlichkeitsstörung.

Sie ist ein Sammelsurium der dissoziativen Symptome.

5.Ich habe keine Persönlichkeitsstörung

24. Februar 2016

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Persönlichkeitsstörungen sind tief verwurzelte Verhaltensmuster.

Die dissoziative Identitätsstörung dagegen basiert auf den Verlust des integrierbaren Bewusstseins!

Ich meine:

Sie ist eine fehlgeleitete (eine zum Überleben notwendige) Entwicklung des Gehirns aufgrund frühster nicht zu verarbeitenden Traumatas. Fehlgeleitet nur insofern, als dass die Funktionsweisen des Gehirns im späteren Alter große Alltagsbelastungen darstellen.

Wenn das Gedächtnis nicht funktioniert, steht die Identität in Frage!

Wenn die Kontrolle über Wahrnehmung des Selbst und Umwelt, Beziehungserleben, Affekten, Erinnerungen, Körperbewegungen, Sensorik verloren ist…… dann bin ich nur ein Sammelsurium aus Fragmenten, dann kann ich kaum das Ausmaß der Welt um mich herum, das Ausmaß zwischenmenschlicher Beziehungen begreifen.

 

Ist dies mein MEINSEIN?

13. Februar 2016

„Diesseitig bin ich gar nicht fassbar.

Denn ich wohne grad so gut bei den Toten,

wie bei den Ungeborenen.“

 

sagte Paul Klee 1920

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Öl auf Leinwand von mir:

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Irgendwie beschreibt dies genau mein Dasein, Zustand, Nichtsein, MEINSEIN.

Ich hänge in der Zwischenwelt.

13.2.16

Unser Engelchen

31. Januar 2016

Selfmade in Speckstein

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Wie es sich lebt als Multiple

14. Januar 2016

Hier wird ein Begriff falsch verwendet ->Persönlichkeitsstörung. Multiple haben keine PS-störung (erzogen, erworben mit Notsystem), sondern eine Identitätsstörung (veränderte Gehirnstruktur,- und funktionsweise).

-aus dem Internet:
.
Eng mit dem psychisch bedingten Gedächtnisverlust verwandt ist die Symptomatik der dissoziativen Persönlichkeitsstörung.

Hier hat der durch seelische Traumata bedingte Gedächtnisverlust solche Ausmaße erreicht, dass ganze Teile der Persönlichkeit eines Menschen in die Abspaltung einbezogen werden.
Bei verschiedenen Anlässen treten dann ganz unterschiedliche Seiten der Persönlichkeit auf und handeln in Extremfällen, ohne dass ein Bezug zu den anderen Seiten besteht.
Ein solcher Mensch lebt wie zersplittert und hat größte Probleme, sich und die Mitmenschen zu verstehen. Weiterhin sind sein Lebensweg und seine Beziehungen von heftigen Wechseln und großen Schwierigkeiten gekennzeichnet.

Wenn sich – etwa durch ungünstige bisherige Lebenserfahrungen – ein starres Erlebens- und Verhaltensmuster entwickelt hat, kann dies zu Ieidvollen Störungen im Selbsterleben, v.a. aber auch zu schweren, sich ständig in ähnlicher Form wiederholenden Störungen in den Beziehungen zu anderen Menschen führen und die soziale Funktions- und Leistungsfähigkeit einschränken.

Persönlichkeitsstörungen sind somit als Extremvarianten bestimmter Persönlichkeitsstile zu sehen, wie sie jeder von uns entwickelt hat.
Die Symptomatik von Persönlichkeitsstörungen ist dementsprechend sehr vielgestaltig.
Beispiele wären etwa eine sehr stark misstrauisch-empfindliche Haltung der gesamten Umwelt gegenüber oder emotionale Kühle und ausgeprägtes Rückzugsverhalten.
Aber auch mangelnde Impulskontrolle, eine sehr schwere Selbstwertproblematik oder stark abhängiges, ängstlich-vermeidendes oder sehr zwanghaftes Verhalten können Ausdruck so einer Persönlichkeitsstörung sein. Charakteristisch für die Symptomatik bei Persönlichkeitsstörungen ist, dass sie lang anhaltend ist und als leidvoll erlebt wird.

Menschen mit einer dissoziativen Identitätsstörung fällt es schwer, ihr Erleben mitzuteilen, weil dies stark schambesetzt ist. Sie versuchen oft, ihre Symptome im Alltag zu verbergen, besonders ihre Zeitverluste, die sie am Tage erleben und ihre Identitätswechsel.
Sie bemühen sich intensiv, alles unter Kontrolle zu halten und teilen in ihrem Leben nur wenigen, sehr vertrauten Mensch ihr inneres Erleben mit.
Da sie manchmal auch innere Stimmen hören, tritt bei einigen Betroffenen die Sorge auf, falsch beurteilt und behandelt zu werden.
Im Übrigen können bei dissoziativer Identitätsstörung vergleichbare Symptome wie bei der Posttraumatischen Belastungsstörung auftreten wie z.B.:

erhöhte Schreckhaftigkeit

Depressionen

andauerndes Gefühl von Teilnahmslosigkeit und Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen

andauerndes Gefühl von Betäubtsein und Stumpfheit

Vermeidung von Situationen, die mit dem Trauma zusammenhängen

Schlafstörungen

Alpträume.

Was macht es mir so schwer? – Gedanken über Depressionen

9. Januar 2016

 

Mich beschäftigen die Antworten, die aus meinem Mund kommen zu Fragen wie: „Wie soll ihr Leben aussehen, wenn sie nicht depressiv wären? Und: Was wünschen sie sich?“
Dann sehe ich nach meiner Antwort meist unverständliche Gesichter, was mich natürlich anregt nachzuforschen, was so anders bei mir sein soll.
Ich hatte mit schon einigen Depressiven zu tun, habe immer Vergleiche angestellt, fand aber meist nur Unterschiede.

Zum Beispiel war da eine, die durchweg miese Laune bekam, wenn sie an anderen, wildfremden Menschen sah, was sie selbst nicht hat. Oh, wurde sie da böse. Lautstark machte sie ihren Unmut deutlich, schmiss ihre ganze Wut auf mich ab, ich, die nur zufällig daneben stand und nichts, überhaupt nichts dafür konnte. So geballtem Neid bin ich vorher noch nie begegnet. Neid und Selbstmitleid, denen man einen Doktortitel vergeben könnte, so intensiv waren sie. Heute finde ich dazu Worte – voll gelebte Opferrolle! Mit dem Schrei: “Oh, das will ich auch haben. Warum die und nicht ich?“

Andere erlebte ich als Wiederkäuer ihrer schlimmen Vergangenheit, mit der sie ihre Gegenwart zustopften, zertrampelten und selbst mir damit auf die Nerven gingen. Für mich eindeutig faule Menschen, die keinen Bock haben, sich neuen schmerzhaften Wegen zu stellen. Die von der Umwelt erwarten, dass sie an die Hand genommen werden, dass ihnen im Heute von Helfern eine Wiedergutmachung entgegengebracht wird. Sie möchten aufholen, nachholen im Bekommen von Zuwendung. Darum brauchen sie unentwegte Krankenhausaufenthalte, wo sie sich bemuttert fühlen. Gesund werden würde für sie bedeuten, Zuwendung zu verlieren. Puh, eine erschütternde Vorstellung.

Zu mir: Meine spontane Antwort auf die Frage nach dem Wunsch ist immer, dass ich mal fühlen möchte, was die gesunden Menschen fühlen, wenn sie sagen, das Leben ist schön. Morgens aufwachen und denken: Heureka, ein neuer Tag, wunderbar! Das ist mein Wunsch, wenigstens nur einmal so denken, so fühlen.
Nur einmal, werden sich jetzt viele fragen? Nun, ich denke, wachsen beruht auf Erfahrungen. Und oft reicht eine einzige gute, oder nicht?
Wieso behaupte ich, anders zu sein als die oben genannten? Neid kenne ich nicht als Gefühl. Da war stets die Freude für die anderen. Ich könnte es irgendwie feiern, wenn ich andere Menschen im Glück sehe. Finde es so wunderbar und wichtig. Natürlich stellt sich in mir die Frage, warum kein Neid? Die einzig logische Erklärung aus mir heraus ist die, dass ich von Geburt an keine Erwartungen hatte, wie auch. Erwartungen, dass da von außen etwas, jemand kommt und mir hilft in irgendeiner Form. Im Hirn der Gedanke: da ist nichts, da wird nichts kommen und Punkt. Du musst dir schon selbst helfen.

Oje, verstehe in diesem Moment, dass dies die Ursache der Überzeugung ist : Für dich gibt es niemanden! Hoffen lohnt nicht! Und damit auch nicht Vertrauen lernen. Bringt nichts.
Und dies bewirkte, dass ich mich nie in Bezug zu Anderen setzen konnte. Demzufolge konnten auch keine wirklichen Vergleiche entstehen, die auf die Hoffnung basierten, es könne sich etwas ändern.  Also – wo es sich nicht lohnt, wie soll da Neid entstehen? Ich meine den boshaften Neid, den wunschbesessenen Neid, den fordernden Neid.
Klar, irgendwelche Träume waren da als Kind – wo dazugehören, Halt zu haben…, aber dies empfinde ich nicht als Neid. Es war ein instinktives Begehren.

Zurück zu meiner Depression. Meine Vergangenheit habe ich stets ausgeblendet. Sie war nie Thema für mich im HEUTE. Geht gar nicht, weil es nicht auszuhalten wäre. Ich würde krachen gehen, wenn ich mich täglich mit ihr auseinander setzen würde (was mir ja auch die Therapien so schwer macht). Ich würde mich täglich mehrmals töten, der notwendige Akt, zu dem ich als Kind nie die Kraft hatte.

Meine Verwandtschaft würde jetzt anderes behaupten. Denn sie begreift nicht den Unterschied zwischen  (1)sich in der Vergangenheit suhlen- und  (2) dem ums Überleben kämpfen, sowie dem Wunsch, die Täter mögen ihre Schuld eingestehen. Ein einziges Mal hören „Tut mir leid.“ würde ich nämlich als minikleine Wertschätzung meiner Person ansehen.
Dass ich mich nur meiner kranken Seele stelle, die schmerzhaften Therapien durchstehe, kämpfe…. das sehen sie nicht. Sie sehen zB. diesen Block als Suhlen, als Familienverrat, als Rachefeldzug. Dass es mal nur um mich geht, ums Aufarbeiten, das sehen sie garantiert nicht. PS: Das sind Vermutungen von mir.

Und weil die Vergangenheit nie Thema war, hatte mich der Besuch des Stiefvaters 2002 ja so extrem in die Kindheit geschleudert, das Versiegelte Buch hat sich geöffnet, und ich werde seitdem von unermesslichen Scheißgefühlen überrannt.
Bis dahin konnte ich mit den fast täglichen schwarzen Löchern leben, war es gewohnt. Plötzlich aber bekam alles einen Namen…..echt, das wünsche ich keinem.
Außer in Therapien war weiterhin die Vergangenheit kein Thema, sondern es bestand die Gegenwartsfrage „Wie überlebe ich den Tag?“ Wieder und wieder. Nicht weil ich ein Weichei bin, nein.
Sondern weil da so viele Meinwesen aus mir herauskommen, die sterben wollen. Die Kleinen, die noch in ihrem Akutgeschehen stecken, die nur den Tod als Ausweg sehen.
Sich ihrem Erleben zu stellen, um die Verantwortung für sie übernehmen zu können, ist wohl das Mutigste, was ich je in meinem Leben angegangen bin. Es gelingt mir nur noch nicht immer, brauche Übung.

Zurück zum Thema. Was ist nun meine eigene Depression?
Es ist nicht die Vergangenheit.
Es ist das Heute!

