2013:   Was bin ich?

Und was bin ich nicht?

Ich bin ich, und wir sind wir!

4 manifestierte Täterintrojekte transalieren die 31 wirklich bekannten Meinwesen, wollen uns nicht nur das Leben erschweren, sondern unterstützen und fördern auf perfide Art den Todeswunsch von allen. Heute kann ich teilweise den Hintergrund verstehen: „Halt den Mund oder ich schlag dich tot!“ Was also selbst die Kleinsten von uns schon aushalten mussten ist unvorstellbar!  (2016)

Dazu kommen noch mindestens 40 Anteile, die ich gesehen und gefühlt habe, die drängeln und schreien, sich aber dennoch nicht outen. So sind da keine Gesichter, kein Alter, keine Namen.

Was bin ich?

Ich bin NICHT krank!

Sicherlich habe ich Diagnosen, die Ärzte stellen!

Und sicherlich habe ich Zeiten, wo ich echt ärztliche Hilfe brauche! Das ist nicht zu bestreiten.

Aber wer bin ich?

Ein Patient? Nein!

Immer? Nein!

Nein!!

Nur in Krisen.

Ich bin ein Wesen mit enormen Überlebenswillen.

In mir stecken Kräfte, die sich niemand vorstellen kann.

Denn: Ich überlebe!

Bis heute, ein halbes Jahrhundert!

Ein Überlebenskampf, der mein Inneres völlig verändert hat.

Aber nicht im Sinne von KRANK, sondern im Sinne von STARK sein.

Ich möchte keine Statistiken bemühen, die belegen würden, wie viele Menschen mit meinen Diagnosen sich umgebracht haben.
Und auch keine, die belegen, dass man mit so einer langjährigen Depressivität (bewusst über 35 Jahre) selten so alt wird wie ich.

So eigenartig wie es auch klingt: Was mich innerlich kaputt gemacht hat, hat mich gleichzeitig stark gemacht.

Und die Stärke heute besteht auch darin, mir in allergrößter Not immer Hilfe zu suchen.

In mir drin ist ein so enormer Lebenswille, dass er mich diesen Schritt gehen lässt.

Ja, ich bin anders als Andere!

Ja, ich wirke vielleicht merkwürdig, skurril, unberechenbar, kindlich, scheu, aufgedreht, launisch und was man noch so alles aufzählen könnte.

Ja, ich entspreche nicht der Norm, falle völlig aus dem Rahmen.

Aber ich bin nur so, weil etwas in mir überleben wollte.

Ich lebe. Darauf kommt es an.
(Nun, wenn ich das auch selbst meist bezweifle.)

Aber es scheint die Wahrheit zu sein.

Hört hin:

Dissoziativ sein heißt nicht,  krank zu sein!

Dissoziativ sein heißt, einen Weg gefunden zu haben!

Warum und wie schreibe ich diesen Blog?

Zum Einem erst einmal schreibe ich mich aus der Einsamkeit heraus.

Einsamkeit ist mein tiefstes und schlimmstes Gefühl.

°  Internet – kein guter Weg für Depris – ist klar!

Aber für mich ist es ein Anfang!

° Hu, was könnte die Verwandtschaft denken?

Ich musste immer mit meinem Leben klar kommen, nicht sie.
Den Kontakt zur Geburtsfrau habe ich schon im Jahr 2000 abgebrochen, und meine Geschwister wollen keinen! Also ist sowieso keine Familie um mich herum, die irgendetwas äußert.
Und da ist noch die Hoffnung, dass sie mich besser verstehen, weil sie es mal von meinen Augen aus sehen, falls sie sich mal auf diesen Blog verirren!

° Buh, die jammert so oft im Tagebuch rum!!

  Was ist Jammern?

Punkt 1:

Was ich heute in Zeilen packe, das war seit 50 Jahren immer in mir drin.

Der Unterschied ist nur, dass ich erst seit 10 Jahren  versuche, auch die schlimmen Dinge in Worte zu fassen.

Kein einziger Leser muss in Panik verfallen, wenn Todeswünsche geäußert werden.

Die sind schon immer in mir drin!  

Schon immer!

Nun aber spreche ich sie eben aus!

Aber wie ich schon sagte, ich lebe noch und werde es weiterhin.

Punkt 2:

Dieser Blog ist einfach nur die Offenbarung eines Innenlebens.

Eines sehr zerstückelten Innenlebens.

Und gerade wenn ich mal endlich aufhören würde, immer wieder peinliche Dinge zu löschen, dann könnte der Leser auch besser verstehen, wie zerrissen das Fühlen ist in uns.

