Archive for the ‘Mein Team im Inneren’ Category

Wir wissen über uns…

23. Oktober 2016

teilweise Briefauszug (der Thera gegeben) und tw. Tagebuch:

Es gibt keine gemeinsamen Erinnerungen.
Entweder werden sie leblos übermittelt, oder aber der Anteil ist draußen, kann berichten unter unsäglichen Gefühlen.
Die heute erwachsene ##jährige ist eine vor rund 3 Jahren erschaffene Außen-Ich-Funktionieren-Person, kein wirklicher Anteil. Sie ist jemand, der alles zusammen hält, gegen die Depressionen angeht, im Inneren versucht zu vermitteln, zu ordnen und uns damit zu stabilisieren.
Aber sie ist ein Hohlkopf! Denn in ihrem Kopf sind keine eigenen biografischen Erinnerungen, keine langjährigen Erfahrungen über Gefühle, Bindung, Sozialverhalten usw. Ihr Kopf fängt von vorne an.
Wenn es was zu wuppen gibt, ist sie also vorn.

.
Ich soll in der Therapiestunde spontan sagen, was mir in den Kopf kommt.

??????????????? Sie bekommt das ganze Denken vieler Anteile total wirr als Buchstabensalat in ihren Kopf geschickt. Was soll sie damit anfangen, was aus diesem Salat fischen? Nicht nur dass sie überfordert ist, sie kann auch keinerlei Bezug herstellen. Was sie von unserer Vergangenheit weiß, hat sie aus den Tagebüchern. Diese ##jährige ist nicht therapiefähig, denn so gesehen ist sie eine Außenstehende.

Ich soll in der Therapie die Kindersprache unterdrücken, sondern aus der Sicht einer Erwachsenen reden!

??????????????????????
Dilemma: einerseits absolute Spontanität erwünscht -soviel zum Thema Assoziation- andererseits Kind wegdrücken, draufschauen was gedacht wurde, in Erwachsensprache umwandeln und dann erst aussprechen! Na das nenne ich mal Spontanität!
Mal abgesehen davon, a) dass sich kaum noch Kleine nach draußen trauen in der Stunde und b) der Kopfsalat.
Druck, Dilemma, Anspannung und Gedanke:
Die Therapeutin weiß zwar von den Anteilen, gibt Ratschläge dazu, aber arbeiten will sie nicht mit ihnen? Da kam schon mal resolut der Satz:“Sagen Sie ICH, nicht WIR!“ Das ist hart! Wir fühlen Ablehnung und denken, dass sie nicht wirklich versteht, was Viele-sein bedeutet, dass sie nicht an wirkliche eigenständige Meinwesen glaubt.   (Und in Wir-Form reden und schreiben wir doch absolut selten.)
Aber ohne die Meinwesen mit ihren Erinnerungen geht die Therapie doch gar nicht.
Was wir als Kind waren, durften wir damals nicht sein!
So wollten wir nie wieder fühlen. Wir möchten sein was wir sind!
SEIN DÜRFEN!

Bitte nicht Sein SOLLEN!

PS: Das Switchen kann ich zu 95% nicht beeinflussen, wie soll ich da kontrolliert sprechen können?

Nachtrag: Erlebe ich eine Retraumatisierung? Denke schon.

Unser Autowahn

27. August 2016

Nur mal angemerkt, dass wir 80% Mädchen sind, drängeln sich die Jungen beim Einkaufen immer vor.

Mit doppelten sind es 94 Stück….ojeee….😆😆😆

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grrrr

 

Wie unser Gehirn abspeichert

21. August 2016

Aus dem Netz gefischt:

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– Man könnte es als kühles System bezeichnen, kühles Archiv.

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Jetzt fragt sich der Leser: Warum postet sie das?
Nun, ich denke oft darüber nach, warum ich Erinnerungen aus der Säuglingszeit habe, wenn auch unscharf, aber extrem leicht anzutriggern.

Und dann….zu oft….zu viel Stress bis Todesangst………das Gehirn muss reagieren…..spaltet ab, wieder und wieder.

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Das Kind und die Schuld

2. August 2016

Seit ein paar Wochen arbeite ich an diesem Thema, und es schmerzt, verdammt nochmal!

Ohne viel Worte zeige ich Folien von Michaela Huber:

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Und heute kämpfe ich darum, meine Schuldgefühle abzulegen, das Unrecht zu erkennen, und die Verantwortung auf den „richtigen Tisch“ zu packen!

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Mein sicherer Ort

29. Juni 2016
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eMORFES

Genauso war er immer in meinem Kopf. Jeder „Gerettete“ von meinen Meinwesen hat seinen eigenen Berg, in der Luft schwebend (wie in „Avatar“), wo niemand rankommt. Diesen hab ich heute im Reader gehabt.

Wenn plötzlich mehrere Anteile nach außen drängen

6. Juni 2016

6.6.16

Zurückerinnern, wann ich diesen Zustand zum ersten Mal bewusst fühlte, fällt schwer. Aber mindestens das letzte Jahr begann diese Art …. na ich nenne es mal Stress.
In den Zeiten (manchmal wochenlang) höchster innerer Anspannung reicht eine Kleinigkeit und mein Körper will mit Zucken beginnen. Tut er auch, wenn ich allein bin und ich es nicht unterdrücke. Dann erst höre ich im Innen lauter Stimmen, alles redet durcheinander. Einiges verstehe ich, anderes kommt nicht mal in Sätzen an. Ab diesem Moment kann ich im Kontakt mit Menschen dem Gespräch nicht mehr folgen, kann die nötige Konzentration einfach nicht aufbringen. So ein paar Minuten kann ich das Ganze verbergen, dann aber muss ich gehen, weil ich keine Kraft mehr habe, das, was da mit mir passiert, zu verstecken.
Ich habe das Gefühl, als wolle jeder (mind. 5) zu seinem Recht kommen, im Außen zu sein. Sie schieben, schubsen, drängeln. Ich habe dann das Gefühl, als wolle jede Gliedmaße in eine andere Richtung, im schnellen Wechsel. Ich bin ein zuckendes Etwas, wirr in den Gedanken. Und wenn da aber noch dazu die Gefühle jedes einzelnen dazukommen….Halleluja. Im schwierigen Traumabearbeitungssetting erlebte ich schon bis zu 30 Anteile gleichzeitig. Mittlerweile weiß ich, dass sie im annähernd gleichem Alter sind, und die gleichen Traumata haben. Warum sie so drängen weiß ich auch mittlerweile. Es sind die Meinwesen, die ich noch nicht kenne, die sich aber gezeigt haben bei Traumaexposition zu einem jeweils gleichaltrigen bekannten Anteil.

Floh

5. Juni 2016

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Ein Introjekt als Albtraum

4. Juni 2016

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8.6.16

Das Mäuschen im Wolfspelz

Jahrelang wurde ich im Inneren beschimpft und genötigt. Musste mir Dinge anhören wie:
„Du gehörst auf den Müll! Bist weniger als der Dreck unter Fingernägeln! So was wie dich braucht kein Mensch! Warum springst du nicht endlich? Mach dem Ganzen ein Ende, ist besser so für den Rest der Welt! Sieh dich doch an, du fette Kuh! Wage es ja nicht dich gut zu fühlen! Halt ja die Fresse, ich warne dich! Wenn du auch nur ein bisschen verrätst, ich warne dich!…usw., usw., usw.!!!!!!!!“

Kam ich der inneren Stimme nach, indem ich mich einigelte, mich selbst wegschloss, mich vollstopfte mit Lebensmitteln, Kontakte vermied oder känzelte….ließ er mich in Ruhe.
Aber wehe ich versuchte Bindung aufzubauen…dann wurde das Täterintrojekt aktiv, störte meine Kontaktversuche mit Kopfschmerzen, oder lautem Dazwischengerede, was mir die nötige Konzentration auf das Gespräch raubte.
Am Einfachsten fiel es ihm aber, mich mit Worten runterzumachen, mir jeden zaghaften Versuch, ein Selbstwertgefühl zu entwickeln, zu unterbinden.
Ein Mann Anfang Dreißig, boshaft, abwertend, drohend, angsteinflößend….so sah ich ihn in mir.
Eine Traumasitzung torpedierte er schon aktiv, und danach schien er im Inneren alles klein zu schlagen, verwüstete unser Haus, brüllte rum. Angst machen wollte er uns – und schaffte dies auch. Das war vor rund zwei Jahren.