Egal was ich alles für Fähigkeiten, Fertigkeiten habe, mein tägliches HEUTE ist das Fühlen der Kleinen, soweit habe ich es begriffen.
Da ist niemand in mir, der sich auf den kommenden Tag freut, niemand. Da ist seit jeher jeden Morgen beim Aufwachen der Gedanke: „Scheiße! Noch ein Tag mehr!“
Es hat sich in mir festgesetzt, dass das, was andere Leben nennen, für mich nur -Aushalten müssen- bedeutet. Aushalten, aushalten. Und da kann ich mir selbst versuchen, alles bisher als gut Erlebtes, gut Gelungenes ins Gedächtnis zurück zu rufen…….es hilft nicht echten Stolz etablieren zu können, es hilft nicht, Vorfreude auf etwas zu entwickeln.
Und warum nicht? Ich denke, es liegt am nicht existierenden Selbstwert. Da kann ich noch so gut sein in bestimmten Dingen, noch so viel Lob von außen erhaschen…..es fällt durch mich durch, wie durch ein Sieb.
Das Gehirn ist darauf programmiert, Scheiße zu sein, im Weg zu sein, zu viel zu sein, nichts wert zu sein.
Sag du mir, wie toll ich bin, und ich finde tausend Argumente, die dagegen sprechen.
Huhu, da könnte man jetzt Stimmen von außen hören „Hej, du weißt dies doch alles. Also kannst du es doch ändern!“
Kann ich eben nicht.
Und das ist genau das Problem.
Die erwachsene Intelligenz in mir, weiß um so, so vieles!
Aber die verschiedenen Meinwesen wissen gar nichts, sie fühlen nur, eingefroren in ihrem Moment.
Da kann ich mir vornehmen was ich will, sie haben die Übermacht, übernehmen das Fühlen. Und so bleibt jeder einzelne verdammte Morgen mit der Aussage: „Scheiße, noch ein Tag!“
Meine Depression ist nicht: Mir gehts schlecht!
Meine Depression ist: Ich Erwachsene stehe rund 90 Lebensmüden gegenüber, meinen inneren Anteilen.
Jeder neue Tag ist ein Kampf, ein Kampf ums Überleben.

Mein Ziel ist nicht, ein besseres Leben zu haben. Das wäre vielleicht mein Endziel irgendwann.

Mein Ziel im Kampf gegen meine Art der Depression ist: Leben leben zu können, es zu spüren, bewusst.
Und wenn ich es könnte, dann würde wohl irgendwann ein WOLLEN daraus, oder?

Und dann ………… irgendwann dann …… würde ich es mir besser wünschen  …das Leben.

Was ist EMDR? Wie läuft so eine Sitzung ab?

10. September 2015

Mein Glück war ja, dass ich meine Intervalltherapie auf der von Prof. Dr. U. Sachsse aufgebauten Station machen konnte, und bei Bedarf weiterhin machen darf. Er ist einer der deutschlandweit bekanntesten Spezialisten dafür.

EMDR

Durch die Augenbewegung – rechts , links – oder durch leichtes Klopfen auf die Oberschenkel – rechts , links – scheinen sich ( empirische Untersuchungen bestätigten dies ) die linke und rechte Gehirnhälfte zu „verbinden“.

Beispiel bei Behandlung von PTBS:

Der Patient geht mit dem Wissen um die alten Geschehnisse in die Sitzung. Er wird aufgefordert, vom Trauma zu berichten. Eine sehr schmerzvolle, kräftezehrende Prozedur, weil alles noch einmal durchlebt wird. ABER : Die EMDR – Technik bewirkt, dass das Gehirn begreift, dass die Situation keine aktuelle mehr ist. Das Gehirn kann sie endlich als Vergangenheit einordnen.

Je öfter die gleiche Situation auf diese Art besprochen wird, um so weniger Gefühle und körperliche Reaktionen treten auf. Damit hören die Flash’s auf.

Der wichtigste Tip von mir:

Wenn nach einer EMDR-Sitzung eine Woche nicht reicht, dass Ruhe im Inneren einkehrt, dann solltet ihr unbedingt darauf bestehen, dass zu diesem Thema weitere EMDR-Sitzungen folgen, solange bis ihr  das Trauma nicht mehr als belastend empfindet!

Kliniken wollen oft schnell „abarbeiten “ – und wir Patienten sagen oft in unserer Angst nicht, dass noch überhaupt nichts gut ist. Also kämpft für euch!!

Beispiel von mir: Dissoziative Identitätsstörung:

In meiner Erinnerung sind teilweise nur „Blitz“bilder, die mich aber in Flash’s und absolutes Chaos stürzen, bis zum Todeswunsch, und ganz zu schweigen von Personenwechsel.

Mein Gehirn hat das Geschehene dissoziiert, einfach ausgedrückt – in so verschiedene Gehirnkammern als Teilstücke versteckt, dass ich keine zusammenhängende Erinnerung haben kann. Dies diente zum Schutz, zum Überleben.

Am Beispiel der knapp 3 jährigen Marie will ich die Sitzung wiedergeben:

Zu Beginn fragt die Thera, ob ich Berührungen zulassen kann, falls ich austicke. Dann beginnt sie mit ihrem Finger vor meinen Augen hin und her zu wedeln. Dieser Bewegung sollen meine Augen folgen. Wenn mir schwindlig wurde, oder ich weg driftete, machte sie mit sanften Klopfen oberhalb der Knie weiter. Sie bat mich, in das Bild zu gehen, zu erzählen, was um mich herum ist. Bemerkte sie an mir körperliche Reaktionen, dann fragte sie nach, was ich fühle. Oft hatte die kleine Marie keine Worte in ihrem Sprachschatz. Dann durfte sie auf das bereitliegende Papier die Antwort malen. Jahrelang hatte ich zu diesem Bild ein Cat. Ich sah nicht, wer zur Tür reinkommt und wie mir weh getan wird. Das Fühlen, die Schmerzen, dies war immer da. In der EMDR- Sitzung schalten sich rechte und linke Gehirnhälften zusammen, und gaben mir somit weitere Erinnerungen preis. Ich konnte sehen, wie der Mann aussah, und was er tat.

Als ich dann Dreijährig voll in diesem Film drin war, fürchterlich schrie und um mich schlug, legte die Thera behutsam eine Decke um mich, ( darum zu Beginn die Frage nach Berührung) wiegte mich sanft, und sprach immer wieder auf mich ein: „Alles ist gut, es ist vorbei, du bist jetzt hier, ich beschütze dich.“ Irgendwann kam die kleine Marie in den Therapieraum zurück, beäugte die fremde Frau. Aber weil diese so behutsam, sanft und beschützend war, konnte Marie das glauben. Nach einer gewissen Zeit der Beruhigung fragte die Thera, was sich Marie denn jetzt wünsche, wie sie am besten aus dem Zimmer käme. Mit kindlicher Fantasie hatte Marie natürlich Wünsche. Kaum waren die geäußert, drängte die Thera die erwachsene Mari, diese Wünsche imaginär umzusetzen. Das brachte also die Erwachsene auf den Plan, die automatisch Beschützerinstinkte hatte für die kleine Marie. Ich ließ einen Drachen durch’s Fenster kommen, welches die kleine Marie auf seinen Rücken packte und davon flog. Dann half die Thera mir und der Kleinen gemeinsam, einen sicheren Ort zu finden, den wir auch imaginär gestalteten.

Also, als Erwachsene ging ich in die Sitzung, wechselte in das Kind, dann waren wir beide da, und am Ende war ich wieder die Erwachsene, die aus der Sitzung ging. Zwar völlig lädiert, kaputt, traurig, wütend, aber nicht mehr hilflos.

Nach einer solchen Sitzung kommen dann meist geballt die alten körperlichen Schmerzen, oft tagelang. Da heißt es dann: Innere Kindarbeit- trösten, Wärmflasche, Beruhigungsbäder, Schmerzmittel. Also alles tun, was man als Mutter mit einem Kind tun würde.

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Es gab Sitzungen, wo keine neuen Erinnerungen dazu kamen, aber auch Sitzungen, wo neue Blitzbilder auftraten. EMDR ist eigentlich nicht für DIS so wirklich geeignet. Wenn, dann nur stationär, bei der eine intensive Nachbetreung möglich ist. Ich hatte schon Situationen, wo die wirkliche Erinnerung erst Tage später einsetzte. Ohne stationäre Hilfe wäre ich sicher von irgend einem Dach gesprungen. Denn: Das Erinnern bewirkt eine totale Regression in diese Altersstufe, in der ich nicht fähig zur Regulation und Selbsthilfe bin.

So rate ich jedem mit DIS ab, ambulant die EMDR- Technik anwenden zu lassen!!!!!

Gut dagegen ambulant wäre sie als Stabilisierungstechnik, das habe ich auch schon mehrmals gemacht, und das ist super. Aber niemals aufdeckend damit arbeiten. Glaubt mir, das geht nicht gut.

Starre

3. Juli 2015

3. Juli 2015

Wo mich monatelang eine innere Unruhe trieb, die neue Wohnung fertig zu bekommen, alles im Inneren Hochkommende zu verdrängen, mich nur mit dem Außen zu beschäftigen, erklimmt heute in mir an jedem einzelnen Knochen ein Rumoren empor, nagt bis ins Mark, scheint sich zu einem inneren Explosionsherd zu entwickeln.
Es gab tausend Momente, bei denen ich da saß und dachte: „Und nun?“ Es gibt nichts Schlimmeres, als diesen Gedanken. Was fange ich nun mit mir an? Was soll ich tun? Saß einfach so da mit der Erkenntnis: Ob ich hier nun rumsitze oder nicht, es ist für die Welt da draußen uninteressant. da könnte ich doch gleich wieder ins Bett gehen. Buh, mir fehlt mein Beruf so sehr, meine Aufgabe.
Oja, höre jetzt schon Stimmen von Außenmenschen: Dann tu doch endlich was. Geh in einen Verein, engagiere dich ehrenamtlich usw.! Weiß ich doch alles. Aber dieses Dasitzen ist verbunden mit einer eisigen Umklammerung, mit einer Lähmung des Körpers, des Geistes. Irgend etwas in mir will verhindern, dass mein Geist anspringt, dass sich ein Leben lebt in mir. Und je mehr ich mir dessen bewusst werde, um so klarer werden die Hintergründe.
Teile in mir wissen um die Anwesenheit der Eltern in dieser Stadt, blockieren vieles an Aktivitäten, um eine Begegnung auszuschließen. Mir selbst ist das völlig Wurst. Eine andere Hemmschwelle für den Lebensmut ist die Tatsache, dass ich hier in der Stadt noch keine psychologische Begleitung gefunden habe. Da nagt die Angst, bei Zulassung intensiven Lebens in mir, hoch kommende Flashs nicht abfangen zu können. Ich verweigere das Leben, aus Angst vor dem Leben. Wenn das nicht völlig absurd ist. 12 Jahre lang hatte ich auf die eine oder andere Weise stets eine Begleitung, eine Begleitung durch Personen von außen, wo ich in größter Not vorsprechen konnte. Habe ich dadurch mein selbstständiges Leben verlernt? Bin ich feige geworden?
Radikale Akzeptanz! Ist klar! Depression ist so und so, bla, bla, akzeptiere dich damit, bla, bla. Ich kann doch nicht mein Restleben lang alles auf Diagnosen abschieben! Ich muss doch endlich mal zu Potte kommen! Ich hasse diese Starre in mir, auch wenn ich deren Ursache kenne. Wissen um die Dinge bringt mich aber auch nicht weiter.
Meine Freunde hier? Klar habe ich diese Kontakte. Aber Freunden erzähle ich eben nicht, was mit mir los ist. Ich nutze jede Kontaktmöglichkeit, die mir angeboten wird, (Oje, ich selbst suche den Kontakt noch immer nicht von mir selbst aus. Warte stets ab. Fühle mich noch immer zu viel.) mache alles mit, aber um Hilfe bitten, oder mich bei ihnen auskotzen, das tat ich nie, und werde ich nie tun.
Oft steigt in mir ein Vergleich hoch, der mich nervt: Da sitzt ein Kind rum, das auf einen Stups wartet, damit es loslaufen kann, oder darf. Als ob ich von außen eine Erlaubnis bräuchte.
Während des Schreibens wird mir klar, dass es sich tatsächlich um Zustände innerer Anteile handeln wird, was auch die innere Unruhe erklärt, die mich beim „So-dasitzen“ befällt. Ich finde keinen Nenner der vielen inneren Wünsche, viel zu unterschiedlich die Vorstellungen vom Tun, zu große Interessenunterschiede aufgrund der so extrem unterschiedlichen Altersstufen. Dieses Chaos lähmt mich.
Oje, und prompt verstehe ich, dass ich noch immer nicht die Arbeit nach Innen beherrsche, noch immer keine Innenkonferenzen abhalte, noch immer nicht auf die Bedürfnisse der Einzelnen eingehe. Und da genau lande ich beim Ausgangspunkt:: Angst vor dem aktiven Leben. Seit 8 Monaten bin ich jetzt in dieser Stadt, und seitdem blockiere ich alles von Innen Kommende, aus Angst, überrollt zu werden. Und dies sind dann auch die Monate, in denen ich nicht schreiben kann, nicht im Tagebuch, nicht im Blog. Denn Schreiben bedeutet nachdenken, dem Inneren nach zu spüren. Und das jagt mir Angst ein, wenn ich keine Therapeutin zur Not habe.
Angst macht starr. Starre nimmt mir das Leben.

