Archive for the ‘Ich ticke anders’ Category

Schmerztherapie

3. Oktober 2017

3.10.17

Der Arzt las verdattert meine Ex-Medikamentenliste, (aus 14 Jahren) fragte dann: „Warum war nie ein Antidepressivum dabei, dass auch gegen Schmerzen eingesetzt wird?“
Ich antwortete: „Weil ich 55 Jahre mit niemanden über Schmerzen sprach! Erst jetzt, wo ich meine Mobilität verliere, rücken sie mir mehr und mehr in mein Bewusstsein und sind nicht mehr auszuhalten!“
Hallo Leser,
an verschiedenen Stellen auf diesem Blog habe ich das Thema SCHMERZEN thematisiert. Hauptsächlich mit dem Inhalt: „Ertragen ist Pflicht“
Nun, kein Wunder in einer Gewaltfamilie.
Endlich kann ich darüber reden, und endlich suche ich mir Hilfe. Nun, es waren nicht mehr nur die Füße, sondern mittlerweile auch die Schultern, die alte Knieverletzung und ein akutes Rückenproblem. Es war einfach zu viel für mich.
Über 2 1/2 Stunden haben sich die beiden Ärzte Zeit genommen bei meinem ersten Termin.
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PS: Witzig, oder auch nicht: Habe nur Depression und PtBs erwähnt. Dass einer von beiden Psychiater ist, wusste ich nicht. Schrieb der dann am Ende u.a. eine Diagnose „wesentliche Pesönlichkeitsveränderung nach längerer Gewalterfahrung“ auf. Ich war verdattert, weil ich glaubte, bei diesem Termin normaler als ein Normalo zu wirken. Obwohl er die genaue (meine wirkliche) Diagnose in so kurzer Zeit nicht stellen konnte, war er ziemlich nahe dran, Kompliment. Aber darum soll es hier jetzt nicht gehen.
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Nachdem ich vehemment darauf bestand, keine neue Pillen zu wollen die dick machen, bekam ich zwei neue, mir völlig unbekannte. Ein Antidepressivum und eins gegen epileptische Anfälle, welches wohl oft bei Schmerzen eingesetzt wird.
Was soll ich euch sagen?
Sie helfen!!!!!!
Halleluja!!!!!!
Nicht total, aber die Schmerzen werden weniger. Könnte vor Freude laut brüllen!
Und das nach nur 4 Wochen Einnahme.
Juchuuuuuuuu!

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Meine Innenkinder….sie spielen doch!

10. September 2017

Oh menne, ich habe diesen Artikel 2013 geschrieben….“Innenkinder sehr verschieden)….so viel Zeit ist vergangen!
Heute muss ich sagen:
Ich spiele sehr wohl unheimlich gern ohne Scham. Und meist sind es Jungen, die sich fast jede Woche im Laden durchsetzen und auf ein Matchboxauto bestehen. Es sind mittlerweile weit über 100 Autos! Am liebsten haben wir Flugzeuge. Liegt wohl daran, dass die Jugendliche früher Segelfliegerin war.
Ein Straßenteppich musste auch schon her für die Autos!
Cool ist, dass unser Enkelkindchen ein Junge ist! Nun kaufen wir vieles an Fluggeräten von Lego, jedenfalls nach und nach, wie es das Portemonnaie erlaubt. Dann baue ich zusammen mit der Ausrede, für den Enkel schon mal zu üben! Hihi. Schaut mal:

Pssst, ich spiele, nicht oft, aber gern😂🤣😂🤣😂🤣😂🤣😂
Meine Matchi-Sammlung ist riesig! Vielleicht weil ich als Kind kein einziges Auto besaß! Ich hole viel nach!
An der Großbaustelle um die Ecke bleiben die Jungs oft ewig stehen und sind begeistert von den Baggern und Tiefbohrern. Oft glaube ich, im Innen mehr Junge zu sein als Mädchen!

 

Selbsterkenntnis?

3. Mai 2017

3.5.17
Ich antworte auf einen Kommentar, indem es um die schlimmsten Begleiterscheinungen von Depression geht, und staune gleichzeitig darüber, warum die darin enthaltene Selbsterkenntnis nicht täglich in meinem Bewusstsein ist.
Wäre ja mal echt toll.