Und dann vor einem Monat eine EMDR-Sitzung zu diesem Täterintrojekt, dem VERLEUMDER, wie er seit Jahren heißt. Ziel der Sitzung war, mich von meinem Selbstmordwunsch abzubringen. Perspektivwechsel nennen die Psych. das.

Für mich war es eine grauenhafte Sitzung.
An die Details kann ich mich nicht mehr erinnern, schließlich wurde er ja befragt…anfangs.
Dann war da irgendwann die Frage: „Was ist los? Wo sind sie gerade? Was sehen Sie?“
Ich sah nichts, ich roch! Ich roch den ekligen Gestank von kochenden Babywindeln. Und dann war ich in der ersten Wohnung meiner Kindheit, und ich fühlte aus mir heraus plötzlich jemand anderen. Was heißen soll, dass ich switchte.
Die Thera holte den erwachsenen Anteil dazu und fragte nach, denn ich zitterte plötzlich, rückte von ihr ab. Sie fragte, was der Verleumder sich von mir wünscht.
-“ Nähe zu anderen Menschen ist verboten! Wage es bloß nicht, du gehörst nur mir! Reden ist erst recht verboten! Wenn du auch nur ein Sterbenswörtchen zu jemanden sagst, dann schlage ich dir den Schädel ein!“

Sie schrieb alles auf Zettel, legte sie vor mir auf den Boden, und fragte wieder und wieder nach dem Grund!

Buha, das war wohl zu viel.
Plötzlich war ich 6 Jahre alt und starb vor Angst.
Wie ich auf die Thera wirkte, oder was da genau passierte, kann ich nicht sagen. Nur eines wurde mir bewusst: Sie versuchte immer wieder tröstend meine Hände zu greifen, ich dagegen fühlte dies mit Todesangst, schrie NEIN und weinte, zog meine Hände immer weg.
In mir drin ein Gefühl: „Wenn du das erlaubst, bist du tot!“
Wollte weiter weg von ihr rücken… ging nicht, da war die Wand.
Ich schrie sie an, dass sie weiter weg gehen soll, was sie dann auch tat.

Dann habe ich Lücken in der Erinnerung. Ich weiß nur noch, dass irgendwann ein riesengroßes Entsetzen in mir aufstieg! In mir, der Mutter eines eigenen Kindes…Entsetzen darüber, dass ein 6 jähriges Kind aus Todesangst Zuwendung ablehnt. Das Wort Entsetzen reicht dafür gar nicht aus, finde aber kein anderes.
Und der zweite Schlag war die Erkenntnis, dass hinter dem erwachsenen Täterintrojekt VERLEUMDER, diesem grausigen Mann in meinem Inneren, ein 6jähriges Kind steckt, ein eingeschüchteter, vor Todesangst schlotternder Junge.

Ich weiß nicht, ob Außenstehende nachvollziehen können, was da in meinen Gefühlen abging. Ungeheuerlich!

Erinnern tue ich mich auch noch an die völlige Hilflosigkeit der Thera, dass sie nichts weiter tun konnte, als wegzurücken.
Sie hatte ja eigentlich mit der Sitzung auch vor, dem Introjekt eine Neuerfahrung anzubieten. Tja, er wollte aber nicht aus Angst.
Aber …. Profi wie sie ist, sprach sie dann mit dem kleinen Jungen, fragte, was er sich wünschen würde.
„Wegfliegen, ganz schnell wegfliegen, in die Wolken hoch!“
„Mit wem willst du fliegen? Wer soll dich da raus holen?“
„Ein riesengroßer Adler“ kam als Antwort.

In dieser Sitzung wurde nichts „verraten“, kein Grund genannt für die Drohungen. Nichts kam als irgendeine Erinnerung dazu, nichts.                                                        (später: fremde Schreie)

Tage später bekam der Junge seinen Wunschnamen Florian. Weil er so flink ist, dürfen wir ihn Floh nennen. (Jetzt wisst ihr, warum ich ein Adlerfoto gepostet habe. Der Adler ist Florians innerer Helfer.)

Was dann später im Innen alles noch so seinetwegen passierte, und wie wir uns langsam annähern, dass schreibe ich ein anderes Mal.

Meine Zersplitterung im Erleben

17. August 2015

Ich lese alte Aufzeichnungen in der Kategorie „Ich ticke anders“ den Text: „2003, was? Noch 10 Jahre?“

Oh verdammt, ich lese diese Zeilen, besonders die zu 2013 und wundere mich: “Wer von uns war dieser Meinung?” Wie viele verschiedene Erlebnisebenen gibt es in mir? Nicht mehr täglich tot sein zu wollen…. das lese ich doch in meinem Tagebuch erst als Ergebnis zu einer wundervollen Beziehung 2013 zu einer Stationsärztin. Eine Beziehung, die mir das Öffnen erlaubte, das SO- SEIN, wie ich bin. Eine Arbeitsbeziehung, die mir Willkommensein zu Bewusstsein brachte, Respekt gegenüber meinen Anteilen offenbahrte. Aber im Zusatz zu dem Artikel formuliere ich eine Zeit 6 Jahre davor. ?????????
Oh jeminee, immer wieder zu bemerken, dass das “aktuelle” Ich Dinge nicht mitbekommen hat….grauenvoll! Ich wünschte mir so sehnlichst, dass mir die einzelnen Anteile ihr Erleben, ihr Wachsen mitteilen würden. Könnte mir so viel Zeit sparen.
Puh, merke, wie zerstückelt scheinbar selbst das Erleben in mir ist.

Wenn die Nähmaschine rattert

13. Juni 2014

…. dann geht es mir gut.
Wieder einmal war ich dabei, meine Wäscheschränke zu „lichten“. Ein Stapel zum Weitergeben, einer für den Müll, der letzte Stapel für den Versuch, durch Nähmaschinengeratter die Stücke so abzuändern, dass ich bei Gewichtszunahme doch noch rein passe. So stand die Maschine nun tagelang im Wohnzimmer. Nach dem Frühstück gab es kein Wegdissen mehr, sondern schwungvollen Elan an der Nähmaschine.
Ich genieße es außerordentlich, dass ich wieder so etwas wie ELAN buchstabieren kann.
Zwischendurch kamen aber auch die Kleinen von uns nicht zu kurz. Ich habe symbolisch als Babypuppen die kleine Sofie und die Annegret.

Schätze mal deren Größen als 38 und 25, im Vergleich zu Babysachen. So stöbere ich seit Jahren immer wieder in Babyabteilungen rum, und kaufe Größe 56, wenn es mich voll entzückt. (kleiner gibt es leider selten) Dann muss ich das Zeug auf Miniklein „trimmen“ .
Hier zwei fertig gewordene Beispiele:
– für Sofie:

Für Sofie

– für Annegret:

Für Annegret

Radikale Akzeptanz – mein Signal an meine Kleinen

5. April 2014

5.4.14

Seit Beginn 2013 bin ich in einer regelmäßigen stationären Traumabehandlung, die einzig und allein dazu dient, die Symptome der PTBS zu lindern. Der Weg führt über das EMDR-Verfahren, mit dem Ziel, vom Gefühl abgespaltene Ereignisse des Lebens zum Einem wieder zueinander zu führen, zum Anderen diese dann im Gehirn als abgeschlossene/beendete Tatsache als Vergangenheit einordnen zu können. Nur so ist es möglich, nicht mehr unkontrolliert den Flashbacks ausgeliefert zu sein. Das Gehirn benötigt dazu die Information, dass das Geschehen ein ALTES ist, also keine Gefahr mehr im HEUTE bedeutet.