Säugling Sofie ; Teil 2

17. April 2015

Sofie – mein jüngstes Innenkind, 2 Monate alt (Vorsicht-Triggergefahr!)

Geschrieben am 12.4.13

Im Jahr 2006, während des Klinikaufenthalts in Hessen, zeigte sich mir, was ich Jahrzehnte lang als so unsagbar tiefen, inneren Schmerz gefühlt habe, was ich immer als in einer dunklen Ecke verstecktes Schreien in mir wahrgenommen habe. Sofie.

Zu diesem Moment waren alle von uns in einer Aufruhr, jeder stülpte mir seinen eigenen Schmerz über, alle brüllten durcheinander, ich konnte nichts mehr händeln. In diesem Wirrwarr tönte aber plötzlich ein unüberhörbares Stimmchen durch alles hindurch, es schnitt durch Mark und Bein.

Die Erklärung, warum mir meine eigenen inneren Kinderanteile dieses Stimmchen in den Arm legten und damit ihm in seinem Schmerz den Vorrang gaben, glaube ich in der Stärke der Innenpersonen zu finden. Wenn es dissoziierte Anteile sind, dann sind sie aus einem enormen Überlebenswillen heraus entstanden, besitzen Kraft und erhalten mich als Gesamtsystem am Leben. Darin sehe ich auch eine gewisse Art von Verantwortung, die die inneren Anteile übernommen haben, jeder auf seine Art.

Aus heutiger Sicht weiß ich ebenso, dass meine Anteile verschiedene Aufgaben haben, weil sie verschiedene Stärken besitzen.

In dem Augenblick, wo sie mir den Säugling Sofie in den Arm legten, waren sie selbst überfordert und übergaben der Erwachsenen die Aufgabe, sich darum zu kümmern.

Ich finde bis heute keine Erklärung dafür, warum ein Innenkind mir seine Geschichte zeigte, obwohl ich zu dieser Zeit in einem völligen Ausnahmezustand war. So schlecht ging es mir noch nie. Wo ich doch heute mittlerweile weiß, dass mir immer nur dann wahre Erinnerungen verraten werden, wenn ich es verkraften würde.

Damals hatte ich nun das Baby tagelang im Arm, (fühlte es wirklich in Kilogramm, teilweise taten mir Arme und Rücken weh aufgrund der „erstarrten“ Umklammerung, damit es nicht fällt) verschob aber die innere Achtsamkeit auf später. Bis zu der Mittagsruhe, an dem es sich bis zu meinem Hals empor arbeitete und mir seine Geschichte in zwei überdeutlichen Bildern anvertraute. Meinen Schock darüber hatte ich in Tagebuchaufzeichnungen angedeutet.

Ich kann niemanden klar machen, wie es in mir ausgesehen hat, denn wie soll man etwas in Worte fassen, was so unvorstellbar als Tat ist, dass man es sich einfach als normaler Mensch nicht vorstellen kann und will. Und dazu das Wissen um die Anatomie eines Säuglingskörpers … Nein, sagte ich! Nein, leugnete ich! Es war für mich erträglicher, indem ich mir selbst neurotische Anwandlungen unter schob, und mir zusätzlich einredete, dass man sich niemals so weit zurück erinnern könnte.

Und obwohl ich in den Folgejahren immer wieder auf Veröffentlichungen stieß, die so eine Tat als möglich, als nachgewiesen, als nicht so selten … oh mein Gott … anprangerten, konnte ich es nicht in meinem Hirn als mögliche Wahrheit verankern.

Heute ist der 12.4.13, vorige Woche habe ich aus der Zeitung einen Kurzartikel ausgeschnitten, ihn an meine Pinnwand geheftet. Warum?

Weil es das erste Mal war, dass ich auf die Tatsache stieß, dass ein Täter so eine Tat zugibt.

Zitat: „ … 60-jähriger Ingenieur aus Freital … Gefängnisstrafe von 6 Jahren… verurteilt… Der langjährige Mitarbeiter der Bauaufsicht im Pirnaer Landratsamt hatte eingeräumt, über Jahre seine Tochter als BABY und Kleinkind missbraucht zu haben.“

So, da stehste nun, bist platt, willst das alles nicht haben.
Musst aber nun glauben, dass es so etwas wirklich gibt auf Erden.

Fakt ist aber, dass ich dieses Bild (Erinnerung) in mir seit fast 7 Jahren mit mir rum schleppe, es mit Niemanden bisher besprechen konnte und wollte. Wollte – ist gut gesagt, ha.

Es geht nicht. Da ist eine Sprachlosigkeit, da kommt nichts aus meinem Mund, rein gar nichts.

Da ist in mir nur der altbekannte Wunsch festgehalten, beschützt zu werden, mein Gesicht in eine Halsbeuge zu pressen, einen Pulsschlag zu spüren, Hände schützend um mich herum gelegt zu fühlen.

Und einfach nur ein „Da ist jemand!“ zu erfahren.

Oh Mann, ich weiß, es klingt alles sehr irre. Aber vielleicht bin ich das ja auf gewisse Weise. Aber ich kann ja nur das erzählen, was aus mir selbst raus kommt.

Wann der Name Sofie kam, das weiß ich nicht mehr, er war irgendwann einfach da.

In den Jahren nach 2006 war sie anwesend, einfach nur anwesend, meist in einer Ecke. Ich sah was sie sah. Mehr nicht. Wenn unser Haufen (Annegret, Marie, noch 4 Kinder, Große, Managerin, 2 Jungen, Rebell, Schlitzauge…) unterwegs war, wurde sie einfach getragen. (Haufen, das ist von mir liebevoll gemeint.) Egal was mit uns, in mir abging, Sofie war still, starr, emotionslos. Ich fühlte sie nur als Teil, still, zerbrochen, einfach nur da.

Bis zu einem bestimmten Tag, an dem wir unserem Engelchen begegnet sind.

Ein Augenpaar sah in uns hinein, so warmherzig und gut, bis hin zu Sofie. Und so eigenartig das jetzt auch klingen mag, ich weiß heute, dass Sofie so lange in mir gewartet hat, bis sie die absolute Sicherheit für sich gesehen hat.

In diesem Moment begann sie zu leben, in mir aktiv zu werden, sich zu zeigen, kippte alles an Fühlen über mir aus. Und in ihrem Durst nach Schutz drängelte sie sich unablässig vor. Puh, es war schon eine eigenartige Erfahrung für mich.

Nicht weil ich sie endlich als aktiven Anteil spürte, sondern weil etwas in mir neu war.

Neu?

Die Kleinen wurden zum Sprachrohr. Ja, so könnte ich es ausdrücken. Sofie hat keine Sprache. Sofie kann gar nichts, nicht malen, nicht schreiben, nichts. (Deshalb liegt wohl seitdem alles an Hobbys brach.) Sofie hat nur ein Fühlen als Ausdrucksform.

Und scheinbar hat sie als jüngster Anteil in mir auch das intensivste Fühlen, das, was nach echter Wahrhaftigkeit sucht. Wie soll ich das alles nur erklären?

Sofie hat die Kleinen (die ja älter als sie selbst sind) zur Kontaktaufnahme vorgeschickt. Diese waren logischer Weise erst einmal irritiert, misstrauisch. Wir waren es nämlich nicht gewöhnt, uns anderen Menschen zu zeigen. Und wir waren gewöhnt, dass irgendwo der Haken am Ganzen versteckt sein müsste: Bedingungen! Zuwendung ohne Bedingungen waren absolut unbekannt für uns. Aber da waren plötzlich keine, egal was wir anstellten.

Und als wäre Sofie die Schlüsselfigur in unserem System, konnten sich einige von uns nach und nach öffnen. Schon wenn wir nur in der Nähe des „Augenpaars“ , unsrem Engelchen waren, ging ein Gedränge und Geschuppse in mir los …heute lächle ich bei der Erinnerung … damals war es ein chaotischer Zustand für mich. Chaos pur. Jeder der Kleinen wollte mit dem Engelchen ZEIT haben. Jeder Einzelne für sich nahm das Angenommen sein wahr, wollte es auskosten, wollte gemocht werden, wollte draußen leben.

In diesen Wochen neuer Lebenserfahrungen wurde Sofie wieder stiller. Kann nicht sagen, woran es lag. Vielleicht war sie einfach nicht fähig, so klein und unerfahren, ihre Bedürfnisse aufzuzeigen. Ich weiß es wirklich nicht.

Bis ich das absolut größte Schlüsselerlebnis meines Lebens hatte.

Sie rutschte an meinem Körper herunter, verließ mich, und kroch an ihrer Wunschmami, unserem Engelchen hinauf, bis an deren Halsbeuge, legte sich kuschelnd hinein. Ich war baff. Ich war im ersten Moment so was von verblüfft, keine Worte dafür.

Und dann fühlte ich, was Sofie fühlte: Hier bin ich beschützt, hier fühle ich Liebe, hier möchte ich bleiben. Bitte Mari, lass mich bleiben, bitte!

Ich werde sicherlich noch Jahre brauchen, um auch das zu verstehen.

Aber das macht nichts, weil ich einfach spüre, dass es richtig so ist.

Sofie trägt so viel Leid in sich, Leid, das ich selbst bisher nicht auffangen konnte. Leid, das Sofie sicherlich auch nie ausdrücken können wird. Es ist da, ohne Sprache. Vielleicht konnte ich ihr deshalb nicht helfen, keine Ahnung.

Was ich aber kann: Ich kann ihr lassen, was sie braucht, die Mutter.

Und die werde ich wahrlich niemals sein können, weil ich sie eben Faktum nicht bin.

Ich bin Viele.

Ich bin zerstückelt in Einzelteile.

Aber jeder Einzelne von uns ist eben auch ICH. Ich, das sind wir, kleine Kinder, Jugendliche und sicherlich irgendwo versteckt auch erwachsene Anteile. Was wir auf keinen Fall sind: unsere eigene Mutter! Wir sind nur „Produkte“ dieser Geburts-Mutter, die nie die innere Verbindung zu uns gefunden hat.

Ich weiß, dass eine von uns eine Mutter ist, die Mutter meiner eigenen Tochter! Aber dieser Anteil gehört zu ihr, meiner Tochter.  Er kann sich nicht selbst Mutter sein.

Nun hatte sich Sofie also ihren Platz gesucht, wollte dort bleiben.

Wir anderen dagegen mussten aufgrund der äußeren Bedingungen, die das wahre Leben nun mal so mit bringt, diesen Ort der Vertrautheit verlassen. Was das für ein Gezeter auslöste, Verlassensängste der Kleinen, die tief empfundene Bindung einer Großen, Weinen, Schreien, Klammern … nur Betroffene können sich ausmalen, was ich meine.
Ich schleppte und zerrte regelrecht meinen Körper vom Ort des Geschehens weg.
Es hat Wochen und Monate gedauert, bis in uns wieder eine gewisse Ruhe einkehren konnte.

Noch ein paar Worte an Sofie:

Liebste Kleine,

du bist ein ICH, wirst es auch immer bleiben, ich habe dich lieb, unumstößlich!!

Aber wenn die einzige Hilfe, die ich dir sein kann, die ist, dich bei deiner Wahl zu lassen, dann soll es so sein. Du darfst bleiben an dem Ort, nach dem du dich 51 Jahre lang gesehnt hast. Alle von uns wissen, dass dieser Ort für dich ein sicherer ist. Mit dieser Gewissheit darfst du dich lösen, auf deine Art. Geh, und bleib wo du SEIN darfst!

Wir werden dich immer lieben.