Ich schreibe:

Meine regelmäßigen Medikamente zur Nacht waren meist gegen die Angst.
So ganz langsam pendelt sich bei mir ein neuer Schlafrhythmus ein.
Gegen Mitternacht werde ich erschöpft und gehe ins Bett. Nun tritt der Schlaf schon eine Stunde eher ein. Wenn ich aufs Datum des Artikels sehe: Pro Monat eine Stunde eher….das wäre doch etwas, mit dem ich mich zufrieden geben kann. So hoffe ich.
Ich werde zwischendurch aber nicht mehr so oft wach. Juchz.
Was ätzend ist: Bei jedem Aufwachen am Morgen habe ich mehr als nur Kopfschmerzen. Das nervt. Zwingt mich aber aus den Federn, weil nur Ablenkung hilft, die Schmerzen zu ignorieren.
So bescheuert das jetzt auch klingen mag: (bla bla von den Psychologen…) aus dem Dilemma, in du gerade steckst, bin ich nur rausgekommen, weil ich mich aufs Fahrrad gesetzt habe, einfach so, und wenn das Ziel nur eine Eiskugel war.             (Da hat mir meine Sucht auf Süßes geholfen.)
Und dazu die Augen auf für Fotomotive……so konnte ich den Blick weg von mir, hinaus ins Detail der Welt/Natur wenden.
Und schon hat sich die Wahrnehmung verschoben zu etwas Positiveren.
Kaum zurück, benutze ich Zeit, die Fotos anzusehen, auszusortieren und zu bearbeiten. Damit vergingen dann auch Stunden, die ich nicht weggedisst habe.   Und wenn am Ende ein einziges gutes Foto dabei raus sprang…..Halleluja…..da zeigen sich Freude und Stolz! ( nur für mich allein im Kämmerlein)
Diese zwei „Dinge“ nicht von außen zu bekommen, sondern aus mir selbst heraus, ich glaube, das war der Schlüssel für mich.
Etwas AUS MIR und VON MIR gab mir nach langer Zeit endlich mal Kraft.
Bewunderung und Lob von außen (nach ’ner Lesung oder Ausstellung) waren innerhalb eines halben Tages verschwunden, einfach nicht mehr in mir drin. Es ließ sich einfach nicht verankern in mir.
Schon merkwürdig, es dauerte 15 Jahre um zu fühlen, zu verstehen, dass fühlbarer Stolz nur aus mir selbst heraus kommen kann.
Und Stolz (schätze mal, hat was mit Selbstwert zu tun) hob mich immer häufiger vom Sofa hoch, weil ich dieses Gefühl mochte und immer mal wieder Fühlen wollte.
Das kennt man ja, positives Fühlen ist so selten! Also bemühe ich mich seitdem immer mehr darum. Fazit: Ich kümmere mich um MICH.
Schätze mal, dass ich damit auch das Gedankenkarrussell um nur Negatives etwas durchbrechen kann. Jeden Tag aufs Neue arbeite ich daran.

Und trotzdem weiß ich, wie unsagbar schwer der Kampf ist.
Lg von Mari

Beziehung leben können?

28. April 2017

Ohne Dich gibts kein Ich!?????

25. April 2017

19.4. und 25.4.17

Wieder so eine Nacht, in der ich keinen Schlaf finde, die Gedanken um alles kreisen. Und dann weinen die Kleinen, sie brauchen Trost und überschütten mich mit ihrem Fühlen.
Warum verliere ich Menschen? Oder warum kann ich nicht auf neue Menschen zugehen?
Verlieren.
Ich glaube zu oft, zu viel an das Gute in einem Menschen. Scheine nicht bei jedem Menschen das Bauchgefühl zu haben, das mir meist den richtigen Weg zeigt. Wie verliere ich Freundschaften? Ich kann jahrelang (leider) Verletzungen schlucken. Aber irgendwann tut die Summe so weh, dass in mir drin eine Mauer hochfährt, die mein Fühlen völlig abschneiden will. Kann von heute auf morgen einen Strich ziehen, d.h. einen Menschen aus meinem Leben werfen. Scheine eiskalt zu sein, bin ich aber nicht. Irgend jemand von uns trifft die Entscheidung uns zu schützen, macht diesen Cut. Dieser Jemand fühlt nichts, rein gar nichts. Er regelt nur, organisiert. Ich selbst leide wie ein Hund darunter, oft Jahre danach noch.
OHNE DICH GIBTS KEIN ICH! ??????
Was ist das Ich?
Es ist die, die Lyrik und Prosa schreibt, es ist die, die malt, eine andere fotografiert, eine liebt den Sport, eine andere die Geselligkeit…..u.u.u!
Aber all die existieren nur, wenn wir in einem sozialen Kontakt eingebunden sind.
Bricht der weg, fallen wir in einen luftleeren Raum ohne Freude und ohne Lebenslust. Ist das typisch Depression? Wir werden wie starr, können kaum die Wohnung verlassen. Keiner von uns geht einem Hobby nach, keiner. Da ist nur ein Sitzen, ein Sitzen, Stunden vergehen lassen einfach so. Ein Raum, indem es kein ICH gibt. Da gibt es nur dieses tiefe schwarze Loch, um uns, in uns, als wären wir das Schwarze selbst. Und mit jedem Tag der vergeht, steigen wir immer tiefer in das NICHTS.
Und besonders in solchen zermürbenden Zeiten klammern wir uns an das Lächeln, das uns 2012 begegnet ist, das bis in unseren Kern vordrang. Und so sehr dieses Lächeln auch Mut macht…die Sehnsucht, ihm mal wieder in ECHT zu begegnen, ist so gigantisch groß! Drei Jahre sind vergangen seid der letzten Begegnung. Das Vermissen tut weh. Ich kann mir nicht erklären, warum ich diesen Menschen so sehr brauche. Die Liebende Erwachsene von uns….könnte sie so eine Ausdauer haben im Lieben ohne jegliches Liebes-Echo über Jahre hinweg? Ich habe keine Ahnung. Wohl darum will ich immer glauben, dass es die ganz Kleinen von uns sind, die nicht loslassen wollen.