Dass eine dissoziative Identitätsstörung einhergeht mit vielen Amnesien, macht mir diese Behandlung aber zur Qual, weil immer wieder für mich neue, mir unbekannte Erinnerungen hochkommen, die den seelischen Schmerz ins Unermessliche treiben. Während der Traumakonfrontation fühle ich alles noch einmal, switche in das Kind, und erlebe das alte Geschehen im Hier und Jetzt. Dank der guten Therapeutin werde ich aber dort wieder “ heraus geholt“ , und sie hilft mir, für dieses Ereignis einen anderen Abschluss zu finden. Sicher werden sich jetzt Leser fragen: „Warum tut sie sich das an?“ Nun, ich habe mich dazu entschieden, weil es für mich keinen Ausweg mehr gibt. Das, was sich als mein derzeitiges Leben bezeichnet, ist kein Leben. Es ist ein zurückgezogenes Dahinvegetieren. Sicher, es werden die alten Gefühle immer wieder, mein ganzes restliches Leben lang auftauchen, aber ich werde fähig sein, schneller aus ihnen heraus zu finden, um die extremen tiefen Abstürze zu verhindern.

Nur darum „tue ich mir das an“ mit der Behandlung!

Eigentlich wollte ich auf den sexuellen Missbrauch zurückkommen. Also: Wie ich oben im Text beschrieben hatte, kannte ich entweder die puren Bilder, entweder fremde schlimme Gefühle, oder nur blanke Todesangst. Bilder und Gefühle wirklich in Zusammenhang zu bringen, das ging nicht. Also war es für mich ein Leichtes, das Meiste zu leugnen. Nein, das kann nicht sein, so ein Quatsch, das stammt aus meinem kranken Hirn! Das tut kein Mensch einem Kind an, so ein Blödsinn! Hm, heute, nach drei Intervallen und vielen „Blicken“ in die Vergangenheit bin ich eines Besseren belehrt. Nicht, weil während des EMDR so viel hochkommt, nein! Sondern weil ich die stundenlang und tagelang danach auftretenden Schmerzen aushalten muss. (Körperflash’s = Erinnerungsschmerzen) Schmerzen, die mir das Gehirn aus der Erinnerung schickt, Schmerzen, die das jeweilige Kind von uns aushalten musste. Ob Unterleibsschmerzen, Bauchschmerzen, Knochenschmerzen von Prügelexessen (Rücken, Arme, Beine, Gesicht, Kopf) , Schmerzen in Po und Knochen „da unten“.Selbst blaue Flecken treten auf, einfach so, wie aus dem Nichts. So, da stehe ich dann da, kann es nicht fassen, aber in mir steigt ein Mitgefühl für die jeweilige Kleine auf, und ein Entsetzen, was sie aushalten musste…oh menne! Und pö a pö hat sich, obwohl damit mein Weltbild völlig zusammengebrochen ist, eine innere Akzeptanz entwickelt. Und damit auch ein innerer Zugang zu den Kleinen. Erst durch mein Glauben an ihre Erlebnisse, durch meine Fürsorge für sie, kommen sie mir näher, finden Vertrauen zu mir und meiner Kraft, öffnen sich immer mehr, und dies alles bringt letztendlich eine größere Ruhe in mein Innensystem. Ich habe verstanden, dass mein Leben nur lebenswert werden kann, wenn wir als Team, dass sich vertraut und genau kennt, zusammenhalten.

Und das geht nur mit der Akzeptanz des Geschehenen! Und mit folgender Aussage möchte ich meinen Kleinen ein Signal setzen: “ Wir wurden sexuell missbraucht!“

Wir wollen und müssen uns nicht dafür schämen! Denn wir waren nicht die Schuldigen! Wir waren nur Kinder!

PS an die Kleinen: Hab euch lieb!

Tagebuch: Franzi und Jenny

5. Februar 2014

5.2.14
Gestern war der Gang zur Therapiestunde ein unbelasteter. Sagte gleich zu Beginn, dass ich nichts Aktuelles habe, sondern trainieren will.
Also war ihr (Thera) erster Schritt, ich solle zurück gehen an den erlebten, schönen Urlaubsort, um mit gutem Gefühl eine Ausgangsbasis zu schaffen.
So sehr ich mich auch bemühte, es kam etwas sehr Einsames mit traurigem Gefühl dazwischen, egal, wie oft ich wegschieben wollte. Die Thera sah mich genauer an, fragte, wer da zu uns kommen möchte. Ich wollte sauer auf sie werden, statt dessen traten mir Tränen in die Augen und ich verlor die Kontrolle über meine Coolness. „Möchtest du zu uns kommen? Willst du dich dort auf das Sofa setzen, mit dabei sein? Was möchtest du uns etwas sagen?“ fragte die Thera.
Rumms (=Switch), saß sie da, völlig verunsichert, klemmte ihre Arme verschämt unter die Beine, und glaubte nicht, dass die Frau da Interesse an ihr hatte. „Du kannst bei uns bleiben, kein Problem! Siehst du, hier passiert dir nichts. Hast du was auf dem Herzen?“ „Die lässt mich nicht lesen!“ „So, lesen willst du. Was möchtest du denn lesen? Sagst du mir, wie alt du bist?“ „12“ „Dann möchtest du sicher ein Kinderbuch lesen.“ „Ja, aber die liest immer anderen Kram.“ „Hat sie denn kein Buch für dich?“ Rumms, Mari: „Klar, wir haben `ne Menge davon. Aber momentan ein Kinderbuch lesen? Zu blöd, echt.“ Thera: „Wo liest denn du am liebsten?“ Rumms, „Im Bett, nachts.“ Thera: „Ja, das ist was Schönes!“ Rumms, Mari: „Im Winter ist es aber zu kalt im Schlafzimmer dafür! Die Arme draußen, und wir frieren uns `nen Ast ab!“ Thera: „Ich hab gehört, da gibt es…“ Mari: „Ich weiß. Wir haben uns früher einfach eine Strickjacke verkehrt rum über die Arme gezogen, damit es warm bleibt. Aber jetzt? Keine Ahnung. Ist einfach zu kalt!“ Thera: „Wie fühlst du dich mit dem, was Frau M. hier grad sagt?“ Rumms: „Das ist doof.“ Thera: „Wer bist du?“ „Franzi“ „Gut Franzi, dann sagen wir jetzt Frau M., sie soll dich ruhig mal ein Kinderbuch lesen lassen, ja?“ Freudig: „Oh ja!“
Lücken in der Erinnerung.
Spiegelneuronen! Ich sage der Thera, dass mir mal gesagt wurde, ich hätte Spiegelneuronen. Und dass dies für mich aussagt, dass in den ersten 5 Lebensmonaten im Heim jemand mich gemocht haben muss, dass jemand vom Pflegepersonal liebevoll mit mir war. Und ich äußerte, dass es wohl für die kleine Sofie schlimm gewesen sein muss, an den Wochenenden immer zu einer teilnahmslosen Frau (Geburtsfrau) zu müssen, die ihr fremd war.
Man kann auch ahnen, dass diese Tatsache nicht einfach für die Geburtsfrau gewesen sein muss, stets ein fremdelndes Baby zu erleben.
Lücken im Text.
Die Thera wollte mich aus irgendeinem Zustand ins Hier und Heute holen. Das Übliche folgte – welches Datum, im Raum verankern, Buchrücken lesen, Rechenaufgabe lösen.
Wir sahen an ihrem Gesicht, wie sie selbst schnell versuchte, die gestellte Aufgabe zu lösen. Rumms, quiekten wir los! Thera: „Hallo, wer bist du?“ „Ich find das lustig, wie sie sich anstrengen!“
Lücken im Text zu einer regen, spaßigen Unterhaltung einer 10 Jährigen mit der Thera. Sehe nur an meinen Notizen aus der Stunde, dass sie Jenny heißt, und es liebt, mit Menschen zu reden und mit ihnen Spaß zu haben. Jenny mag das logische Denken, das Rechnen, das Streiche spielen.
Im weiterem Gesprächsverlauf berichte ich, dass ich irgendwie als Schülerin zweigeteilt war. Außerhalb der Wohnung wollte ich leben, lachen, Spaß haben. Aber je näher ich der elterlichen Wohnung kam, um so mehr ging eine Wandlung in mir vor. Dies wurde nicht weiter beleuchtet, da es ja schon bekannt war.
Jedenfalls ging ich aus dem Gespräch – geschafft, zufrieden mit der Kommunikationsfähigkeit, verunsichert ob der noch so vielen Anteile in mir.
Sicher, ich habe verstanden, dass ich jeden willkommen heißen möchte. Dennoch steigt manchmal die Panik in mir auf, dass es immer mehr werden könnten. Mit dem heutigen Tag sind es schon 25 Anteile, die sich nach außen gezeigt haben, die auch eigenständig agiert haben. Das macht mich schon sehr unsicher. Und dann sehe ich auf mein „gebautes“ inneres Haus, und spüre, dass es nicht die Lösung für uns alle bleiben kann. So gebaut, kann es niemals das sich formierende System aufnehmen. Ich ahne und fühle, dass es wieder enorme Arbeit bedeutet, etwas Zufriedenstellendes für alle zu bauen. Etwas, wo jeder zu seinem Recht kommt.
Als ich heute einfach in einigen Zimmern aus einem einfachen Bett ein Doppelstockbett machen wollte, ging Gezeter in mir los. Keiner will das. Wogegen ich mich die letzten Monate ziemlich gesträubt habe aus Angst vor dem Abrutschen: Kontakt nach Innen aufzunehmen, dies wird wohl doch notwendig, damit ich wieder ruhiger werde.
Also, ich heiße Franzi und Jenny willkommen, und verspreche, ihnen einen schönen Platz an unserem sicheren Ort zu schaffen!