Da scheint kein Tag wie der andere zu sein.

Da scheinen sich die Schreiber abzuwechseln.

Und jeder von uns sieht die Welt und spürt das Fühlen eben anders.

Wer nach dissoziativ und nach Depressivität googelt, dem muss klar sein, was auf ihn zukommen könnte:

Nämlich das Chaos pur im Inneren eines Menschen  !!!

Denn nichts anderes sind wir!

Chaotisch durcheinander, weil wir eben VIELE sind.

Deshalb bezeichne ich mich selbst als unberechenbar.

Denn ich kann nie vorher sagen, wer aus mir heraus agieren wird, wer also auch fühlt.

Es steht nicht unter meinem direkten Einfluss.

Wer hier lesen will, muss die Kraft haben, in die schwärzesten Löcher einer Seele zu blicken, und auf die grauenvollen Zustände, die sich in meinem Inneren abspielen.

Es war einmal ein Kind eigensinnig und tat nicht, was seine Mutter haben wollte. Darum hatte der liebe Gott kein Wohlgefallen an ihm und ließ es krank werden, und kein Arzt konnte ihm helfen, und in kurzem lag es auf dem Totenbettchen.
Als es nun ins Grab versenkt und Erde über es hin gedeckt war, so kam auf einmal sein Ärmchen wieder hervor und reichte es in die Höhe, und wenn sie es hineinlegten und frische Erde darüber taten, so half das nichts, und das Ärmchen kam immer wieder heraus.
Da musste 
die Mutter selbst zum Grabe gehen und mit der Rute aufs Ärmchen schlagen, und wie sie das getan hatte, zog es sich hinein, und das Kind hatte nun erst Ruhe unter der Erde.                                                          

(Zitat)

Foto:     Verrottete Identität

Haltsuche

rechts: Das bin ich – von den Wurzeln an zersplittert. Auf der ständigen Suche nach Halt – in alle Richtungen hangelnd!

links: Ein Mensch der in seiner Familie Wurzeln bekam und Flügel. Ein Mensch der geliebt, gehalten und getragen wurde.

—————————-–—————————————

Mai 2016:

Stark……..ein gutes Wort! Ich staune über meine kraftvollen Worte von 2013.

Stark??? Nur nicht mehr für mich. Bin ausgelaugt, erschöpft vom Kämpfen, vom Aushalten! Kann nicht mehr ertragen, was ich bin, wie ich bin, was aus mir heraus kommt. Werde zerrissen von den vielen WIR. Habe keine Kontrolle mehr über mein Leben, zu unkontrolliert nehmen sich meine Meinwesen Zeit im Außen. Nichts scheint mehr normal. Es scheint kein ICH mehr zu geben, das die Zügel in der Hand hat. So viel an Fühlen und Denken kann ich nicht mehr ertragen!

Bin gefühlsmäßig auf dem Absprung, habe endlich die Schwelle überschritten. Da sind kein schlechtes Gewissen mehr, keine Selbstvorwürfe „……aber deine Tochter……“. Die ist in guten, liebevollen Händen. Alles scheint gut……Leere breitet sich aus. Endlich!

Dezember 2016

Ich werde Oma!  Und wie damals, als ich Mutter war, blende ich, soweit ich es kann alles aus, was mich behindern würde, für meine Tochter da zu sein. Instinktiv scheint sich im Innen wieder auszubreiten: „Du hast Verantwortung!!!!!“

Also schiebe ich den Todeswunsch weg vom Tisch mit aller Macht. Es darf jetzt nicht um mich gehen.

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2 Antworten to “2013:   Was bin ich?”

  1. ramonaruncan Says:

    Das ist ein sehr berührender Text. Vor allem der Satz „Was mich innerlich kaputt gemacht hat, hat mich gleichzeitig stark gemacht.“
    Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Kraft, Lebensmut und Zuversicht.
    Herzliche Grüße
    Ramona

    Gefällt 1 Person

  2. Gabi Says:

    Danke das Sie dies mit uns teilen. Ich versuche immer noch zu lernen, zu „verstehen“, nichts „falsch“ zu machen. Vllt drücke ich mich jetzt auch falsch aus. Aber ich bemühe mich einfach nicht weg zusehen. Darf ich diesen Beitrag teilen auf meiner Facebook Seite? Ich teile dort schon einiges über eine andere Seite die sich sehr ausführlich mit dem Thema DIS befasst. Ich möchte so gerne viele Menschen aufmerksam machen, das Miteinander ein wenig verbessern, wenn irgend möglich. Aber nur wenn es Ihnen recht ist?!

    Gefällt 1 Person

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