Ist genau dieses absolut treue Festhalten an einer Person krankhaft??
Oder kann Liebe einen Menschen tatsächlich über viele Jahre hinweg an einen einzigen Menschen binden, obwohl man mit diesem niemals eine Beziehung hatte, mit dem man über die Zeit zwar Kontakt hatte, der aber nicht mal annähernd an freundschaftlich heranreichen würde?
Oder hat diese unbedingte Fühlen damit was zu tun, dass in der Summe über 40 Meinwesen das Engelchen lieben? Ist es möglich, dass sich aller Fühlen auf einen riesigen Stapel packt und somit an Mächtigkeit summiert?
Oder ist dieser Gedanke (basierend auf innere Wahrnehmung) nur eine Ausrede für ein „krankhaftes Lieben“??????
Antworten werde ich wohl niemals finden.
Darum frage ich in die Welt des Internets hinein:

Gibt es da draußen jemand, der Antworten hat? Vielleicht sogar jemand vom Fach „Gehirn“????

Ich bin das Nichts

3. April 2017

das nichts
keiner braucht es
das nichts
niemand sieht es
das nichts
ist tief und schwarz
ist hohl und stumm
das nichts
ist nichts im nichts
das nichts
bin ich

3.4.17
(kb)

Kampf um den Schlaf

3. April 2017

3.4.17
Was ich gegen die nächtlichen Ängste tat

Bemerkung im Voraus dazu, wie lange Zeit meines Lebens ich mit JEMANDEN mein Schlafzimmer teilte.
0-16 Jahre      -mit der Schwester……nur drei Erinnerungsfetzen
16-22 Jahre    – Internate ….. mind. zu dritt
25-34 Jahre    – Ehe