12.7.13

Franco ist 8 Jahre alt, ein kleiner Rotzlöffel, der Spaß am Leben hat, keck und äußerst verspielt ist.
Für mich sehr überraschend zeigte er sich vor 2 Tagen. Anfangs war ich sehr verunsichert, weil ich an Bewegung, Mimik, Gestik erst die 8jährige ausmachen wollte. Schnell aber stellte sich im Inneren Widerstand ein zu meiner Annahme, und wie ein Rumpelstielzchen pochte er stampfend auf seine Identität.
Nun denn, er ist willkommen, was soll ich dazu sagen? Es ist eben so!

Verschiedene Anteile

26. Januar 2014

Ich habe schon so einige Dokumentationen, Fachartikel und Forschungsberichte gesehen, gelesen, in denen dokumentiert wurde, dass unterschiedliche Anteile auch unterschiedlichen Blutdruck, unterschiedliche Hormonausschüttungen, unterschiedliche Blutwerte haben können, sowie auch unterschiedliche Gehirnareale reagierten, und so einiges mehr.
Meiner Meinung nach widerlegt dies die Behauptung, dass die Unterschiede nur aus dem unterschiedlichen Fühlen heraus wahrgenommen werden, aber nicht wirklich vorhanden sind. Es also nur eigene Wahrnehmungen sind.
Ich bin ein Mensch, der nur wissenschaftlich Nachgewiesenes glauben will. So lange dies nicht der Fall ist, bin ich selbst meist am Negieren.
Beim Auftauchen der Diagnose vor 11 Jahren, wurden mir zwar sofort “Eigenarten” an mir klar, dennoch glaubte ich, die Thera spinnt.
Die absolute Gegenwehr gegen ihre Ansicht setzte ein.
Leider sind im Laufe der Jahre, mit immer mehr Eigenerkenntnissen, meine Zweifel abhanden gekommen.
Zu den körperlichen Veränderungen, von einen auf den anderen Moment, im Falle eines Switches, möchte ich meinerseits als Beispiel, nur meine stark unterschiedlichen Sehstärken anbringen.
Auch wird immer wieder thematisiert, ob man den geswitchten Zustand überhaupt bewusst wahrnehmen kann. Mal ganz abgesehen von der Frage, was denn nun wirklich BEWUSST bedeutet.
Da ist ein Fakt, der mich von anderen Mitpatienten stark unterscheidet: Obwohl sich mein Körperempfinden abschalten kann, ich dann nichts mehr spüre, habe ich durch 29 Jahre Beschäftigung mit Motorik und Muskulatur (Sport) nie aufgehört, meinen Körper meist bewusst wahr zu nehmen. Wo andere beim Feldenkrais verzweifeln, weil sie nichts spüren können, kann ich aufs genaueste den Muskel lokalisieren, die Körperregion. So ist mir durch meine eigene Motorik anfangs oft im Nachhinein klar geworden, in welcher Altersstufe ich mich befand. Mittlerweile weiß ich es schon in den ersten Minuten. Was da nun Co-Bewusstsein ist oder nicht, ist mir völlig Wurst. Fakt ist, dass ich drauf sehe, aber nicht einschreiten kann.
Auch in den total verängstigten Kinderstates nehme ich die Unsinnigkeit im Heute wahr, kann aber nichts dagegen tun.
So habe ich nun mit meiner Therapeutin angefangen, das Switchen zu “üben”. Packt sie mir Spielzeug auf den Tisch, bin ich ratzefatz im Kind. Sie lässt mich diesen schönen, verspielten Moment genießen, zählt die Sekunden runter, und dann Peng, ein lautes Geräusch, eine auffallende Bewegung. Dann nutzt sie den Schreckmoment, mich wieder ins Heute zu führen, mich erwachsen zu machen mit Sehen, Riechen, Hören, Rechnen, Denken, Körperfühlen. Also mit allen Sinnen. Wo ich bis Dato nur das langsame Wegdriften schon an mir erkennen konnte, soll nun das Herauskommen aus dem kindlichen Zustand trainiert werden. Denn genau dieses Nicht-Heraus-Finden ist immer wieder mein Dilemma, besonders bei den Klinikaufenthalten mit den Traumakonfrontationen.
Was ich hier eigentlich sagen wollte:
Meine Anteile haben nicht nur unterschiedliche Fähigkeiten bezüglich ihres Fühlens oder ihrer Interessen, sondern sind auch physisch völlig verschieden in ihrem Entwicklungsstand. Das ist Fakt, lässt sich nicht leugnen. Ob in ihrer Motorik, oder auch ihrem Abstraktvermögen, in der Fähigkeit, logisch zu denken, oder ihrem Erfahrungsschatz, ihrem Wissen über die Welt. Selbst das Gehirn scheint bei diesem Wechsel seinen eigenen Entwicklungsstand zu haben.
Und noch eine Anmerkung!
“Ich bin Viele!” Nun, was soll der Spruch aussagen?
Viele getrennt voneinander? Viele nur nacheinander? Viele gleichzeitig? Viele voneinander unbekannt? Viele bekannt in einem Team?
Viele im Innen? Viele im Außen? Einzeln? Zusammen? Gegeneinander?
Ich denke, so komplex der Mensch ist, so komplex können auch die inneren Zustände sein.
Und ganz wichtig scheint mir auch die Tatsache, wie lange man sich schon mit sich selbst auseinander setzt. Die Schulung der Achtsamkeit, der inneren Wahrnehmung, denke ich, braucht Zeit und Übung.

Ach nee, so viele mehr?

15. November 2013

14.11.13

Ohne Kontrolle jeden reden lassen, egal ob wir ihn schon kennen. So weit konnten wir bisher nicht denken, wenn das Chaos im Kopf einsetzte und so viele Unbekannte mitquakten.
Gleich 11 Uhr, sehen aufgequollen aus, Schlafmittel hat Schlaf gebracht nach einem Verzweiflungsheultag.
Am Nachmittag heute noch die TT, oh menne, wird wohl noch krasser werden! Hab mir gemerkt, dass wir mehr aufschreiben sollen, und Scheiß drauf, wer es von uns tut.
Seit gestern bin ich Viele da, Drängelei, jeder will sein Zeug loswerden. Ich kriegs ab und komme noch nicht zurecht mit Fürsorge. Geht irgendwie nicht ohne Ortungssystem, sind zu viele und kenne sie nicht. So viel Schmerz auf einmal ausspucken wollen macht mich konfus.
Dazwischen die Kleinen, die im Arm bleiben wollen und so sehr nach Engelchen schreien. Ankuscheln, einkuscheln, wohl fühlen, keine Angst haben müssen. Weiß nicht, wer ich bin, weil ich das Gleiche fühle. Möchte nur noch auf einen Schoß, drauf einschlafen, ohne aufwachen zu müssen. nie mehr, wär gut.
.
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Warum kann dieses Arschloch sich nicht selber mal eins in die fresse haun? Der Hu##nsohn müsste mal von ner ganzen Truppe so verprügelt werden, dass er nach Mami wimmert, der Arsch.
Psst, sonst hört er uns, versteck dich lieber.
Wozu, soll er doch kommen, ist eh schon Wurst. Wo ist mein buch? Legst dus mir hin? Versprochen. Ich hab solche Angst! Brauchste nich, sind doch da, kommste einfach zu uns. Wir können ja auf die silberne Brücke gehen, und die Frau Zeit macht Kakao. Dickes Ende, kommst du mit? Jo! Uh, soll sich der Pimpel seinen Gürtel doch selbst holen, dieser faule Sack. Werde ihm ins Gesicht grinsen, bu! Hälst du mich fest? Klaro, der soll nur mal in deine nähe kommen, da wirds rot, das sach ich dir.