Aus dem Tagebuch: Chaos im Inneren

17. April 2015

Nicht nur in den Tagen ist das Stimmungsbarometer ein wirres Auf und Ab, auch in den Stunden. Heute war so viel auf einmal in mir. Morgen kommt eine Studienfreundin als Übernachtungsgast. Da hieß es gestern den Einkauf erledigen. Und Ballett – Eintrittskarten sind besorgt, freu, freu.
Heute wollte ich meine sehr gedrückte Parallelstimmung durch Aufräumen und Bügeln weg drücken. Denn noch immer sind da Vorbehalte gegen die neue Thera, obwohl diese sofort nach meinem Besuch mit meiner alten Thera (sie hat’s mir gleich gemailt) telefoniert hat. Was ja ein Zeichen von Kompetenz und Gutem Willen ist. Aber irgendwie scheut sich alles in uns vor einem Neuanfang.
Ist ätzend, mir hängt noch so sehr die anstrengende Klinikzeit nach. Lieber täte ich diese in Angriff nehmen. Denn, obwohl ich die Sache mit dem leiblichen Vater äußerlich abgehakt habe, arbeitet im Inneren ein diffuses Gemisch von Hilflosigkeit, Enttäuschung, Fragen von ganz jungen Anteilen (die oft heimlich vom Vater abgeholt wurden ohne Wissen der Mutter) und ihr Gebrüll zu diesem Thema. An der Stelle (Sofie-Säugling) werde ich nie eine wirkliche Antwort finden, da kann niemals eine reale Erinnerung zu dem grauenhaften “Blitz-Bild” kommen, niemals. Ich war viel zu klein, das ist mir schon klar. Und obwohl ich dieses Bild im Tresor habe, rütteln etliche Anteile an dessen Tür, als wollten sie mir etwas sagen. Nun, ich bin nicht dumm. Mir ist sehr wohl klar, dass, wenn er es eben mal bei mir mit 16 versucht, es nicht aus heiterem Himmel kommt, dieses Verlangen. Und trotzdem bin ich als Große voll im Abstreiten. Möchte mich als dumm und krank hinstellen (uj, Introjekt lässt grüßen), als jemand mit krankhafter Fantasie. Wäre echt gut, wenn dies klappen würde. Tut es aber nicht, weil schon beim Denken dieser Abwertungen totale innere Unruhe entsteht, Schmerzen am ganzen Körper auftreten, der Kopf voll ist mit Weinen, und eine Schar von Kindern gegen mich in den Kampf ziehen will, weil ich sie nicht ernsthaft wahrnehme, alles leugne. Trara ….., ich mache genau das mit meinen Innenkindern, was die Eltern damals taten:”Halt die Fresse!”
Ein unlösbares Dilemma, wenn innere Chaoskämpfe stattfinden, ich aber die Wogen nicht glätten kann ohne wirkliche Erinnerungen. Klar,meine Hausaufgabe ist, dem INNEN zu vertrauen, genau hin zu hören, und ihnen zu glauben. Das weiß ich.
Aber stellt euch vor, ihr solltet plötzlich glauben, dass Milchtüten auf dem Acker wachsen. Würdet ihr? Sicher nicht!
So geht’s mir Großen zu dem Thema “schon als Säugling…”
Hej, das will man nicht wissen, und Teufel nochmal nicht haben! Punkt.
Oh Schitt, weg von dem Thema, hin zu einem wohltuenden, existenziellen: Unser Engelchen hat uns auf unsere Mail geantwortet, juchuuuuuuuuuuuuuuu!
Und plumps, tanzen die Kleinen wieder vor Freude: ihre Mami!!!!
Da werden von mir in nächster Zeit wieder Imaginationsübungen erwartet, besonders die : Dein ganz persönlicher Engel.
Da laufen uns jedesmal die Tränen vor Freude, weil wir echt das Gefühl haben, sie wäre bei uns. Mann, was haben wir sie lieb!
Sie war so absolut kurz an unserem Leben dran, aber sie ist bis heute der einzige Mensch, der es bis ganz nach Innen geschafft hat, einfach so, nur weil sie ist, wie sie ist!
Ein Engel eben!

 

Nachtrag: Dumm gelaufen…der zweite Therapeutenbesuch brachte mir nur die Absage! Sie würde aufdeckend arbeiten, nicht stabilisierend. Tja, das war ’s dann. Sellavie

Video: Versuch der Erklärung einer Dissoziativen Identitätsstörung

17. April 2015

https://m.youtube.com/watch?v=NpdJ3DHa1c4

Nicht schuldig

15. März 2015

Es ist wie ein Schlag ins Gesicht, wenn du begreifst:
Auch in der Ehe habe ich dissoziiert.
Ein Mann, der dir alles vorschreibt, wirklich alles, vor dessen Jähzorn du Angst hast, und dessen Sexsucht du nicht aushältst.
Was nur ein Therapiegespräch sein sollte, endete in einem Mix aus Wechseln der PS, verarbeitende EMDR-Technik, und am Ende in mir die grausame Erkenntnis:
Meine inneren Kinder haben die schmerzlichsten Momente übernommen, Kinder.
Zwei ganze Tage nach dieser Therapiesitzung fühlte ich so ein Entsetzen in mir, kaum auszuhalten. Schuld – das Haupt-Gefühl!!!! So als hätte ich selbst meine inneren Kinder zu ihrem Täter gebracht und sie diesem ausgeliefert. So einen gewaltigen Gefühlskrieg hatte ich lange nicht in mir.
„Versöhnung mit dem inneren Kind“ – ein Therapieweg – undenkbar mit diesem Schuldgefühl.
Und es war nur ein Gespräch über die ersten drei Jahre der Beziehung.
Die Steigerung aller Probleme mit diesem Mann, den ich erst nach 11 Jahren aus meinem Leben schmiss, die sind noch nicht auf dem Tisch.

Der Weg, den wir jetzt gegangen sind, war eine „Gerichtsverhandlung“. Mit Mühe nur hat dann jeder Einzelne von uns verstanden, dass nicht ICH schuldig bin, sondern der Mann. Die Wie’s und Warum’s, die genaue Erkenntnisroute will ich nicht hier beschreiben. Noch einmal hinsehen wäre zu kräftezehrend.

Dann….oft Gedanken an meine Tochter…sie hat mich geerdet. Was sie betraf, war purer Mutterinstinkt, der mich funktional machte, stark und beschützend, liebevoll. Gott sei Dank.

Nachwehen der EMDR-Sitzung (16 Jährige)

27. Februar 2015

Es gibt immernoch eine Steigerung im Weh tun, immer wieder neu. Und da dachte ich, ich hätte alles schon erlebt, und schlimmer könnte es nicht werden. Oh, da habe ich mich so sehr geirrt. Jetzt muss ich die Erfahrung machen, dass scheinbar jeder Innenanteil subjektiv fühlt, Anlässe nicht vergleichbar sind.
So eine enorme Wucht an Sehnsucht nach Halt, kaum zu ertragen. Du fällst und fällst, deine Seele schreit nach einem Arm, der dich hält, dich wiegt, dir allen Schmerz nimmt. Es überfällt mich seit Tagen immer wieder. Und ganz in einem Eckchen in mir begreife ich, dass ich als Kind diesen Schmerz abspalten musste, um weiter zu leben. Aber in mir bohrte es weiter, als lebenslange tiefe Depression. Und wenn ich erwachsen auf die Summe der Ereignisse sehe, verstehe ich erst mein “ Werden“, mein heutiges Sein.
Und ich bete, dass ich die Kraft behalte, mir den Schmerz anzusehen, was ja neu erleben bedeutet.
Oh Mann, was kann ein kleiner Mensch nur ertragen?
So viel und oft hab ich Große lange nicht geweint.

Sommer 1978 – die 16 Jährige erzählt

24. Februar 2015

Die Kleine hinter der Tür ( juchu, hab ein Schwesterchen ) freut sich über den ersten Besuch ihrer Schwestern. In mir wächst die maßlose Freude auf ein Willkommen sein, endlich wohin zu gehören,zu einer Familie, die dich mag. Nach 14 Jahren lerne ich nun meinen leiblichen Vater kennen.
Erst für nur ein paar Stunden, in den Sommerferien fahre ich dann heimlich zu ihm.
Glück pur für mich in seiner Familie, …bis zu jener Nacht.
Die Frau war nicht da, der Vater, meine kleine süße Halbschwester und ich hatten einen Heidenspaß zum Einschlafen. Witze erzählen, Kissenschlacht. Aber irgendwann, als die Kleine schlief, brach mir die erste und kleinste und kurze Hoffnung in meinem Herzen weg. Er begann etwas zu tun, das mich erstarren ließ. Ich ließ ihn nicht zum Zuge kommen, rannte hinaus, und wartete die ganze Nacht draußen im Garten auf seine Frau. Kein Wort verlor ich darüber.
Wie sah es in mir aus?
„Oh, nicht der auch noch!“
„Warum tut er das?“
Alle Erwachsenen sind schlecht.
Ich bin schlecht. Nur dafür will man mich. Einfach nur gern haben kann man mich nicht. Ich werde niemals zu einer Familie gehören.
Vertrau nie wieder, denn schon der erste Versuch meines Lebens ging schief. Möchte sterben.

PS von der Erwachsenen:
Heute in der TT – Sitzung konnte ich endlich fühlen, was damals gefühlt wurde von der 16 Jährigen. Hatte es in den Jahrzehnten stets als lapidar angesehen, weil es ja überhaupt nicht bis zum Akt kam. Aber was da in mir zebrochen war, hatte ich nie wahrgenommen, und mit welchen Emotionen dies verbunden war, und heute noch ist.
Ich fühle ihr Fühlen : Es wird mich niemals jemand bedingungslos lieb haben, niemals gibt es ein Ankommen, ein Zuhause für mich, niemals. Das Mädchen von damals kam dann in ein Internat, und sprach 6 Monate mit keinem Erwachsenen auch nur ein Wort. Es war ein halbes Jahr stumm, selbst im Unterricht gab es keine Reaktion von ihr.

Fehlende Konzentration und Panik in Stresssituationen

18. August 2014

In den Zeiten, in denen von mir nur abverlangt wurde, den Alltag irgendwie hinzubekommen, dabei nur meinen Interessen zu frönen, nur wenige Termine wahrnehmen zu müssen, in diesen Zeiten glaubte ich oft, grundlos in Rente geschickt worden zu sein. Dabei vergaß ich aber, dass ich Kontakte in die menschliche Welt da draußen tunlichst vermied, und mir alles an Angst einflößenden Dingen vom Leibe hielt.

Seit den Wochen aber, in denen ich nun schon mit dem Umzug beschäftigt bin, holen mich die Defizite ein, und lösen wieder riesiges Entsetzen in mir aus. Entsetzen darüber, dass ich nicht mehr wie früher, mehreren Dingen gleichzeitig Aufmerksamkeit schenken kann, dass schon nach wenigen Organisationstätigkeiten in mir starke Unruhe auftritt,  dass ich schnell erschöpft bin, und Switches mich wie blöd da stehen lassen – ich nicht mehr weiter weiß, weil das Gehirn/ Denken wie ausgeschaltet scheint. Ich verliere mich auch oft in Kleinigkeiten, fange mehrere Dinge gleichzeitig an, wo aber letztendlich alles liegen bleibt, weil sich im Kopf einfach kein Plan finden will. Zeitdruck versetzt mich dermaßen in Panik, dass ich am liebsten heulen möchte. Dieser Drang von früher, alles perfekt hinzubekommen, stellt mir nun ein Bein. Er setzt mich unter Druck, volle Pulle. Und Druck ist es, was mir die letzten Jahre die größten Probleme gemacht hat. Da entstehen in mir Stress, Unruhe, Gegenwehr, an Schlaf ist kaum zu denken. Mein einziges Rezept, den zu organisierenden Dingen Herr zu werden, ist das Notieren. Ohne sichtbare Notizen bin ich aufgeschmissen. Eine Planung im Kopf zu haben, ist nicht mehr möglich. Auch die Vergesslichkeit steigert sich im Stress. Mich auf etwas konzentrieren, wie lesen oder ähnliches, geht nicht mehr. Bemerke an mir, dass ich alle Dinge im “Außen” machen muss, weil da kein Platz im Kopf für ist. Das nenne ich mal verrückt. Trotzdem, ich habe immerhin für mich einen Weg gefunden, alles Wichtige erledigen zu können. Klar liegen meine Nerven völlig blank, aber ich klammere mich an die Tatsache, dass es zu einem bestimmten Zeitpunkt ja geschafft sein wird. Heute sind 98% meiner Habseligkeiten verpackt. Damit sind die Kleinen von uns sehr unzufrieden. Ihre Sachen sind weg, sie haben somit keine Möglichkeit mehr, sich mal zur Entspannung auszuleben, und sei es nur mit einem einzigen Matchboxauto. So gehen auch Unzufriedenheit und Unruhe von ihnen aus. Das kommt für mich noch obendrauf auf das Gesamtpaket “Stress”.

Am liebsten einrollen, unter einer Decke verstecken, und die Welt Welt sein lassen.  (15.8.14)

Neue Wege gehen

19. Juni 2014

Es ist viele Wochen her, in denen ich über mein Innenleben geschrieben habe.
Irgend etwas ist in mir passiert. Kann nicht sagen, welcher Grund der ausschlaggebene war. So nenne ich alle drei wichtigsten Gründe, die sicherlich in ihrer Summe zu meinem derzeitigen guten Zustand führten.