Seitdem, und dem Zusammenbruch mit Öffnung alter Erinnerungsschleusen lebe ich allein, also seit 23 Jahren. (so gesehen ist das sehr sehr traurig)
Jedenfalls musste ich allein mit allen Sympthomen der PTBS zurechtkommen, hatte also so manches ausprobiert.
Nun zum Thema:
Bevor ein neuer Tag beginnt, sollte ich erst einmal einschlafen am Abend. Vor rund einem Jahr setzte ich die Tabletten (habe fast alle möglichen Varianten durch) zur Nacht ab, nach 12 Jahren schlucken gegen die Angst. Will meinen Körper wieder normalisieren. Aber einfach mal so vor Müdigkeit einschlafen geht seit vielen Wochen wieder nicht. Oft stehe ich morgens um drei dann noch einmal in der Küche, rauche eine, sehe in den Hof mit dem Gedanken: „Nun aber wirst du einschlafen, und wehe nicht!“
Um das störende kreiselnde Denken zu stoppen, habe ich mir angewöhnt, einen Minifernseher im Schlafzimmer so leise laufen zu lassen, dass ich gerade noch so manche Worte hören kann. Zuhören, um nicht selbst zu denken. Markaber: Das Programm darf keine großen Tonwechsel haben, keine laute Musik dazwischen, die mich hochschrecken lässt. Die einzigen Stimmen, die mich monoton in den Schlaf lassen sind die der Sprecher von „Medical Detectivs“ o.ä.!
Angst vor dem „im Schlafzimmer allein sein“ ….. so als würde man auf etwas warten (grauenvoll) brachte mich vor vielen Jahren dazu, es mit Hintergrundgeräuschen des Fernsehers zu versuchen. Jahre vorher wollte ich aus Angst ja nicht einmal das Wohnzimmer verlassen zur Nacht. Das schaffte ich aber, nachdem mein Schlafzimmer zu einem Mädchenzimmer wurde, Himmelbett, Feenbilder. Alles zum Wohlfühlen der Kleinen. Zum Eingewöhnen waren wir tagsüber viele Stunden in dem Zimmer, spielten dort……und so wurde es zu unserem Zimmer ohne Angst.
Jetzt lieben wir dieses Zimmer…..und trotzdem…es findet sich kein Schlaf, selbst wenn wir hochgradig erschöpft sind vor lauter Müdigkeit. Da sind keine mir bewussten Ängste! Da ist eine diffuse Unruhe, die ich nicht begründen kann. Selbst die Körperhülle zuckt ruckartig, um uns aus dem Einschlafen zurück zu holen.
Jedesmal neu nehme ich Sophie, symbolisch unsere Kleinste in den Arm, rieche den Duft ihres Engelchens (Wunschmami), der Atem wird ruhiger, aber……..
Es nervt, seit Monaten nicht in den Schlaf zu kommen. Aber ich möchte meinem Körper die Chance geben, ohne Chemie auszukommen. So rede ich mir jede Nacht gut zu: Hey, du musst ja Morgen früh nicht raus, kannst ja ausschlafen.
Das tu ich natürlich nicht, denn wenn ich dann irgendwann in den Morgenstunden eingeschlafen bin, würde ich nicht vor 7 Stunden aufwachen. Mein Körper würde sich diese Dauer holen, das kenne ich schon! Also stelle ich mir täglich den Wecker, damit ich noch was vom Tag habe.
Eigentlich hatte ich gehofft, mit dem „Schlafabbruch“ in der Früh eher am Abend müder zu werden! Auf Dauer nur 3-4 Stunden Schlaf müsste ja müde machen, oder?Fehlanzeige. Jede Nacht will mich um drei Uhr in der Küche sehen.
Noch vor zwei Jahren lag ich wirklich täglich spätestens zur Mittagszeit auf dem Sofa, habe mich bewusst weggedisst aus der Realität, weil ich das Leben nicht ertragen konnte. Habe die Depressivität „beschlafen“!!! Taumelte dann durch den Tag, und nach z.B. zwei, drei Seiten Buchlesens war ich wieder so müde, dass ich mich wieder hinlegte. Mit dem Umzug zurück in meine Heimatstadt wollte ich soooo vieles ändern! Verbiete mir gegliches Einschlafen, Hinlegen tagsüber. Nun erst recht, weil ich ohne Medikamente in die Nachtruhe will.
Das Ergebnis vom Ganzen?
Bin erschöpft, aber schlafe schlecht ein. Halte es so zwei Wochen aus, dann aber schlucke ich einmal eine Zopiklon, um mal eine einzige ganze Nacht zu schlafen. Nur alle zwei Wochen so eine Pille geht doch, oder? Trotzdem macht mich das extrem unzufrieden! Schließlich ist das auch Chemie, und was für eine! Sie steht seit 12 Jahren auf meinem „Speiseplan“, da ich aber um ihre Abhängigkeit machende Wirkung weiß, kommt sie nur sehr selten zu Einsatz.
Ich will aber endlich von allein schlafen können, wie jeder andere auch!
Alles Mögliche habe ich versucht: heißen Kakao, Honigmilch, lesen, meditieren……nichts davon kann meinen Kopf ausschalten! Das Gehirn läuft auf Hochtouren und ich weiß nicht warum.
Ich erinnere mich, dass ich schon einmal gefragt hatte: Wer will mein Gehirn haben?  Gebe es ab, lasse es amputieren!

PS: Unerträgliche, aber zur Existenz dazugehörige Schmerzen am ganzen Körper habe ich mal bei diesem Thema ausgeschlossen, weil ich sie nicht als Ursache sehen will.

Psychotherapie-Richtlinie

7. März 2017

Von Moon Stegk zu neuen Therapierichtlinien

blog_gestalttherapie_luebeck

Die Änderung der Psychotherapie-Richtlinie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) beschlossen und tritt am 01. April 2017 in Kraft.
Zu den Neuregelungen gehören u.a. die Einführung von psychotherapeutischen Sprechstunden, Akutbehandlung, telefonischer Erreichbarkeit, Rezidivprophylaxe und Veränderungen bei der Beantragung von Kurz- und Langzeittherapien.

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Eine Ahnung von – Familie

17. Dezember 2016

17.12.16

Bin gerade zurück vom Weihnachtsmarkt. In mir drin ein unheimlich warmes Gefühl, eine Ahnung vielleicht von dem, was hätte sein können, wie es hätte sein müssen, wie es sicher zu 70% bei den Menschen ist :…..!!!!!!  Familie !!!!!!!