15.11.13

Die TT war nicht schlimm. Nur der Augenblick, als die Thera und Kathrin rausgehen, uns alleine lassen wollten, nur weil wir tot sein wollten. Haben geflüstert ” nicht gehen”
Aber dann sind wir aber alle zusammen losgegangen (imaginär) haben uns einen Tisch gedeckt mit lauter schönen Sachen drauf, und ohne Stock im Rücken und Angst und Pflichtwurst. Da gabs Luftballons und wir durften alle reden und lachen und essen was wir wollten. Wolln wir jetzt immer machen. Weiß nich, ob alle raus sind ( aus der Familiensituation), da waren so viele wie 30 oder 40 Kinder. Manno, brauchen viel Stühle. Aber je mehr umso viel Spaß.
Die große hat uns abends n Schokoladenstulle gemacht und wir durften dabei einen trikfilm gukken, was mit lieben Monstern.
Und gemalt haben wir ein bild für die Tante.

Gebeutelt

15. November 2013

8.11.13

So Leute, war in der Stadt und habe vier Bilderbücher gekauft….grrrrr…grins. Drachen, Elfen mit Glitzer. Das wird uns gut tun. Und dann noch ein Erwachsenenbuch über Lieben, lange Beziehungen, und warum Se# überbewertet wird. Dort wird viel von der Chemie unseres Körpers gesprochen. Bin ja mal gespannt.

Sonst gibt es nichts neues.
Am Vormittag war irgendwie ein Unruhestifter draußen, der nicht muh und nicht mäh wollte, völlig hin und hergerissen schien und unruhig. Ganz besonders war er stinkig. Hat sich aber zusammenreißen können. Also niemanden blöd angemacht.
Es war aber anstrengend, so jemanden unseren Körper zu überlassen. Und … wer war es, woher kam er? Schien uns unbekannt. So unmutig und unzufrieden mit sich selbst, buha, war ne Herausforderung, ihn im Zaum zu halten.
Nu isser wech, auch gut!
Morgen stehen HA an – noch etwas gründlicher die bekannten Traumatas notieren, da die Liste für die Thera hier nicht viel aussagt. Da heißt es dann wohl wieder: dolle auf uns aufpassen.
Dann will die Thera auch noch, dass wir uns für die nächste Sitzung am Montag selbst das Thema raussuchen….uuuuuuh, glaube dies macht uns so konfus!

Kuscheln

15. November 2013

5.11.13

Mir ist klar geworden, dass sich noch etwas in unserem Haus ändern muss.
Das Allerwichtigste: eine riesengroße Kuschelschlafecke im Innenraum auf der ich liegen kann, und alle anderen sich zum Schlafen rankuscheln können. Habe dies seit gestern “praktiziert”, um keines der Kleinen zu benachteiligen, … und was soll ich sagen? Der Schutz nach innen kommt besser an! Und im Außen bewege ich mich etwas ruhiger.
Ja, alles gemeinsam tun, und die Zimmer nur als freiwilligen Rückzugsort nutzen, das ist es! Uns scheint es damit besser zu gehen!
Auch ist das -zur Ruhe kommen- etwas einfacher.
Hej, ihr Süßen, langsam verstehe ich, was ihr braucht, und…..dass ich es euch geben kann!

Umgestaltetes Innenleben

3. November 2013

3.11.2013

Musste das innere Haus ändern aus mehreren Gründen!
Franco ist dazu gekommen, die Introjekte haben sich geoutet. Und diese sollen nicht im Strafbereich sein, sie gehören schließlich zu uns. Aber wir haben nun eine Etage drauf gebaut, wo sie sein können, ohne dass die Kleinen unten Angst haben müssen vor ihnen.
Aus dem Strafbereich habe ich ein Spiel-Toben-Bereich gemacht.

Die kleinen, noch immer mir unbekannten weinenden Kinder, die ich Schlafseelen nenne, sind raus aus dem Haus, weil sie beschützt sein müssen. Sie sind im Garten auf einer Wolke (unsichtbare Kette bis in den Boden), haben dort ihre Kuschelbettchen und werden von zwei Elfen bewacht.

Das Zimmer der drei Kleinsten(mit Annegret) werden wir nach außen riesig „ausbeulen“ und einen runden Schlafbereich bauen. Auch das wird alles aus Glaswänden und Decken sein.

Die Introjekte sind in die erste Etage gezogen und können nur mit Kathis Genehmigung nach unten.
Das DICKE ENDE ist ein imaginärer Spiel, Kuschel, Beschützer-Gefährte, der darf immer runter.

Innere Konferenzen finden noch immer unten am großen Tisch statt. Besonders vor den EMDR Sitzungen wird dort geplant, wer mit wem wohin! Um uns vor den Introjekten zu beschützen, werden sie vorher ordentlich verwöhnt und dürfen dann währenddessen was leckeres kochen.
Den kleinen Drachen, mein ICH-Synton, beziehe ich öfter ins Geschehen ein, weil wir ihn irgendwann umwandeln möchten. Er kann ja nichts dafür, dass er sich immer so fühlt.

Nachtrag am 8. Nov.:
Der Konferenztisch in der Mitte wurde so umgebaut, dass er sich auf Knopfdruck im Boden versenkt und eine Schlaf – Kuschelwiese nach oben kommt. So kann die Nacht außerhalb der Zimmer verbracht werden, an eine Erwachsene gekuschelt!

Mehr fällt mir gerade nichts ein, was ich zu unserem Haus sagen könnte!
unser Innensystem

Die erste Etage mit noch freien Zimmern.

Innensystem 1. Etage

Dissoziation im Alltag

5. August 2013

5.8.13
Wenn du es nicht aushältst, der Akku leer ist, und du beim Blick vom Balkon den Gedanken hegst, aber nicht den Impuls dazu hast … dann ist es Zeit zu verschwinden.
Kann mir selbst nicht erklären, wie das funktioniert. Aber es scheint ein bewusster Entschluss zu sein:

Die Kleinen nennen das „Leer machen“, die Jugendlichen „Innen tot machen“. Ich habe keine Worte dafür, außer vielleicht „Nichts fühlen müssen“. Profis sprechen wohl von „Dissoziation“. Völlig Wurst, denn ich kann nicht mehr.

So sehe ich zwar nach außen, nehme die Umgebung wahr, aber sie kommt nicht an bei mir. Als wären die Augen nur ein Glaskörper, hinter dem der Stumpfsinn hockt und alles Reinkommende packt und in den Müll haut. Mister Stumpfsinn lässt nichts durch bis in die Hirnzellen, damit sie verschont bleiben. In der Wohnung scheine ich ein Geist zu sein, der vor Eintönigkeit nur schlafen möchte. Eine Außenwelt existiert nicht, kein Grund also, die Wohnung zu verlassen. Es gibt kein „Wofür“, das macht Alles und das Leben so ohne Sinn. In der Herzgegend nur ein Klumpen geschmolzenen Stahls, in hohen Wänden eingemauert. Das Einzige, was an Wahrnehmung durchkommt, dieser tote Klotz in mir. Der Körper scheint nicht existent, ist Überfluss, könnte ja weg, eigentlich. Das Gesicht eine erstarrte Miene. Selbst mit Anstrengung lassen sich die Gesichtsmuskeln auf keine Bewegung ein.
Das ICH ist irgendwohin verschwunden. In Sicherheit? Auf dem Scheiterhaufen?
Es ist Notwehr, nur reine Notwehr.