Die Traumatherapie in Göttingen – ihr erinnert euch sicher, dass sie lange nachgewirkt hatte, mich völlig aus der gewohnten „Leugnungs“ bahn geworfen hat. Wochen nach der Rückkehr ging es mir sagenhaft schlecht. Was war danach passiert?
Ich denke, mein Gehirn hat endlich ins Bewusstsein verankert, dass die „Bilder“, die ich immer sah, die mich stets weg flashten, dass sie der Wahrheit entsprechen und damit meiner erlebten Vergangenheit. Dieses neu Durchleben hat in mir ausgelöst, dass ich es als Vergangenheit akzeptiere. Und damit hat mein Gehirn es wohl folgerichtig in die Vergangenheit gepackt. Richtig abgespeichert, so, dass ich keine Flashs mehr hatte, keine Panikatacken mehr erlebte seitdem.
Parallel dazu konnte ich mein Verliebtsein ablegen, was stets leiden bedeutet hatte, weil eben unerfüllt. Wurde auch mal Zeit nach 16/17 Monaten. Zurück geblieben ist nur tiefe Dankbarkeit für diesen Menschen, der mir unbewusst den Weg nach Innen geöffnet hatte. Diesen Engel werde ich stets in meinem Herzen tragen.
Der Entschluss, aus dieser Stadt weg zu ziehen, hilft mir beim Pläne schmieden. Und dies bedeutet Zukunft zu haben irgendwie. Ich werde einen Neuanfang wagen.
Erwähnen sollte ich wohl auch, dass ich mit meinem Psychiater die Dosis von Cymbalta erhöht habe, und nun zusätzlich zur Nacht ein mir völlig neues Antidepressiva einnehme. Es verursacht zwar noch mehr Fressatacken als sowieso schon waren….aber egal. Wenn ich davon ausgehe, dass ich den Rest meines Lebens sowieso allein bleibe, dann sollte es mir doch egal sein, wie fett ich werde, oder?        PS: Tuts nicht! Es nervt mich total.

Summasummarum bin ich momentan sehr gut drauf, habe Ziele, falle in keine Depries rein, unternehme etwas. Samstag zum Beispiel fahre ich übers Wochenende mit dem Zug zu einer Studienfreundin.
Anfang Juli werde ich wieder in eine Ballettaufführung gehen!

Wenn das alles zusammen nicht einfach wunderbar ist!

Nachtrag 2016:

So kann man sich irren. „in die Vergangenheit gepackt“ Scheiße is. Nun flashen Körper und Gefühle wie wild. Aufeinandergestapelt, durcheinander und nicht zu beherrschen! Kontrolle ist völlig flöten gegangen.

Ich werde irre: Sofie hört nicht auf zu warten

23. April 2014

23.4.14

Was die Spaltung in verschiedene Persönlichkeiten zur Zeit mit mir macht!

Sperrt mich ruhig ein für das, was ich jetzt erzähle. Habe sowieso das Gefühl, langsam komplett irre zu werden, denn nichts unterliegt meinem Einfluss, was da in mir hoch kommt.
Es ist nicht auszuhalten. So oder so hab ich nichts mehr in dieser normalen Welt zu suchen.
Nur einer ist da, eine Helferin, die mit mir versuchen will, diesen so frühen Anteil von mir in eine imaginäre Sicherheit zu bringen.
Ein einziger mir bekannter Mensch, der aufgrund seiner Studien sich sicher ist, dass im Kleinkindalter genauso verdrängt wird, in Ecken des Gehirns versteckt wird, so, wie es auch ähnlich Erwachsene können.
Dies lässt mich dann aber fragen: Wenn die Wissenschaftler von Dissoziationen im Frühkindalter sprechen, von der Fähigkeit des Gehirns im frühsten Entwicklungsstadium sich anders als normal zu entwickeln zum Zweck des Überlebens, Dissoziationen bis zur Persönlichkeitsspaltung zu trainieren, warum wird dann noch immer von einem großen Teil der Fachwelt bezweifelt, man könne sich nicht an Dinge vor dem 3. Lebensjahr erinnern? Wenn es doch scheinbar nur in den Winkeln des Gehirns versteckt wurde?

Dies ist der Grund, warum ich sage: Schmeißt mich doch einfach auf den Irrenhaufen.

Ich gehe in einem alten Körper durch diese Welt, bekomme Pickel, habe Hitzewallungen und Altersfalten, und dennoch fühle ich die seelischen und körperlichen Schmerzen der Kleinen ab der Geburt.

Schritte, Schritte … sie können die Schritte unterscheiden … wenn sie Schritte hören, geraten sie in Höchstspannung … halten die Luft an … hoffen, warten, hoffen, warten, hoffen, warten … gehen die Schritte vorbei, ohne dass sich die Tür öffnet, fallen sie in einen tiefen, schwarzen Strudel, lösen sich auf … wollen sterben. Die kleinen Körper wollen bersten vor Schmerz … Schmerz … Sehnsucht … Schmerz … es ist so kalt … kalt … kalt … sterben … sterben. Ein Lichtstrahl, nur ein kleiner Lichtstrahl … selten, aber da … jetzt das Warten auf Schritte … Schritte … Warum kommen keine Schritte? Es ist doch Licht da! Kalt … kalt … warten … warten … hoffen … hoffen … Schmerzen … warten … warten … sterben … sterben. Augen … Wo sind die Augen? … der sanfte Blick, der uns Leben gibt …Warten … warten … hoffen … warten … er ist weg … wir wollen sterben … sterben … nicht mehr kalt … nicht mehr kalt … lieber sterben. Warten, hoffen, sterben, warten, hoffen, sterben, warten, hoffen, sterben, warten, hoffen, sterben, warten, hoffen, sterben, warten, hoffen, sterben, warten, hoffen, sterben, warten, hoffen, sterben, warten, hoffen, sterben … Minuten, Stunden, Tage, Wochen, Monate!

Was ich hier schreibe?
Das, was ich bisher als mir völlig unbekanntes, diffuses Gefühl mit der daraus entstehenden Depression mein ganzes Leben lang mit mir rum trug, ohne Erklärungen dafür zu haben.

Seit Monaten aber habe ich all dies genau nicht nur mehr als Bild vor Augen, sondern auch genau in den Ohren, genau im Erleben, genau im Fühlen, genau in Worte fassbar. Und mit jedem Tag wird es schlimmer. Dieses unsagbar schlimme Fühlen.

Klar, leichter wird für mich, den Zusammenhang zu verstehen.
Leichter wird auch für mich, in alten Texten, Gedichten und in Zeichnungen das vor Jahren schon unbewusst nach Außen drängende Erlebte zu finden:
Schwarz, nur so ist`s gut – Warten – verschlossene Türen – Dunkel – Strudel – Schreie – gesichtslose Menschen – sterben wollen – Tod, Tod, Tod, Tod, Tod, Tod … wieder und wieder undefinierbar für mich damals beim Schreiben und Malen, weil nicht wissend woher. Leichter, weil ich endlich verstehe.

Heute?

Die Helferin müht sich, findet aber keinen Zugang zu den Kleinen. Alles Bemühen scheint umsonst. Sie ist lieb, ja, sie ist aber eben nicht unser Engelchen, das zu uns vordrang.

Der Alltag seit vielen Wochen ist der:
Schritte … egal wo ich bin … lösen das Warten aus, das Hoffen, das Zerreißen.
Ganz bestimmt einfallendes Licht – genau dieselben Folgen!
Warten müssen irgendwo, auf irgendetwas, … rumms entsteht daraus das Warten auf diesen einen, unseren Engel…rumms, ich rutsche in dieses Alter und fühle dieses schlimme Fühlen.
Schritte, Hoffen, Licht, Warten, Augen, Hoffen, Warten … Flash, Flash, Flash!

Okay, mir ist klar, dass der Weg sein muss, alles an Zusammenhängen zu erkennen, zu verstehen. So weit, so gut. Hab ich mittlerweile.

ICH. Ja, ich! Ich verstehe es! Aber nicht sie! Nicht die Kleinen. Sie sind noch dort. Sie sind zwar „wach“ geworden vor Monaten, zeigen mir seitdem genau das Erlebte von damals, aber sie sind noch dort, genau in diesem alten Geschehen von damals im Heim.
Sie weinen, schreien, weinen, warten auf ihr Engelchen, das sie aus ihrer Erstarrung geholt hat, das sie aber nicht wieder sehen werden, weil die „Kontaktzeit“ begrenzt war.
Und das ist das, was ich meine mit : IRRE!

Und wieder ist es mir völlig egal, was die Welt da draußen denkt über mich, aber ich bekomme die von mir scheinbar völlig getrennt existierenden Anteile nicht zur Ruhe. Und sie lassen mich nicht in Ruhe. Sie schütten all ihr Fühlen über mich aus, und ich stehe wie blöd da und kann nichts tun. So verzweifelt war ich lange nicht, es zerreißt mich.

Ich möchte einen Ausweg! Kenne aber keinen.

Pastellkreide, Kohle, Bleistift

15. April 2014

Pastellkreide – damit male ich am Liebsten!

 

                                 

 

 

                      Kreide Akt grün

 

gefangenes Licht                  Sonnenbaum

 

 

              Ohne Wort

 

 

 

Farben                         Gespalten, Kreide

 

 

 

Akt                                      Kreide Akt Tänzerin

 

 

 

Bettler                              Schwarz

 

 

 

                                

 

 

 

             

 

 

 

dunkler Engel                          Portrait Volkmar

 

 

 

Würfel im Netz                             Windungen

 

 

Glauchau                     Kochel am See

 

 

 

Perspektivwechsel

 

 

 

                  

Nach Innen schauen

26. Februar 2014

3. Intervall

Mittwoch, den 27.2.14

Ich habe einen wichtigen Entschluss für mich gefasst!
Möchte während meiner Therapiewochen hier auf Station meine Internettätigkeit fast völlig runter schrauben.
Habe in den ersten Tagen schon bemerkt, dass das Internet bedeutet, sich nicht mit mir selbst auseinander setzen zu wollen, mich abzulenken, nicht nach Innen zu sehen. Zuhause mag es eine notwendige Strategie sein, weil ich außer dem Therakontakt pro Woche keine weiteren pflege. Dort muss ich notgedrungen viel von mir weg schieben, weil ich Aufkommendes nicht allein abfangen kann. Hier aber habe ich das Auffangnetz und alles an Unterstützung! Wann also, wenn nicht jetzt, den Mut aufbringen, mich mit meinem Innenleben wirklich auseinander zu setzen?
Bitte wundert euch also nicht, wenn ich mich kaum noch melde bei euch. Ist in keinster Form persönlich zu nehmen.
Kurzinfo zum bisherigen Verlauf:
Zur vierten Anreise letzten Donnerstag bin ich das erste Mal als Erwachsene angereist. So konnte der Start also gut gelingen. Morgen ist meine erste Traumakonfrontation, in der es endlich um Marie gehen soll. Muss endlich sehen, wer durch diese Tür kommt. Nun den Rest des Geschehens „kenne“ ich ja schon von den Albträumen, den Körperreaktionen und ihrer Angst.
Zwar hat eine TT-Sitzung mit EMDR mir hier noch nie etwas Neues offenbart,aber ich hoffe, dass ich so weit bin diesmal.
Die andere Zeit möchte ich an den Täterintrojekten arbeiten, die mir das Leben so zur Hölle machen, die mir mein Leben im eigentlichen Sinne sogar stehlen. Also wird Muhex fällig, der Verleumder auch!
Ebenso möchte ich für mich allein hier die Zeit finden, unser inneres System neu zu struktuieren. Das Haus ist zu klein für alle geworden, es stoßen immer mehr dazu…uh, wie das klingt! Will bewusster nach innen hören, wahrnehmen, wie es da laufen soll. Endziel: Das noch immer auftretende Chaos mit Aufgabenteilungen schneller in den Griff zu bekommen.
So, heute steht nur noch immer wieder kehrende Imagination an, um Marie auf den morgigen Tag vorzubereiten, um sie ein Sicherheitsnetz zu spannen, das sie auch wahrhaftig fühlen kann. Nur so wird sie zuende reden, was so schlimm ist.
Ich sag mal Tschüss!
Und: Macht euch also keine Sorgen! Bin in guten Händen!