Ich war auf dem Markt mit meiner schwangeren Tochter, ihrem Lebenspartner, dessen Eltern und zwei Geschwistern. Und es war einfach nur toll. Die Eltern und Geschwister habe ich erst das zweite Mal gesehen, und trotzdem war da so ein toller Einklang….ich genieße das Gefühl einfach noch.
Vielleicht war das Band um uns herum das Wissen seit gestern: Es ist ein Junge. Und es wird das erste Baby in der Familie des Schwiegersohnes. So freuen sie sich besonders doll.
Naja, von mir ganz zu schweigen, denn: Meine Tochter wird auf gewisse Art immer mein Baby bleiben (vermutlich fühlt das jede Frau so), aber nun wird sie selbst Mutter….einfach irre schön, da gibt es irgendwie nicht die richtigen Worte für. Unbeschreiblich.
Seit Mittag waren wir zwei schon fürs Baby shoppen, nach einer Mini- Verschnaufpause ging es dann zum großen Familientreff. Auf dem Markt 3 Stunden wieder auf den Füßen…..ihr ahnt es -> die Füße hatten schon beim Einkaufsbummel wie blöde geschmerzt….und dennoch bin ich wieder los – Zähne zusammen gebissen ….aushalten, aushalten! Aber diese wunderbaren Stunden mit dieser Familie entschädigten alles.
Nun sitze ich hier zuhause, habe die Füße hochgelegt, und labe mich an dem Gefühl, Familie erlebt zu haben. PS: Ich freu mich besonders für meine Tochter, dass sie das erleben darf. Seit sie 6 Jahre war, lebten wir allein, und etwas später gab es keine Kontakte mehr zu Tante, Onkel, Oma usw. Wir hatten nichts mehr an Familie, gar nichts. Nun aber bekommt sie gleich ein große dazu, ist das nicht wunderbar?!!!!!!
Ich wünsche euch da draußen einen schönen vierten Advent.

Foto: das Shirt habe ich für sie bemalt 😜😜😜😆😆😆

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Endlich im HIER und HEUTE

18. November 2016

18.11.16 aus dem Tagebuch

Es ist still geworden in den letzten Tagen.
Nach so viel Aufruhr, so viel Stress und Angst haben sich in mir Einige aufatmend in die Ecke gelegt. Sie müssen nicht mehr WACHEN, nicht mehr auf halb-Acht-Stellung sein.
Der letzte Therapeutenbesuch war nicht leicht: Jemanden ins Gesicht zu sagen: „Ich gehe hier jetzt weg, weil ich mich selbst schützen muss! Außerdem zollen Sie mir keinerlei Respekt.“ (sie ließ mich 20 Minuten schmoren, obwohl niemand weiter in der Praxis war) Wow, ich habe es geschafft! Nur zwei Minuten dauerte die „Therapiestunde“. Brief übergeben, mein Buch geschnappt und weg war ich.
Da war dann erst einmal ein großes schwarzes Loch, aber ich glitt nicht wie sonst hinein. Es scheint, als ob es bis ins Innerste angekommen ist, dass wir uns selbst etwas wert sein müssen. Ich kann wieder etwas besser schlafen, und ich widme mich dem Basteln, Nähen und Stricken……Dinge, die mich runterfahren! An eventuelle Ängste im Morgen, Übermorgen…denke ich nicht. Ich lasse mich treiben im Heute und spüre, dass dies genau das Richtige momentan ist! Kein „Oje, was wird sein!“. Einfach nur Dinge tun in diesem Moment, die mir Spaß machen.

Leute, habs noch gar nicht erwähnt. Ich freue mich riesig drauf, auch wenn es ziemliche Aufregung verursacht: Ich werde im Rahmen eines Weihnachtskonzertes in einer ausverkauften Kirche Lyrik von mir lesen. Macht mich nervös….in so einem Rahmen! Aber: Juchuuuuuu!

Gretas Lächeln

1. November 2016

 

Gretas Lächeln

Nur ein Fehltritt auf nassem Stein und alles kam ins Rutschen.
Hart schlug sie mit dem Kopf auf, und trotzdem suchten ihre Hände verzweifelt nach einem Halt. Dabei riss sie Grashalme aus, brach einen Busch ab und entwurzelte ein junges Bäumchen. Auf dem Bauch rutschend nach das Tempo zu, dem sie nichts entgegensetzen konnte. Ein Fingernagel nach dem anderen brach ab am felsigen Untergrund. So sehr sie auch suchte und griff, da fand sich kein Halt, nichts, was ihren Absturz hätte verhindern können.
Als sie sich ihrem Schicksal ergab, die Hände nur noch nutzte um den Kopf zu schützen, da schmeckte sie das Blut, roch den nassen Boden, hörte das Getöse der herabstürzenden Steine. Dann war sie mittendrin, das Tempo nahm rasant zu, bis der freie Fall kam.
Eine Hundertstelsekunde war ihr, als schwebe sie, leicht und frei. Die Zeit reichte, um ihr ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern.
Sie wurde 4 Tage später gefunden unter zwei Meter hohen Geröllmassen.
Das Lächeln in ihrem Gesicht ist heute, 21 Jahre später, noch immer das Gesprächsthema im „Schwarzen Adler“.