Wahrnehmung der Innenkinder

4. August 2013

4.8.13

Fragen einer Bloggerin:
„mir kommen weitere fragen. wenn ich es richtig verstehe, gibt es die änderungen in deinem verhalten, bewegung, sprache schon immer, auch schon bevor du bewusst darin deine innenkinder wahrgenommen hast?
woher weißt du wie sich eine 3-jährige, eine 5-jährige und ein säugling verhält?
durch eigene kinder oder fühlst du das einfach?
ich kann das bei mir oft nicht zuordnen, aus welchem alter etwas kommt. aber bei mir drückt sich auch alles nur innen aus. ich lerne gerade, davon auch etwas durchzulassen.“

Ich antworte:

Ja, geswitcht bin ich schon immer. Konnte das rückblickend an vielen Beispielen festmachen.
Ich habe zwar meine Tochter groß gezogen, aber die kleinen Innenkinder habe ich anfangs durch Reflexion bemerkt. Holte die Situation in Gedanken zurück, sah drauf und erkannte das Alter. Mittlerweile bemerke ich es entweder gleich (Co.Bewusstsein), oder gar nicht. Das wechselt, weiß nicht warum. Aber mein Lernprozess hat mir Mut gemacht, die Kleinen einfach machen zu lassen, denn oftmals fühle ich nur auf diese Art glückliche Momente.
Woran erkenne ich das Alter?
Ich weiß nicht, ob ich als Mutter den Blick gut dafür habe, oder weil ich 25 Jahre mit Kindern gearbeitet habe, keine Ahnung.
Nun, wenn du plötzlich tapsend läufst, kaum das Gleichgewicht halten kannst, nicht über die Schwelle zum Balkon kommst …dann bist du eben kein Jahr. Oder ich kann plötzlich gar nicht mehr laufen, finde keine Wörter zum Sprechen, nur komische Laute kommen raus…, keine Frage, nicht wahr?
Die 3 Jährige erkenne ich an ihren erstaunten Blick auf die Umwelt, als würde sie alles zum ersten Mal entdecken. Auch denkt sie sehr eingeschränkt. Mit 5 bin ich mutiger und gehe ohne viel Überlegung auf die Dinge zu, bin beweglicher und erkenne schon Zusammenhänge.
So komisch, wie das jetzt klingt, aber ich weiß nun auch, warum ich erfolgreich im Beruf war, gemocht wurde. Sicherlich habe ich mich unbewusst immer in das jeweilige Alter bugsiert, und meist aus der Sicht der Kinder gehandelt. In der 5. Klasse sprach und handelte ich anders, als bei den 18 Jährigen. Und wenn man selbst das Fühlen des Alters gerade hat, kann man absolut gerecht und schützend sein, zumal ich selbst alles an Ängsten in Kindern am eigenen Leib erfahren habe. Was auch immer da war … Respekt und Konsequenz. Das wird von Erwachsenen, die Halt geben sollen, einfach erwartet.
Du sprichst von Durchlassen.
Raus kamen sie bei mir schon immer, ohne, dass ich davon was mitbekam. Als ich es vor 10 Jahren merkte, bin ich vor Scham fast gestorben. Heute ist nun anders. Es nimmt total die innere Körperspannung, wenn ich den Kleinen ohne Scham draußen die Zeit lasse. Mit den verletzten Seelchen muss ich noch sorgsamer umgehen, das lerne ich gerade. Aber die „Entdecker“ bekommen alle Zeit der Welt, weil sie mir das Gefühl von wohlfühlen geben.
Da sind noch viel mehr mir „Unbekannte“ im Innen und Außen. Aber ich kann sie nicht alle erfassen und genau sehen. Das wird schon noch irgendwann. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.
Übrigens, als meine Tochter noch bei mir lebte (längst erwachsen), hat sie mich oft auf „Fremde“ in mir aufmerksam gemacht. Sie hat als erstes auch die Jungen gesehen. Oh Mann, man selbst bekommt das ja erst nicht mit.

Innenkinder differenzierbar?

2. August 2013

Ich danke der Bloggerin für den Gedankenanstoß!

Kommentar einer Bloggerin zu „Innenkinder“

„Wie so oft, spricht mich deine Offenheit und Ehrlichkeit sehr an. Ich erlebe gerade viel von meinem hyperaktiven Entdeckerkind, und mir fällt auf, dass ich das Entdecken fast verlernt habe. Danke für deinen Text.“

Ich antworte:

Ja, wenn man die Kleinen einfach mal lässt, egal wie die Umwelt reagiert, dann erstaunt es, wie irre Spaß dieses neue kindliche Erleben macht. Ich lerne wieder, ganz bewusst mein Umfeld zu betrachten und komme nicht aus dem Staunen raus!
Unter der Rubrik “Kurzgeschichten” steht – Anna und die Zauberfee, und auch – Fiona im Switsch. … beides selbst erlebte Situationen der Kleinen. Lies mal!

Bloggerin:

„Ja, staunen. Die Faszination des Augenblicks, der einen verschluckt. Die Zeit existiert nicht mehr. Luft anhalten… passiert mir dann auch oft. War heute auf dem Spielplatz rutschen.

Was mich interessieren würde, sind deine Innenkinder für dich immer klar getrennt voneinander wahrnehmbar? Der, der die Schneeflocken mag, der, der die Vögel beobachtet. Woher weißt du, wer wer ist? Oder vermischt sich auch mal was? Oder hast du die Trennung, Sortierung mit dem Entdecken vorgenommen?“

Ich antworte:

Oh, komplizierte Antwort!

Nein, selten klar.

Manchmal merke ich es sofort an den Bewegungen und der Sprache. Da wird mir schnell das Alter klar, weil sich nun mal Säuglinge, 3 jährige oder 5 jährige völlig unterscheiden in Sprache, Mimik, Gestik und Bewegung. Oft erst danach, wenn ich auf mein Verhalten angesprochen werde und ich nachspüre. An den völlig verschiedenen Interessen merke ich es, und dem Wissen, was gerade da ist. Das Merkwürdige ist auch, dass einige wohl bekannt, stets wieder erkannt werden, aber keinen Namen haben.

Dann ist bei bestimmten, mir wichtigen Personen auch mal ein ganzes Rudel da, das sich gegenseitig schupst, weil jeder Zeit mit dem Menschen haben will. Da erkenne ich kaum was, bin völlig überfordert.

Wie bin ich auf die Kinder gestoßen?

Zuerst über die Intrusionen. Landete im Flash, war total im Kind.

Damit fing es an.

Je sicherer sich alle in mir fühlten, umso mehr zeigten sich nun auch die „unversehrten“ Teile, die, die Spaß haben, entdecken, leben wollen. Über sie freue ich mich natürlich besonders. Aber auch hier verstehe ich noch nicht die Zuordnung. Ist auch Wurst. Ich kann ihr Erleben genießen. Da ist nichts mit sortieren, weil ich es selbst noch nicht so recht verstehe: Nämlich die Frage:

„Sind es die verschwundenen Seelen zum Zeitpunkt des Traumas? Sind es die, die beschützt werden mussten? Ich weiß es nicht. Ich habe nur gelernt, immer besser in mich hinein zu horchen, wenn da jemand mit den Füßen aufstampft, weil er meine Aufmerksamkeit will.