Tagebuch: Franzi und Jenny

5. Februar 2014

5.2.14
Gestern war der Gang zur Therapiestunde ein unbelasteter. Sagte gleich zu Beginn, dass ich nichts Aktuelles habe, sondern trainieren will.
Also war ihr (Thera) erster Schritt, ich solle zurück gehen an den erlebten, schönen Urlaubsort, um mit gutem Gefühl eine Ausgangsbasis zu schaffen.
So sehr ich mich auch bemühte, es kam etwas sehr Einsames mit traurigem Gefühl dazwischen, egal, wie oft ich wegschieben wollte. Die Thera sah mich genauer an, fragte, wer da zu uns kommen möchte. Ich wollte sauer auf sie werden, statt dessen traten mir Tränen in die Augen und ich verlor die Kontrolle über meine Coolness. „Möchtest du zu uns kommen? Willst du dich dort auf das Sofa setzen, mit dabei sein? Was möchtest du uns etwas sagen?“ fragte die Thera.
Rumms (=Switch), saß sie da, völlig verunsichert, klemmte ihre Arme verschämt unter die Beine, und glaubte nicht, dass die Frau da Interesse an ihr hatte. „Du kannst bei uns bleiben, kein Problem! Siehst du, hier passiert dir nichts. Hast du was auf dem Herzen?“ „Die lässt mich nicht lesen!“ „So, lesen willst du. Was möchtest du denn lesen? Sagst du mir, wie alt du bist?“ „12“ „Dann möchtest du sicher ein Kinderbuch lesen.“ „Ja, aber die liest immer anderen Kram.“ „Hat sie denn kein Buch für dich?“ Rumms, Mari: „Klar, wir haben `ne Menge davon. Aber momentan ein Kinderbuch lesen? Zu blöd, echt.“ Thera: „Wo liest denn du am liebsten?“ Rumms, „Im Bett, nachts.“ Thera: „Ja, das ist was Schönes!“ Rumms, Mari: „Im Winter ist es aber zu kalt im Schlafzimmer dafür! Die Arme draußen, und wir frieren uns `nen Ast ab!“ Thera: „Ich hab gehört, da gibt es…“ Mari: „Ich weiß. Wir haben uns früher einfach eine Strickjacke verkehrt rum über die Arme gezogen, damit es warm bleibt. Aber jetzt? Keine Ahnung. Ist einfach zu kalt!“ Thera: „Wie fühlst du dich mit dem, was Frau M. hier grad sagt?“ Rumms: „Das ist doof.“ Thera: „Wer bist du?“ „Franzi“ „Gut Franzi, dann sagen wir jetzt Frau M., sie soll dich ruhig mal ein Kinderbuch lesen lassen, ja?“ Freudig: „Oh ja!“
Lücken in der Erinnerung.
Spiegelneuronen! Ich sage der Thera, dass mir mal gesagt wurde, ich hätte Spiegelneuronen. Und dass dies für mich aussagt, dass in den ersten 5 Lebensmonaten im Heim jemand mich gemocht haben muss, dass jemand vom Pflegepersonal liebevoll mit mir war. Und ich äußerte, dass es wohl für die kleine Sofie schlimm gewesen sein muss, an den Wochenenden immer zu einer teilnahmslosen Frau (Geburtsfrau) zu müssen, die ihr fremd war.
Man kann auch ahnen, dass diese Tatsache nicht einfach für die Geburtsfrau gewesen sein muss, stets ein fremdelndes Baby zu erleben.
Lücken im Text.
Die Thera wollte mich aus irgendeinem Zustand ins Hier und Heute holen. Das Übliche folgte – welches Datum, im Raum verankern, Buchrücken lesen, Rechenaufgabe lösen.
Wir sahen an ihrem Gesicht, wie sie selbst schnell versuchte, die gestellte Aufgabe zu lösen. Rumms, quiekten wir los! Thera: „Hallo, wer bist du?“ „Ich find das lustig, wie sie sich anstrengen!“
Lücken im Text zu einer regen, spaßigen Unterhaltung einer 10 Jährigen mit der Thera. Sehe nur an meinen Notizen aus der Stunde, dass sie Jenny heißt, und es liebt, mit Menschen zu reden und mit ihnen Spaß zu haben. Jenny mag das logische Denken, das Rechnen, das Streiche spielen.
Im weiterem Gesprächsverlauf berichte ich, dass ich irgendwie als Schülerin zweigeteilt war. Außerhalb der Wohnung wollte ich leben, lachen, Spaß haben. Aber je näher ich der elterlichen Wohnung kam, um so mehr ging eine Wandlung in mir vor. Dies wurde nicht weiter beleuchtet, da es ja schon bekannt war.
Jedenfalls ging ich aus dem Gespräch – geschafft, zufrieden mit der Kommunikationsfähigkeit, verunsichert ob der noch so vielen Anteile in mir.
Sicher, ich habe verstanden, dass ich jeden willkommen heißen möchte. Dennoch steigt manchmal die Panik in mir auf, dass es immer mehr werden könnten. Mit dem heutigen Tag sind es schon 25 Anteile, die sich nach außen gezeigt haben, die auch eigenständig agiert haben. Das macht mich schon sehr unsicher. Und dann sehe ich auf mein „gebautes“ inneres Haus, und spüre, dass es nicht die Lösung für uns alle bleiben kann. So gebaut, kann es niemals das sich formierende System aufnehmen. Ich ahne und fühle, dass es wieder enorme Arbeit bedeutet, etwas Zufriedenstellendes für alle zu bauen. Etwas, wo jeder zu seinem Recht kommt.
Als ich heute einfach in einigen Zimmern aus einem einfachen Bett ein Doppelstockbett machen wollte, ging Gezeter in mir los. Keiner will das. Wogegen ich mich die letzten Monate ziemlich gesträubt habe aus Angst vor dem Abrutschen: Kontakt nach Innen aufzunehmen, dies wird wohl doch notwendig, damit ich wieder ruhiger werde.
Also, ich heiße Franzi und Jenny willkommen, und verspreche, ihnen einen schönen Platz an unserem sicheren Ort zu schaffen!

12.7.13

Franco ist 8 Jahre alt, ein kleiner Rotzlöffel, der Spaß am Leben hat, keck und äußerst verspielt ist.
Für mich sehr überraschend zeigte er sich vor 2 Tagen. Anfangs war ich sehr verunsichert, weil ich an Bewegung, Mimik, Gestik erst die 8jährige ausmachen wollte. Schnell aber stellte sich im Inneren Widerstand ein zu meiner Annahme, und wie ein Rumpelstielzchen pochte er stampfend auf seine Identität.
Nun denn, er ist willkommen, was soll ich dazu sagen? Es ist eben so!

Verschiedene Anteile

26. Januar 2014

Ich habe schon so einige Dokumentationen, Fachartikel und Forschungsberichte gesehen, gelesen, in denen dokumentiert wurde, dass unterschiedliche Anteile auch unterschiedlichen Blutdruck, unterschiedliche Hormonausschüttungen, unterschiedliche Blutwerte haben können, sowie auch unterschiedliche Gehirnareale reagierten, und so einiges mehr.
Meiner Meinung nach widerlegt dies die Behauptung, dass die Unterschiede nur aus dem unterschiedlichen Fühlen heraus wahrgenommen werden, aber nicht wirklich vorhanden sind. Es also nur eigene Wahrnehmungen sind.
Ich bin ein Mensch, der nur wissenschaftlich Nachgewiesenes glauben will. So lange dies nicht der Fall ist, bin ich selbst meist am Negieren.
Beim Auftauchen der Diagnose vor 11 Jahren, wurden mir zwar sofort “Eigenarten” an mir klar, dennoch glaubte ich, die Thera spinnt.
Die absolute Gegenwehr gegen ihre Ansicht setzte ein.
Leider sind im Laufe der Jahre, mit immer mehr Eigenerkenntnissen, meine Zweifel abhanden gekommen.
Zu den körperlichen Veränderungen, von einen auf den anderen Moment, im Falle eines Switches, möchte ich meinerseits als Beispiel, nur meine stark unterschiedlichen Sehstärken anbringen.
Auch wird immer wieder thematisiert, ob man den geswitchten Zustand überhaupt bewusst wahrnehmen kann. Mal ganz abgesehen von der Frage, was denn nun wirklich BEWUSST bedeutet.
Da ist ein Fakt, der mich von anderen Mitpatienten stark unterscheidet: Obwohl sich mein Körperempfinden abschalten kann, ich dann nichts mehr spüre, habe ich durch 29 Jahre Beschäftigung mit Motorik und Muskulatur (Sport) nie aufgehört, meinen Körper meist bewusst wahr zu nehmen. Wo andere beim Feldenkrais verzweifeln, weil sie nichts spüren können, kann ich aufs genaueste den Muskel lokalisieren, die Körperregion. So ist mir durch meine eigene Motorik anfangs oft im Nachhinein klar geworden, in welcher Altersstufe ich mich befand. Mittlerweile weiß ich es schon in den ersten Minuten. Was da nun Co-Bewusstsein ist oder nicht, ist mir völlig Wurst. Fakt ist, dass ich drauf sehe, aber nicht einschreiten kann.
Auch in den total verängstigten Kinderstates nehme ich die Unsinnigkeit im Heute wahr, kann aber nichts dagegen tun.
So habe ich nun mit meiner Therapeutin angefangen, das Switchen zu “üben”. Packt sie mir Spielzeug auf den Tisch, bin ich ratzefatz im Kind. Sie lässt mich diesen schönen, verspielten Moment genießen, zählt die Sekunden runter, und dann Peng, ein lautes Geräusch, eine auffallende Bewegung. Dann nutzt sie den Schreckmoment, mich wieder ins Heute zu führen, mich erwachsen zu machen mit Sehen, Riechen, Hören, Rechnen, Denken, Körperfühlen. Also mit allen Sinnen. Wo ich bis Dato nur das langsame Wegdriften schon an mir erkennen konnte, soll nun das Herauskommen aus dem kindlichen Zustand trainiert werden. Denn genau dieses Nicht-Heraus-Finden ist immer wieder mein Dilemma, besonders bei den Klinikaufenthalten mit den Traumakonfrontationen.
Was ich hier eigentlich sagen wollte:
Meine Anteile haben nicht nur unterschiedliche Fähigkeiten bezüglich ihres Fühlens oder ihrer Interessen, sondern sind auch physisch völlig verschieden in ihrem Entwicklungsstand. Das ist Fakt, lässt sich nicht leugnen. Ob in ihrer Motorik, oder auch ihrem Abstraktvermögen, in der Fähigkeit, logisch zu denken, oder ihrem Erfahrungsschatz, ihrem Wissen über die Welt. Selbst das Gehirn scheint bei diesem Wechsel seinen eigenen Entwicklungsstand zu haben.
Und noch eine Anmerkung!
“Ich bin Viele!” Nun, was soll der Spruch aussagen?
Viele getrennt voneinander? Viele nur nacheinander? Viele gleichzeitig? Viele voneinander unbekannt? Viele bekannt in einem Team?
Viele im Innen? Viele im Außen? Einzeln? Zusammen? Gegeneinander?
Ich denke, so komplex der Mensch ist, so komplex können auch die inneren Zustände sein.
Und ganz wichtig scheint mir auch die Tatsache, wie lange man sich schon mit sich selbst auseinander setzt. Die Schulung der Achtsamkeit, der inneren Wahrnehmung, denke ich, braucht Zeit und Übung.