Mari, 1.11.16

Mich trifft der Schlag

25. Oktober 2016

Da lese ich doch gerade bei mir in der Statistik unter Suchbegriff:

„multiple Persönlichkeit kontrollieren lernen“

Gehts noch?

Wir wissen über uns…

23. Oktober 2016

teilweise Briefauszug (der Thera gegeben) und tw. Tagebuch:

Es gibt keine gemeinsamen Erinnerungen.
Entweder werden sie leblos übermittelt, oder aber der Anteil ist draußen, kann berichten unter unsäglichen Gefühlen.
Die heute erwachsene ##jährige ist eine vor rund 3 Jahren erschaffene Außen-Ich-Funktionieren-Person, kein wirklicher Anteil. Sie ist jemand, der alles zusammen hält, gegen die Depressionen angeht, im Inneren versucht zu vermitteln, zu ordnen und uns damit zu stabilisieren.
Aber sie ist ein Hohlkopf! Denn in ihrem Kopf sind keine eigenen biografischen Erinnerungen, keine langjährigen Erfahrungen über Gefühle, Bindung, Sozialverhalten usw. Ihr Kopf fängt von vorne an.
Wenn es was zu wuppen gibt, ist sie also vorn.

.
Ich soll in der Therapiestunde spontan sagen, was mir in den Kopf kommt.

??????????????? Sie bekommt das ganze Denken vieler Anteile total wirr als Buchstabensalat in ihren Kopf geschickt. Was soll sie damit anfangen, was aus diesem Salat fischen? Nicht nur dass sie überfordert ist, sie kann auch keinerlei Bezug herstellen. Was sie von unserer Vergangenheit weiß, hat sie aus den Tagebüchern. Diese ##jährige ist nicht therapiefähig, denn so gesehen ist sie eine Außenstehende.

Ich soll in der Therapie die Kindersprache unterdrücken, sondern aus der Sicht einer Erwachsenen reden!

??????????????????????
Dilemma: einerseits absolute Spontanität erwünscht -soviel zum Thema Assoziation- andererseits Kind wegdrücken, draufschauen was gedacht wurde, in Erwachsensprache umwandeln und dann erst aussprechen! Na das nenne ich mal Spontanität!
Mal abgesehen davon, a) dass sich kaum noch Kleine nach draußen trauen in der Stunde und b) der Kopfsalat.
Druck, Dilemma, Anspannung und Gedanke:
Die Therapeutin weiß zwar von den Anteilen, gibt Ratschläge dazu, aber arbeiten will sie nicht mit ihnen? Da kam schon mal resolut der Satz:“Sagen Sie ICH, nicht WIR!“ Das ist hart! Wir fühlen Ablehnung und denken, dass sie nicht wirklich versteht, was Viele-sein bedeutet, dass sie nicht an wirkliche eigenständige Meinwesen glaubt.   (Und in Wir-Form reden und schreiben wir doch absolut selten.)
Aber ohne die Meinwesen mit ihren Erinnerungen geht die Therapie doch gar nicht.
Was wir als Kind waren, durften wir damals nicht sein!
So wollten wir nie wieder fühlen. Wir möchten sein was wir sind!
SEIN DÜRFEN!

Bitte nicht Sein SOLLEN!

PS: Das Switchen kann ich zu 95% nicht beeinflussen, wie soll ich da kontrolliert sprechen können?

Nachtrag: Erlebe ich eine Retraumatisierung? Denke schon.

Unsere Jung’s sind Autofreaks

9. August 2016

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Muss echt aufpassen, dass wir nicht zu viel einkaufen.

Und dann…..seit Wochen freuen wir uns, tagtäglich Bagger anzusehen, und gigantische Bohrer!!!! Direkt dort wo wir wohnen. Nur die Große regt sich auf über den Krach und den Staub. Hi, Hi!

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Baaaaaaagggggger 😄😄😄

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Juchuuu

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Langsam verschwindet das Haus.

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Warum ich nicht verstehe, dass andere Menschen gerne leben.

9. August 2016

Die Antwort habe ich aus dem Netz gezogen. ( Dr. Ingrid Olbricht)  Besser kann man diesen Fakt nicht beschreiben.

ES IST DER VERZWEIFELTE KAMPF UM DAS GEFÜHL DER EXISTENZBERECHTIGUNG.

(die Fotos lassen sich einzeln öffnen und vergrößern)

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Verstrickt – die Kunst des Loslassens

5. August 2016

Was für eine Last!

therapeutenseele

Für die Eisprinzessin, die nur in sich selbst das finden kann, was sie im Anderen sucht.