LG

Innenkinder sehr verschieden

31. Juli 2013

Feenja vom Seelenland schreibt:                                                                                                                                  31.7.13

Ich habe lange überlegt ob ich diesen Text schreiben soll, tatsächlich fühle ich mich damit nicht wohl. Trotzdem. Es geht um die Kleinen im System, um die Innenkinder. 
Wie oft musste ich im Internet und auch anderswo lesen, Innenkinder sind in der Regel verschüchtert, reden nicht, malen gerne, mögen Kuscheltiere usw. usf. eben diese typischen Kriterien wie man es sich auch von außen gerne vorstellen möchte.
Bei uns ist das nicht die Realität. Wir haben Kinder innen die überhaupt nicht kommunizieren können von denen nur unverständliche Laute kommen, die wenn sie vorne sind mit ihrem Gegenüber gar nicht interagieren wollen oder können.
Wir haben Kinder innen, die sind nicht unbedingt nett und lieb, sie werfen mit Kraftausdrücken um sich, sie zeigen stark sexualisiertes Verhalten.
Wir haben Innenkinder die die Worte: Pimmel, ficken, Sex, Fotze als etwas “alltägliches” ( ich sage extra nicht normal ) in den Mund nehmen und aussprechen.
Ja, wir haben Innenkinder die viel Angst haben, anhänglich sind bei ein oder zwei Außenmenschen. Aber für uns ist es ein Mythos das Innenkinder immer anhänglich sind, spielen wollen (manche kennen den Begriff des Spielens nicht einmal)
Okay merke es gäbe viel, zu schreiben es ist zu oberflächlich. Ja der Text ist im Moment zu oberflächlich aber wir können nicht mehr.
 

Ich antworte:

Du hast vollkommen Recht. Da sind die, die als Baby noch gar keine Sprache haben können, die nur gurgeln und gestikulieren. Da sind Daumenlutschende, Stumme, aber auch Rotzlöffel mit irrer Lebensfreude. Auch kenne ich die völlig in Sexual-, und Fäkalien-Sprache abrutschenden Jugendlichen ab dem Alter … hört, hört von 10 Jahren. Und die Witze sind meist nichts für anständige Erwachsene, kann ich dir sagen!
Ich denke grade nach, und da fällt mir auf, dass man sicher beim Schreiben das Schmerzhafte verarbeiten will, und deshalb meist von den verwundeten, ängstlichen Kleinen berichtet.

Ist jedenfalls ein Gedankenanstoß -danke dir-, den ich festhalten will.
Mit Spielen ist es bei mir auch nicht weit her. Ich beobachte eher, dass die Kleinen fasziniert von der Natur sind und immer auf Entdeckungsreise. Macht in solchen Momenten richtigen Spaß. Tschaui erst mal. Marie

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Zum Spielen noch ein Wort: So allein vor mich hinsetzen und ne Ewigkeit spielen allein – geht nicht. Klar lass ich mal nen Kreisel tanzen, oder male mal kurz was im Ausmalbuch aus. Aber länger als 10 Minuten?  Neeee! Allein ist spielen blöd. Nun, ich habe Puppen … aber mit ihnen spielen tue ich nicht. Sie repräsentieren meine Innenkinder.
Ich selbst damit spielen, geht gar nicht.
Was ich neu dazu gelernt habe in den letzten zwei Jahren ist, dass es wirklich innen ankommt, wenn ich Bilderbücher, Kinderbücher ansehe, vorlese. Uh, das gefällt den Kleinen, da gehn sie ab wie `ne Haubitze, und zeigen und staunen! Das kann ich gut einsetzen für die „Innere Kindarbeit“.
Für die Kleinsten habe ich eine Spieluhr am Bett … wehe ihr lacht jetzt!
Was ich seit Jahren schon mache, oder die Größeren -keine Ahnung- Babysachen kaufen, auftrennen, den Puppen neu auf den Leib schneidern! Da ist schon eine Kiste voll mit.
Wir haben einen Fußballer unter uns und eine Blance“künstlerin“, die nichts unterwegs auslässt … peinlich!
Tja, Insektenforscher, Biologen voller Erkundungsdrang. Konnte in der Klinik stundenlang im Garten beobachten mit erstaunlichen Ergebnissen!
Manchmal bin ich überrascht, wer da so aus mir rausguckt. Viele Male neue Anteile, die ich nicht kenne. Zu schnell sind sie wieder weg, als dass ich sie identifizieren könnte. Nun, schade einerseits, aber andererseits macht es schon Angst zu spüren, dass da noch so viele unbekannte sind.
Auf jeden Fall wäre jeder willkommen!

Anteile 2003

5. Juni 2013

Freitag, den 15.4.2003

Kaum allein im Auto unkontrolliert die Tränen.
Du bist 10 und heulst. Warum tut sie mir das an? Lieben und verlieren? Ich will zu meiner Mutti, weint es in mir. Viel kleiner. Wein nur!

Hör nicht auf Frau M., da ist kein Sinn. Lass dich nicht verschaukeln. Da ist er wieder, der Rebell.

Pfeif drauf.

Ich erkenne dich, schnoddrig, Schauspieler, du cooles Arschloch hast kein Respekt.
Aber oft die Hilfe, keiner merkt was.
Offensiv; da kommt keiner ran.
Lässt nichts durch. Danke.
Ich durchschaue dich, bist die Abwehr mit der großen Schnauze. Du passt nicht hierher, rede heute anders.
Du blamierst mich. Aber bleib ruhig da. Hinter dir sehe ich die Kleine.
Du hast sie lieb, stemmst deine Arme in die Hüften.
Danke. Da kommt wirklich keiner durch.

Aber was soll ich mit dir tun?
Irritierst mich, zu wenig Platz da.
Ich rücke schon etwas.
Aber du drängelst. Machst deine Witze.
Und die Zähne tun mir weh. Was presst du so?

Bist wütend. Glaub ja nicht, dass ich das nicht merke.
Woher kenn ich dich bloß? Dieser Zorn in dir, diese Kälte
.
Frau Br..mann geht über den Schulhof. Ja, ich laufe los. Und bemerke den Irrtum – es ist nicht meine Mutter. Nur die Haarfarbe stimmt und das Grün in den Augen. Irgendwann gibt meine Freundin ihr mein Tagebuch. 8. Klasse. Der Tag wie heute. Es ist das erste Mal in meinem Leben, wo der Wunsch da ist: “ Bitte hilf mir!!!”  Peinlich, ich vergöttere sie. Dann der Schlag ins Gesicht. “ Ich will damit nichts zu tun haben.”

Hi, Kathrin, hab nach dir gesucht heute. Du erinnerst dich gut, nicht?

Ja, glaub, es war der erste Versuch in meinem Leben – mein erster Hilfeschrei. Nur wegen der Haarfarbe? Nein! Sah sie mit ihrem Kind, 3 Jahre. Zwischen den beiden sah ich Liebe. Weiß noch, ich wollte dazugehören. Eiskalte Abfuhr. Das Buch hab ich in den Ofen gesteckt. Schade! Was stand da drin? Keine Ahnung!

Ab da waren selbst die Lehrer blöd. Und mein Entschluss: Ich mach es besser. Ich werde Lehrer. Dir werde ich es schon zeigen!

Jetzt ahne ich woher du kommst, Rebell. Ahne ich? Warum bin ich mir so sicher? Höre ich dich in Gedanken oder sind es meine Gedanken? Mein Schädel will platzen. Kann doch nicht sein, dass du das Denken übernimmst.

Patientin Dora heute in der Gruppenvisite: “ Dass mir meine Mutter nicht mal 50 Euro anbietet.”

Da warst du plötzlich da, frech grinsend: “Wie kann man so etwas von einer Mutter erwarten. Mädel, du bist naiv. Mütter sind kalte Schweine!”
Meine Zähne tun weh. Aber wir stehen über den Dingen.
“Naives Ding, kennst das Leben nicht.” Lauthals lachst du.

Willst nicht hören lassen, wie es weint hinter dir. Na ja, besser als der Schmerz.

Nachtrag: In der Visite erlebte ich zum ersten Mal zwei Anteile gleichzeitig in mir! Hat mich überfordert, bin danach ins Gelände abgehauen, um wieder runter zu kommen! So ein durcheinander Gequake im Kopf machte Angst!

SMS-Pause …..

Ich sortiere:
das Baby, die Kleine, Mariechen, 10 Jahre, 12 Jahre, der Rebell, das Schlitzauge

Sitze blöd da und frage: Wo ist Kathrin??

K A T H R I N . Scheiß Name.

Meine Schwester J. hieß immer J…, mein Bruder M. immer M…! Ich war immer nur Kathrin. Meinen Wunschnamen hat das erste Mal Edit (Ungarn) ausgesprochen: Kathi.
Oje, ich kapier hier was.

Gute Nacht! Will schlafen.