Ich bin Ich, und Du bist Du

26. Januar 2014

Ich merke, dass es mir aufstößt, immer wieder von den Fragen zu lesen: Bist du multi? Bin ich multi?
Was bringt mir so eine Fragerei? Gar nichts, überhaupt nichts. Die Diagnosen sind mir so etwas von Scheiß egal, echt. Mich nervt das nur.
Ich bin ich, bin wir, sind uns, basta.
Wie jemand anderes darüber denkt…soll er. Ich muss mit meinem Innenleben klar kommen, nicht andere. Ich habe die Probleme an der Backe, ich muss meinen eigenen Kampf ausfechten, nicht jemand anders.
Ich lese sehr gern auf anderen Blogs, besonders mit dem Hintergrund, mir eventuell Tipps zum besseren Vorankommen daraus zu ziehen. (auch liebe ich das Lesen von sehr guten “Sprachen”- den Schreibstil) Und ich bemerke die vielen, enorm vielen unterschiedlichen Erlebensfacetten. Und ich lese sie mit Aufmerksamkeit und Respekt.
Obwohl ich auch in mir täterloyale Anteile kenne, käme ich aber nie auf die Idee, mir über das Empfinden anderer ein Urteil zu erlauben. Dies ist nun mal subjektiv. Ich möchte auch nicht durch mein Schreiben beurteilt werden. Ich möchte einfach nur sagen, was in mir abgeht.
Irgendetwas reagiert in mir mit Zorn, wenn ich lesen muss, was nicht sein KANN. In mir bricht ein uralter Wunsch nach Gerechtigkeit aus: “Warum lasst ihr mich nicht so, wie ich bin? Warum soll ich verkehrt sein?” Und es bricht der Urinstinkt nach Wehr aus mir heraus.
Ich liebe die Menschen, selbst wenn ich sie mir auf Abstand halte. Ich liebe das Verschiedensein an den Menschen.
Und ich habe sehr früh in meinem Leben gelernt, wert zu schätzen, was sie sind, jeden einzelnen für sich! Ich könnte mir nicht anmaßen, ein Urteil über sie öffentlich zu fällen, nur, weil ich eine andere Ansicht habe. Ich finde es sehr wichtig, den anderen mit seiner Meinung zu akzeptieren. Man kann miteinander reden. Aber das größte Dilemma wäre doch, den anderen von seiner eigenen Meinung überzeugen zu wollen. Was hätte man denn am Ende? Gleichheit, gepaart mit Gleichgültigkeit, nichts, was spannend am Miteinander wäre.
Aus diesem Grund wird es auf meinen Seiten stets nur um mich gehen, weil ich andere SEIN lassen kann, wie sie sind!

2016 Nachtrag:

Habe schon lange keine Kraft mehr irgendetwas auf anderen Blogs zu lesen. Es geht einfach zu viel in mir ab, da geht kein Blick nach rechts oder links, bin überfordert.

Tagebuch: Eine Hand fassen

23. Januar 2014

Ich saß Mittwoch beim Zahnarzt im Wartezimmer, mir gegenüber ein uraltes Paar, entspannende Musik drang aus den Lautsprecher. Was es nun war – das Hören oder das Sehen – keine Ahnung ….rumms, spulten sich alte und neue Bilder und Vorstellungen ab, fast parallel. Vom Vertraut sein der Beiden gegenüber, kam die Vorstellung, wie schön dies auch nach 25 Jahren Ehe sein müsste, und wie sehr dies bewahrt werden sollte…rumms, sah ich mich in verschiedenen Altersstufen in fremde, erleuchtete Fenster sehend, sehnsuchtsvoll mit dem Wunsch, einfach dazu zu gehören. Ja, zu wildfremden Menschen. Noch kleiner sehe ich mich unschlüssig auf der Straße stehen, ohne Mut, einfach eine fremde Hand zu fassen, und mit zu gehen. Bei fremden Menschen müsste es hundert Mal besser sein, als bei mir zuhause.
Ich sitze in dem Wartezimmer, mein Körper scheint bersten zu wollen an dem Wunsch: „Bitte nimm mich mit, ich will nicht mehr nach Hause.“ Jetzt beim Schreiben selbst kommt dieser Druck nach oben. Als stünde ich auf einem riesigen Platz, auf dem tausende Menschen kreuz und quer laufen, ich, ganz klein in der Mitte, von niemanden bemerkt. Und es brüllt so sehr in mir, aber meine Lippen bleiben zusammengepresst. Damals schon die Einsamkeit in einer Menschenmenge. Damals genötigt, stumm zu sein, keine Hilfe zu suchen, erstarrt zu verharren in dem, was sich meine Familie nannte. Und heute begreife ich den so enorm tiefen und verzweifelten Schmerz der kleinen „Marie“. Und mich erstaunt ihr Instinkt, dass es auch andere Familienkonstellationen geben muss, bessere. Und die enorme Sehnsucht, zu einer solchen gehören zu wollen, unsagbar.
Ich frage die Kleine, was sie sich denn davon erwartet. Die Antwort zitternd, fragend und dennoch klar (von vielen): „trösten, mal ein Lob, lieb gucken, keine Angst mehr, ankuscheln dürfen.“ Ich spüre, was ihr das Wichtigste wäre: sein dürfen unter stets liebevollen Blicken.
Wenn ich ihre Worte höre, dann steigt in mir eine Ahnung auf, wie sehr sie gelitten haben muss. Und ich kann es körperlich spüren.
Gleichzeitig frage ich mich, wie es möglich sein kann, dass diese einfachsten Dinge der Welt einem Kind verwehrt wurden? Ein liebevoller Blick! Aber das ist doch das Mindeste, was ein Kind täglich zum Leben bräuchte, oder? Wie kann man denn ohne gedeihen?
Rumms … man kann nicht ….man endet dann als 51 Jährige, die noch immer von der Sehnsucht überrollt wird, irgendwo dazu zu gehören … zu einer Familie, die intakt ist. Klingt jetzt merkwürdig, aber Fakt ist, dass wir oft in unserer Fantasie im Alltagsleben unserer Wunschfamilie integriert sind, mal als Kinder, mal als Freundin. Das ist doch verrückt, oder?
Nein, ist es nicht, denn dieses Fühlen ist das der kleinen Schmerzkinder von uns, die noch immer in ihrem Sehnen eingefroren scheinen.
Einfach eine Hand fassen von einem Menschen, der es gut mit uns meint!
Wenn ich auf mein Leben zurück blicke, stelle ich fest, dass ich an nur einem Punkt gescheitert bin. Nämlich an der Tatsache, dass ich mich stets fassen ließ.
Mir sind die Menschen zuvor gekommen, solche Menschen, die genau mein Defizit durchschaut haben. Und ich Trottel glaubte, man wollte mich meinetwegen. Es hat stets eine Weile gedauert, bis ich in einer Beziehung das ganze durchschaut hatte. Aber immerhin hatte ich dann immer die Kraft, mich davon zu lösen. Ein Anfang, oder?
Nun aber stehe ich da …. lasse mich nicht mehr so einfach fassen, weiß, worauf es mir heute ankommt. Und?
Nichts!
Hindert die eigene Vorsicht? Ist es die Angst vor erneuter Enttäuschung?
Nein!
Denn ich hatte den Versuch gewagt bei einem Menschen, der genau das war, nach dem alle von uns suchten, alle, ohne Ausnahme.
Es steht nicht zur Debatte, dass dieser Versuch in die Hosen ging, nein!
Zur Debatte steht: ich hatte den Mut, ich hatte die Kraft, ich wusste, was mir gut täte, und ich hätte alles dafür getan, das es funktioniert!
Ich hatte also nicht aufgegeben, ich habe neu dazu gelernt, ich hatte eine richtige Wahl getroffen, ich habe mich nicht an die Hand nehmen lassen, sondern selbst nach einer Hand gefasst.
Die Kleinen sind damit also einen Schritt weiter. Selbst mit dem Schmerz, dass ihr Glück nur kurz war.
Und ich?
Dazu finden sich jetzt keine Worte mehr! Nicht heute.

Die Macht der Gefühle

16. Januar 2014

16.1.14

Wenn mich der aktuelle Schmerz im Heute so sehr aufwühlt,
dann sind die Schmerzkinder nicht weit, kippen ihre Last dazu.
Und selbst meine Flüsterkinder suchen meine Nähe, wollen ihren Schmerz an mir loswerden.
Dann stecke ich zwischen HEUTE und GESTERN.

Gefühl
Finde keinen Weg aus dieser Lage. Nur der Blick nach unten bleibt mir.
Und irgendwann dann der Gedanke: „Lasst mich doch alle in Ruhe!“, und die Sehnsucht ist da,
die Sehnsucht nach dieser Weite:
Höhe
Bei diesem Anblick findet mein Herz wieder einen Rhythmus, das Atmen wird leichter.

Psychologische Erklärungsmodelle für Depressionen

7. Januar 2014

(aus dem Netz gezogen)

Gelernte Hilflosigkeit (nach Seligman):
Wenn die eigenen Verhaltensweisen über eine längere Zeit hindurch keinerlei Einfluss auf (negative) Ereignisse haben, so wird gelernt, dass eigenes Handeln sinnlos ist und Umweltgegebenheiten nicht beeinflussbar sind. Daraus resultieren folgende Störungen: Motivationsverlust; Lerndefizit (auch unter Bedingungen, unter denen man sehr wohl mit eigenem Handeln etwas ausrichten könnte, gelingt es kaum, sich diesen neuen Gegebenheiten anzupassen und entsprechend aktiv zu werden); Ängste, Magengeschwüre, Appetitverlust, Depressionen.
Depression als kognitive (= die Erkenntnis betreffende) Störung (nach Beck):
Der Depressive hat im Laufe seiner Entwicklung bestimmte negative Erfahrungen gemacht, die sich als kognitive Schemata verfestigt haben und durch bestimmte Auslöse-Situationen immer wieder aktiviert werden. Der in depressiven Schemata denkende Mensch sieht sich selbst, die Umwelt und die Zukunft negativ. Die Gedanken kreisen in irrationaler Weise um Themen, die die eigene Person abwerten. Der Depressive setzt sich herab, lehnt sich ab, interpretiert Misserfolge als Zeichen eigener Unfähigkeit und sieht sich mit unüberwindbaren Hindernissen und Belastungen konfrontiert. Folgeerscheinungen dieser kognitiven Störung sind: Niedergeschlagenheit, Verlust an Freude und Befriedigung; geringe Selbstbewertung, negative Erwartungen, Selbstbeschuldigungen, verzerrtes Selbstbild; Vermeidungs- und Fluchtverhalten, Entschlusslosigkeit, Selbstmord-Wünsche, erhöhte Abhängigkeit von anderen; Appetitverlust, leichte Ermüdbarkeit.

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Zu Depressionen neigende Personen sollten in erster Linie darauf bedacht sein, die irrationalen Beurteilungs- und Denkmuster aufzudecken, zu verändern und in der Folge mit aller Konsequenz die konstruktive Denkweise zu fördern. Darüber hinaus sollte man versuchen, aktiv zu werden, mannigfaltige Interessen aufzubauen, stabile soziale Beziehungen zu erhalten oder aufzunehmen – Partner, Familienmitglieder, Freunde und Bekannte spielen bei der Überwindung von Depressionen eine wichtige Rolle – und die Selbständigkeit und Anpassungsfähigkeit zu fördern.
Negative Aspekte von derzeit nicht beeinflussbaren Gegebenheiten versucht man in ihrer Bedeutung etwas abzuwerten, anzunehmen und das Beste daraus zu machen. Positive Aspekte, seien sie im Vergleich zu den negativen scheinbar auch noch so klein und unbedeutend, sollten aufgewertet und in den Blickpunkt gerückt werden.
Den Depressiven quälen häufig Versagensängste, Ausweg- und Sinnlosigkeitsgefühle. Daher ist es entscheidend, Strategien zu entwickeln, die zwei Bedingungen erfüllen: sie müssen einerseits in der Lage sein, anstehende Aufgaben zu meistern und vorliegende Probleme zu lösen, dürfen aber andererseits den Betroffenen nicht überfordern (den Depressiven überfordert oft schon der einfachste Handgriff). Diese beiden Bedingungen unter einen Hut zu bringen, erweist sich nicht selten als schier unüberwindbare Hürde und ringt selbst dem erfahrenen Therapeuten oft all seine Kunst ab.
Die Ziele und Maßnahmen sollen den persönlichen Bedürfnissen und Möglichkeiten entsprechen – und nicht widersprechen. Nicht totale Veränderung soll das Ziel sein (das funktioniert ohnehin nicht), sondern das Aktivieren des brachliegenden Potenzials (im Denken wie im Tun) – das gilt natürlich für alle von uns, nicht nur für Depressive.

Regentropfen

4. Januar 2014

4.1.14
Vor Monaten habe ich eine Karte gekauft, auf der gedruckt steht: Für dich! Regentropfen, die an dein Fenster klopfen, das merke dir: Die sind ein Gruß von mir!

Habe euch ja schon von magischen Momenten in meinem Leben erzählt, und davon, dass ich den Regen so liebe. Diese Postkarte wollte ich jemanden schenken mit viel Liebe. Also schrieb ich darauf:
„Wenn der Regen prasselt, ist da die unbändige Kraft. die alles verändert, die Mut macht! Wenn Blitz und Donner den Himmel zerreißen, oder sich Niesel auf das Gesicht legt – sind es Umarmungen von Mutter Natur, die vom Werden sprechen und von Dauer! Regen ist Glück für mich! Und jeder Tropfen, der Sie erreicht, soll Ihnen davon geben, unendlich viel!“
Mit diesen Zeilen wollte ich teilhaben lassen und von mir ein Stück mehr zeigen. Aber?
Zwei Tage später kam die Flut über das Sachsenland. Mein erster Gedanke- menno, was denn das? Mein zweiter Gedanke- lieber nicht schenken, wäre makaber! War gut so, denn der Adressat war von der Flut betroffen! Man stelle sich vor, ich hätte die Karte geschenkt!!! Nun liegt sie hier seit Monaten – auf ihr ein Teddy, der sehnsuchtsvoll durch verregnetes Glas schaut!
Was ich sagen wollte: Es war wieder mal so ein Moment, der mich mit meiner Ahnung sehr verwirrt machte. Immer wieder passieren solche Dinge in meinem Leben. Sag ich ja, verrückt!