Meine Supervisorin schaut mich mitfühlend an: „Sie werden keinen herrschaftsfreien Dialog hinbekommen. Sie können nicht mit einer ehemaligen Klinikpatientin nach deren Entlassung privat in Kontakt bleiben, das funktioniert nicht.“ Ich schlucke, weiß nicht, was ich antworten soll. Klar ist mir das ja auch, irgendwo tief im Inneren. Aber. 1000 Gedanken, warum es doch gehen könnte, warum in diesem Fall alles anders ist. Gleichzeitig 1000 Argumente, warum es eben nicht gehen kann, warum meine Supervisorin recht haben könnte mit dem, was sie sagt. Ja, was mach ich denn jetzt DAMIT?! Bevor ich weiter darüber nachdenken kann, stellt sie mir schon die nächste Frage, jetzt weniger mitfühlend, eher forschend-interessiert: „Was ist es denn, was Sie da nicht loslassen können?“ Ja, wenn ich das wüsste. „Ich weiß nicht,“ sage ich leise, „generell kann ich eigentlich ganz gut loslassen.“ Nur hier eben nicht. Und…

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Buchvorstellung – Hand an sich legen: Diskurs über den Freitod

2. August 2016

O.W.

therapeutenseele

1976 legte der Schriftsteller Jean Améry mit seinem sehr lesenswerten Essay Hand an sich legen: Diskurs über den Freitod ein bisher einzigartiges Plädoyer für die seiner Auffassung nach letzte, persönlichste Freiheit vor. Die Frage nach der Wahlfreiheit des eigenen Todes wird von Améry in seinem Werk aus einer zutiefst existenzialistischen Betrachtungsweise heraus verhandelt, die Würde der mit einer so definierten Haltung zum Suizid als ein „Privileg des Humanen“ verstanden. So viele Jahre die Veröffentlichung dieses umstrittenen Werks auch zurückliegt, so relevant ist das Thema noch heute. Immer wieder wird in unserer Gesellschaft an verschiedenen Bezugspunkten darum gerungen, wie mit jemandem umzugehen sei, der – aufgrund seins ureigensten Soseins – die als ’normal‘ angenommene Hinwendung zum Leben nicht teilt beziehungsweise für sich nicht annehmen kann oder will.

Améry war ein Mensch, der wusste, wovon er schrieb. 1912 als Sohn jüdischer Eltern in Österreich geboren, wurde er im Dritten Reich als Widerstandskämpfer von SS-Schergen gefoltert und als KZ-Häftling interniert. Seine…

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Immer da mein einziger Freund

22. März 2016

22.3.16

Tiefe Sehnsucht in uns!!!

 

Die Mitte

10. Dezember 2015

Oberflächenspannung

Kreidezeichnung „Öl auf Wasser“

10.12.15

Wo ist die Mitte, wenn es nach allen Seiten quillt, eruptionsartig, ohne Maß. Die Mitte finden, könnte bedeuten mich zu finden. Mich, das ICH, erträumt definierbar, erwünscht berechenbar, und vor allem entschlüsselbar.
Die Mitte … Mittelpunkt der Waage … würde alles im Fluss halten. Ein schier unerfüllbarer Traum von mir.
Die Mitte, die keinen Halt nach außen braucht, die in sich selbst ruht.
Die Mitte, die Stille verspricht und den Blick in’s Außen zulässt.

Sehnsucht danach bedeutet zu hoffen. Hoffnung zu spüren heißt für mich Kampf. Kampf darum, weiter zu leben.