Eiskalter Tropfen
fällst auf meine Haut
und bist erstaunt
dass ich nicht aufschrecke
Wer ist nun hier im Vorteil?

Kann nicht schlafen. Die Tränen wollen kullern. Weil ich verstehe, was damals passiert ist. War die Enttäuschung so groß? Tat es so extrem weh, dass ich rebellisch werden musste? Obwohl ich verwirrt, geschafft, ausgelaugt bin, etwas Mut mit der aller ersten Erkenntnis: Wann, in welchem Moment in mir etwas Neues entstand. Und ein klein wenig Hoffnung da, dass ich vielleicht auch noch viel mehr verstehe irgendwann.

Eins ist mir seit 2 Wochen enorm bewusst geworden: Schon und nur allein das Wort – MUTTER – lässt alles kippen – Chaos – unkontrollierbar alles.

Deshalb die Angst vor den Gruppenvisiten? Jeder zweite Patient benutzt dieses Wort. Ich hasse das. Kriege Panik – so viel kommt hoch – staune – da braucht es kein Sofa – bin ausgeliefert – selbst in jedem Einzelgespräch.

Innenkinder unbekannt?

21. April 2013

Anja und die Sterne fragte uns auf ihrem Blog, was wir als Magie empfinden. Ich konnte ihr von meiner Sicht auf die Natur schreiben. Heute lese ich einen Artikel von Rosenblatt zu diesem Thema, bin erstaunt über ihre Kenntnisse des eigenen Innenlebens.

Und ganz groß steigt in mir die Frage auf: Warum habe ich nicht die eindeutige Kenntnis über meine Anteile? Rosenblatt kann wunderbar ihre Innens unterscheiden, ihre Gefühlswelt beschreiben und die Funktionalität des Gesamtsystems. Ich dagegen aber stehe da, erinnere mich, wie die Kleine in mir den glitzernden Schnee entdeckt hat, erinnere mich an ihr Denken, ihre unbeholfenen Bewegungen, ihr Erstaunen. Nur in diesem Zusammenhang konnte ich auf das Alter der Kleinen schließen.

Und nun kommt hier mein aktueller Zweifel: Wenn diese Kleine so um die 3 Jahre war, so ein schönes Fühlen und Erleben hatte, wie kann sie dann gleichzeitig auf dem Bett sitzen und vor Angst lieber sterben wollen? (Marie) Kann ein innerer Anteil zwei Seiten in sich haben, laufe ich durch die Welt und kenne nicht mal einen Großteil von mir selbst?

Wenn in Not eine Abspaltung erfolgt, ich die Marie also in mir habe mit allem Leid – das Wesen, dass den Schmerz übernommen hat – ist dann da in mir noch der Teil, der „weggeflogen“ ist, der beschützt werden musste? Wenn dem so ist, warum nehme ich diesen Anteil nicht so bewusst wahr wie die Marie? Ist der beschützte Anteil die Kleine, die ihre Lebensfreude, ihren Entdeckerdrang, ihr Zutrauen behalten konnte? Ist es die Kleine, die mit dem Schnee gespielt hat?

Kann es sein, dass ich vorrangig nur die traumatisierten Anteile kenne? Warum?

Sind sie in ihrem Fühlen so stark, dass wir dagegen kaum die beschützten Kinder wiedererkennen und spüren? Ist mein Grundzustand die Depressivität, weil die „heilgebliebenen“ Kinderseelen noch immer kaum hervorschauen? Werden sie noch immer bedeckt gehalten um sie zu schützen?

So viele Fragen die auftauchen. Nur eines ist Fakt, wie in „Kurzgeschichten“ beschrieben, habe ich wunderbare Momente des Entdeckens und Staunens in meiner mich umgebenen Welt. Eingetaucht darin, kann ich genießen, mit allen Sinnen wahrnehmen. Und in den letzten Monaten konnte ich es immer intensiver. Mein Gehör scheint übersensibel, ebenso mein Geruchssinn. (trotz des 35 Jahren Tabakkonsums)

So und nun die Frage: Kann es sein, dass ich nicht mal die Hälfte meiner Anteile kenne?

Da fällt mir folgende Erkenntnis ein, die ich vor kurzem hatte: Namen zu meinen Anteilen haben sich immer nur dann eingefunden, wenn diese Anteile äußerst bewusst und häufig in mir agiert haben, bzw. wenn plötzlich jemand Neues mein Außen übernommen hat. Im Gegensatz dazu die zwei Jungen. Sie sind seit Jahren da, nehme sie aber nur als Beobachter wahr, kann mir ihre Anwesenheit nicht erklären. Sie agieren auch nie wirklich. Haben sie deshalb keine Namen?

Die 8 jährige, die so viel Angst vor NETT SEIN hat, sie fühle ich agieren. Warum hat sie keinen Namen? Merke, hier ist alles ein Widerspruch in sich.

Genauso fühle ich in mir noch viele kleine Seelen die weinen (deshalb die Einrichtung eines Schlafsaals in unserem Haus), kann sie aber nicht orten und erkennen. Fühle, dass da mehr sind, kenne sie aber nicht.

Ich kriege einfach in mir drin keine Ordnung rein, kein wirkliches Erkennen. Geht es anderen Betroffenen auch so? Braucht man etwa Jahre dazu? Oder liegt es an den Wechseln, die gleichzeitig eine Amnesie bedeuten?

Alles in Allem macht jetzt schon etwas Angst bei der Vorstellung, dass wir eben doch nicht, wie zurzeit, 13 Anteile sind (2 EW pennen ab), sondern viel mehr.

Wenn es aber auch die „beschützten“, damals eingefrorenen Kleinen sind – nun, dann sollten sie ruhig rauskommen. Denn ich bin begeistert von dem erlebten Dingen – Schnee, Vögel, Raureif, Blüten, Düfte, Wasserblasen, mit Babys spielen wollen, mit Kindern abhängen usw.

Oder muss ich den aktiven Part übernehmen? Sie herauslocken, indem ich beim Genießen der Umwelt klar und deutlich den Zeitrahmen verlängere;- mich nen Scheiß drum kümmere, was mich beobachtende Leute denken;- ich die Kleinen in ihrem Wollen einfach LASSE, selbst wenn ich dabei im Sandkasten lande?  Ha, mittlerweile sitze ich einmal pro Woche auf einer Schaukel, und ich suche im Gesteinssplit nach tollen Formen und Farben. Uj, merke gerade, dass es für mich die Angst nehmen soll vor der jeweiligen Therapiestunde. Egal, bringt wohl was. Dann ist es gut, oder?

Zu den Wechseln noch ein Gedanke:

Gestern war ich 9 Stunden durchweg (Premiere der Dauer seit Jahren) in der Öffentlichkeit, eine Fachtagung zur frühen Kindheit (ab Geburt). Da ist mir wieder aufgefallen, dass ich mit aller Macht Wechsel unterdrücke (was irre schlaucht), die Scham noch immer zu groß ist, und ich mich verstecke, wenn es doch passiert, weil niemand meine Tränen sehen soll. Und ich habe erkannt, dass das Unterdrücken meinen Körper so sehr überfordert, dass er zittert, kaum beherrschbar ist, alles schwammig wird. Und dennoch habe ich die Menschen um mich herum ausgehalten, denn sie waren alle ohne Ausnahme da, um sich kundig zu machen, wie eine sichere Mutter-Kind-Bindung  hergestellt werden kann. Also Menschen um mich herum, die sich indirekt meiner Hauptprobleme stellen wollen, Ärzte, Hebammen, Psychologen, Therapeuten usw. Dieses Wissen um deren Wollen hatte etwas Beruhigendes für mich. Denn ich wünschte, dass keinem Kind dieser Welt Ähnliches wiederfährt. Weiß nicht, ob ich dort die einzige Patientin war, nur merken sollte es eben niemand. Nur meine eigene Therapeutin und eine Ärztin kannten mich. PS: Ihr ahnt es – habe meine Batterien aufladen wollen mit Wohlgefühl. Hat nicht so ganz geklappt, weil zu viele Anteile raus wollten und das Unterdrücken zu anstrengend war.

Fazit dieser Zeilen insgesamt: Ich scheine mein Innenleben noch überhaupt nicht zu kennen.


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