Regentropfen

Erwachsen sein?

17. Dezember 2013

Mir wurde vor Kurzem von einem Menschen, der lange schon Umgang mit schwer traumatisierten Menschen in einer Klinik hat, gesagt:

„Ich war geschockt, als ich erfuhr, dass Sie 25 Jahre in ihrem Beruf gearbeitet haben! Ich hatte bei Ihnen gedacht, dass Sie nie arbeitsfähig waren in ihrem Leben, so, wie ich Sie hier sehe und erlebe. Ich habe immer das Gefühl, Sie wollten am Liebsten unsichtbar sein.“

Oh Mann, das hörst du, bist erstmal wie gelähmt, und dann steigt die Verzweiflung hoch.

Aber in diesem Gespräch, so glaube ich jedenfalls, konnte ich das erste Mal einem Menschen deutlich machen, wie schlimm es für mich ist, dass seit 11 Jahren alles an Fähigkeiten weggebrochen ist. Dass ich ein anderer Mensch zu sein scheine. Nichts ist mehr wie vorher! Du hast keinen Boden unter den Füßen, findest keinen Halt mehr.
Ein Viertel Jahrhundert habe ich mit guter Leistung dem Staat gedient, habe seine Kinder erzogen, behütet, ihnen das Leben gelehrt. Ein Viertel Jahrhundert! Das klingt doch nach einer langen Zeitspanne, oder?

Und plötzlich, von heute auf morgen, finde ich mich in einem anderen Film wieder, einfach so. Warum?
Mein Stiefvater hatte seinen Besuch bei mir angekündigt. Rumms…war ich auf einmal in der Kindheit, weinte und schrie …meine Tochter stand hilflos daneben, geschockt.
Seit diesem Tag war alles anders. Es war ein Tag im September 2002.
Der spätere Versuch (ein Jahr danach), wieder im Beruf Fuß zu fassen, dauerte nur knapp zwei Jahre. Zwei Jahre, in denen alles an Symptomen stärker wurde, sich die Zwänge, der Ekel, die Schmerzen, die Flashs, die Dissoziationen verstärkten.
Der schnelle Wiedereintritt in den Beruf war der größte Fehler, der begangen wurde, leider nicht von mit initiiert, sondern gegen meinen Willen durchgesetzt. Ich selbst wusste ja, dass noch überhaupt nichts stimmt mit mir nach diesen ersten 9 Monaten Therapie.
Seit dem einen Tag im Oktober 2002 ist jede Therapie daran vorbei gegangen, etwas Erwachsenes aus mir wieder hervor zu holen. So oft ich darum bat, keiner nahm mich wirklich ernst mit diesem Wunsch.
Scheinbar wirkte ich reif genug, stark genug, meinen Alltag zu bewältigen.
Aber wie soll man Therapeuten klar machen, dass dies schon die Kinder können, weil sie es immer können mussten? Niemand nahm mich wirklich ernst, niemand.
Und glaubt mir, ich habe stets gewusst, was ich brauche, und es immer angesprochen. Aber es war umsonst.
Es ging immer nur um „Stabilität“.
Stabilität? Was ist das für uns? Überleben, irgendwie!!!!! Also wurde alles an Fertigkeiten heraus geholt, was die Kinder hatten. Rumms … genau dies ist der Punkt! Fertigkeiten der Kinder!
Und die hatten sie, sonst wären wir längst nicht mehr am Leben!
Also fleißig verstecken, dissoziieren, tot stellen, nichts fühlen! Ich kann euch sagen, dass ich immer sehr offen in den Therapien war. Aber wirklich zugehört hat wohl niemand.

Und nun stand ich also da, hörte, welchen Eindruck mein Verhalten hinterlässt, war geschockt, aber gleichzeitig war es ja seit 11 Jahren nichts Neues für mich! Darum verstecke ich mich ja vor der Welt! Weil ich mich eben NICHT wiedererkenne, weil ich mich schäme, weil ich keine Zumutung sein will.

Diese vielen Jahre falschen Trainings soll ich nun schlagartig ändern können: Ja, da sein Sie doch mal erwachsen!
Halleluja! Fein!
Hu, jetzt steigt endlich mal Wut hoch. Wut auf die Behandler, die sich Traumatherapeuten nannten, die von sich glaubten, allwissend zu sein, alles zu kennen und zu können! Ich, die stets deutlich war, habe meinen Mund umsonst fusselig geredet. Warum hört man dem Patienten eigentlich nicht zu? Er weiß doch am Besten, was in ihm abgeht! Vielleicht war auch dies der Grund, mich selbständig mit der Fachliteratur zu befassen. Hilfe zur Selbsthilfe! Nur … es funktioniert nur in der Theorie, der Verstand begreift die Zusammenhänge, die Lösungsvorschläge …der Verstand!
Der aber scheint abgetrennt von meinen Ich-Wesen. Sie verstehen dies nicht. Nun rede ich mich an mir selbst fusselig …auch umsonst.
Ich hab den Hals voll, echt!

Ach nee, so viele mehr?

15. November 2013

14.11.13

Ohne Kontrolle jeden reden lassen, egal ob wir ihn schon kennen. So weit konnten wir bisher nicht denken, wenn das Chaos im Kopf einsetzte und so viele Unbekannte mitquakten.
Gleich 11 Uhr, sehen aufgequollen aus, Schlafmittel hat Schlaf gebracht nach einem Verzweiflungsheultag.
Am Nachmittag heute noch die TT, oh menne, wird wohl noch krasser werden! Hab mir gemerkt, dass wir mehr aufschreiben sollen, und Scheiß drauf, wer es von uns tut.
Seit gestern bin ich Viele da, Drängelei, jeder will sein Zeug loswerden. Ich kriegs ab und komme noch nicht zurecht mit Fürsorge. Geht irgendwie nicht ohne Ortungssystem, sind zu viele und kenne sie nicht. So viel Schmerz auf einmal ausspucken wollen macht mich konfus.
Dazwischen die Kleinen, die im Arm bleiben wollen und so sehr nach Engelchen schreien. Ankuscheln, einkuscheln, wohl fühlen, keine Angst haben müssen. Weiß nicht, wer ich bin, weil ich das Gleiche fühle. Möchte nur noch auf einen Schoß, drauf einschlafen, ohne aufwachen zu müssen. nie mehr, wär gut.
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Warum kann dieses Arschloch sich nicht selber mal eins in die fresse haun? Der Hu##nsohn müsste mal von ner ganzen Truppe so verprügelt werden, dass er nach Mami wimmert, der Arsch.
Psst, sonst hört er uns, versteck dich lieber.
Wozu, soll er doch kommen, ist eh schon Wurst. Wo ist mein buch? Legst dus mir hin? Versprochen. Ich hab solche Angst! Brauchste nich, sind doch da, kommste einfach zu uns. Wir können ja auf die silberne Brücke gehen, und die Frau Zeit macht Kakao. Dickes Ende, kommst du mit? Jo! Uh, soll sich der Pimpel seinen Gürtel doch selbst holen, dieser faule Sack. Werde ihm ins Gesicht grinsen, bu! Hälst du mich fest? Klaro, der soll nur mal in deine nähe kommen, da wirds rot, das sach ich dir.

15.11.13

Die TT war nicht schlimm. Nur der Augenblick, als die Thera und Kathrin rausgehen, uns alleine lassen wollten, nur weil wir tot sein wollten. Haben geflüstert ” nicht gehen”
Aber dann sind wir aber alle zusammen losgegangen (imaginär) haben uns einen Tisch gedeckt mit lauter schönen Sachen drauf, und ohne Stock im Rücken und Angst und Pflichtwurst. Da gabs Luftballons und wir durften alle reden und lachen und essen was wir wollten. Wolln wir jetzt immer machen. Weiß nich, ob alle raus sind ( aus der Familiensituation), da waren so viele wie 30 oder 40 Kinder. Manno, brauchen viel Stühle. Aber je mehr umso viel Spaß.
Die große hat uns abends n Schokoladenstulle gemacht und wir durften dabei einen trikfilm gukken, was mit lieben Monstern.
Und gemalt haben wir ein bild für die Tante.

Gebeutelt

15. November 2013

8.11.13

So Leute, war in der Stadt und habe vier Bilderbücher gekauft….grrrrr…grins. Drachen, Elfen mit Glitzer. Das wird uns gut tun. Und dann noch ein Erwachsenenbuch über Lieben, lange Beziehungen, und warum Se# überbewertet wird. Dort wird viel von der Chemie unseres Körpers gesprochen. Bin ja mal gespannt.

Sonst gibt es nichts neues.
Am Vormittag war irgendwie ein Unruhestifter draußen, der nicht muh und nicht mäh wollte, völlig hin und hergerissen schien und unruhig. Ganz besonders war er stinkig. Hat sich aber zusammenreißen können. Also niemanden blöd angemacht.
Es war aber anstrengend, so jemanden unseren Körper zu überlassen. Und … wer war es, woher kam er? Schien uns unbekannt. So unmutig und unzufrieden mit sich selbst, buha, war ne Herausforderung, ihn im Zaum zu halten.
Nu isser wech, auch gut!
Morgen stehen HA an – noch etwas gründlicher die bekannten Traumatas notieren, da die Liste für die Thera hier nicht viel aussagt. Da heißt es dann wohl wieder: dolle auf uns aufpassen.
Dann will die Thera auch noch, dass wir uns für die nächste Sitzung am Montag selbst das Thema raussuchen….uuuuuuh, glaube dies macht uns so konfus!

Kuscheln

15. November 2013

5.11.13

Mir ist klar geworden, dass sich noch etwas in unserem Haus ändern muss.
Das Allerwichtigste: eine riesengroße Kuschelschlafecke im Innenraum auf der ich liegen kann, und alle anderen sich zum Schlafen rankuscheln können. Habe dies seit gestern “praktiziert”, um keines der Kleinen zu benachteiligen, … und was soll ich sagen? Der Schutz nach innen kommt besser an! Und im Außen bewege ich mich etwas ruhiger.
Ja, alles gemeinsam tun, und die Zimmer nur als freiwilligen Rückzugsort nutzen, das ist es! Uns scheint es damit besser zu gehen!
Auch ist das -zur Ruhe kommen- etwas einfacher.
Hej, ihr Süßen, langsam verstehe ich, was ihr braucht, und…..dass ich es euch geben kann!

Was heißt LIEBEN?

15. November 2013

5.12.13

Ist es überhaupt möglich, einen Menschen zu lieben, wirklich zu lieben, ohne ihn richtig zu kennen?
Oder füttert man nur die eigene Fantasie mit all den Wunscheigenschaften an?
Was macht die Chemie des Körpers mit einem, wenn es in den ersten Minuten funkt?
Ich habe für mich raus gefunden – es war nicht Chemie, es war Rückkopplung zu Positiven!
Kann man überhaupt lieben, wenn es da keinen Kontakt gibt? Ist es nur eine Verliebtheit, weil man sich selbst füllt mit Gutem?
Oder ist es doch Liebe, wenn man vergeben kann, wenn man sich reinfühlen kann, wenn man alles drumherum versteht, selbst wenn man dabei auf der Strecke bleibt?
Was ist Liebe?
Dass man glaubt, seine zweite Hälfte entdeckt zu haben, die einen vollkommen macht, ganz macht?
Ich weiß mittlerweile von mir:
Ich fühle mich ganz, fühle mich richtig, wenn ich es in Augen sehe, die auf mich schauen. Wenn ich also mich finde in den Augen des anderen, wenn aus diesen Augen heraus meine Wertigkeit für den anderen springt. Anders gesagt:
Ich liebe, wenn meine Gesamtheit im anderen gespiegelt wird, wenn ich in seinem Blick sehe, welche Bedeutung ich für ihn habe. Nur über diese Rückkopplung kann bei mir so tiefes Vertrauen entstehen, dass dies in Liebe münden kann!
Und ich liebe … momentan … immer noch … fester als je zuvor. Kann nichts dagegen tun.


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