Starre

3. Juli 2015

3. Juli 2015

Wo mich monatelang eine innere Unruhe trieb, die neue Wohnung fertig zu bekommen, alles im Inneren Hochkommende zu verdrängen, mich nur mit dem Außen zu beschäftigen, erklimmt heute in mir an jedem einzelnen Knochen ein Rumoren empor, nagt bis ins Mark, scheint sich zu einem inneren Explosionsherd zu entwickeln.
Es gab tausend Momente, bei denen ich da saß und dachte: „Und nun?“ Es gibt nichts Schlimmeres, als diesen Gedanken. Was fange ich nun mit mir an? Was soll ich tun? Saß einfach so da mit der Erkenntnis: Ob ich hier nun rumsitze oder nicht, es ist für die Welt da draußen uninteressant. da könnte ich doch gleich wieder ins Bett gehen. Buh, mir fehlt mein Beruf so sehr, meine Aufgabe.
Oja, höre jetzt schon Stimmen von Außenmenschen: Dann tu doch endlich was. Geh in einen Verein, engagiere dich ehrenamtlich usw.! Weiß ich doch alles. Aber dieses Dasitzen ist verbunden mit einer eisigen Umklammerung, mit einer Lähmung des Körpers, des Geistes. Irgend etwas in mir will verhindern, dass mein Geist anspringt, dass sich ein Leben lebt in mir. Und je mehr ich mir dessen bewusst werde, um so klarer werden die Hintergründe.
Teile in mir wissen um die Anwesenheit der Eltern in dieser Stadt, blockieren vieles an Aktivitäten, um eine Begegnung auszuschließen. Mir selbst ist das völlig Wurst. Eine andere Hemmschwelle für den Lebensmut ist die Tatsache, dass ich hier in der Stadt noch keine psychologische Begleitung gefunden habe. Da nagt die Angst, bei Zulassung intensiven Lebens in mir, hoch kommende Flashs nicht abfangen zu können. Ich verweigere das Leben, aus Angst vor dem Leben. Wenn das nicht völlig absurd ist. 12 Jahre lang hatte ich auf die eine oder andere Weise stets eine Begleitung, eine Begleitung durch Personen von außen, wo ich in größter Not vorsprechen konnte. Habe ich dadurch mein selbstständiges Leben verlernt? Bin ich feige geworden?
Radikale Akzeptanz! Ist klar! Depression ist so und so, bla, bla, akzeptiere dich damit, bla, bla. Ich kann doch nicht mein Restleben lang alles auf Diagnosen abschieben! Ich muss doch endlich mal zu Potte kommen! Ich hasse diese Starre in mir, auch wenn ich deren Ursache kenne. Wissen um die Dinge bringt mich aber auch nicht weiter.
Meine Freunde hier? Klar habe ich diese Kontakte. Aber Freunden erzähle ich eben nicht, was mit mir los ist. Ich nutze jede Kontaktmöglichkeit, die mir angeboten wird, (Oje, ich selbst suche den Kontakt noch immer nicht von mir selbst aus. Warte stets ab. Fühle mich noch immer zu viel.) mache alles mit, aber um Hilfe bitten, oder mich bei ihnen auskotzen, das tat ich nie, und werde ich nie tun.
Oft steigt in mir ein Vergleich hoch, der mich nervt: Da sitzt ein Kind rum, das auf einen Stups wartet, damit es loslaufen kann, oder darf. Als ob ich von außen eine Erlaubnis bräuchte.
Während des Schreibens wird mir klar, dass es sich tatsächlich um Zustände innerer Anteile handeln wird, was auch die innere Unruhe erklärt, die mich beim „So-dasitzen“ befällt. Ich finde keinen Nenner der vielen inneren Wünsche, viel zu unterschiedlich die Vorstellungen vom Tun, zu große Interessenunterschiede aufgrund der so extrem unterschiedlichen Altersstufen. Dieses Chaos lähmt mich.
Oje, und prompt verstehe ich, dass ich noch immer nicht die Arbeit nach Innen beherrsche, noch immer keine Innenkonferenzen abhalte, noch immer nicht auf die Bedürfnisse der Einzelnen eingehe. Und da genau lande ich beim Ausgangspunkt:: Angst vor dem aktiven Leben. Seit 8 Monaten bin ich jetzt in dieser Stadt, und seitdem blockiere ich alles von Innen Kommende, aus Angst, überrollt zu werden. Und dies sind dann auch die Monate, in denen ich nicht schreiben kann, nicht im Tagebuch, nicht im Blog. Denn Schreiben bedeutet nachdenken, dem Inneren nach zu spüren. Und das jagt mir Angst ein, wenn ich keine Therapeutin zur Not habe.
Angst macht starr. Starre nimmt mir das Leben.

Und wenn ich für dich fliegen muss

17. April 2015

Lied meines ehemaligen Schülers Matthias Schweighöfer

https://m.youtube.com/watch?v=0KyBV7FV1sc

Video: Versuch der Erklärung einer Dissoziativen Identitätsstörung

17. April 2015

https://m.youtube.com/watch?v=NpdJ3DHa1c4

Fehlende Konzentration und Panik in Stresssituationen

18. August 2014

In den Zeiten, in denen von mir nur abverlangt wurde, den Alltag irgendwie hinzubekommen, dabei nur meinen Interessen zu frönen, nur wenige Termine wahrnehmen zu müssen, in diesen Zeiten glaubte ich oft, grundlos in Rente geschickt worden zu sein. Dabei vergaß ich aber, dass ich Kontakte in die menschliche Welt da draußen tunlichst vermied, und mir alles an Angst einflößenden Dingen vom Leibe hielt.

Seit den Wochen aber, in denen ich nun schon mit dem Umzug beschäftigt bin, holen mich die Defizite ein, und lösen wieder riesiges Entsetzen in mir aus. Entsetzen darüber, dass ich nicht mehr wie früher, mehreren Dingen gleichzeitig Aufmerksamkeit schenken kann, dass schon nach wenigen Organisationstätigkeiten in mir starke Unruhe auftritt,  dass ich schnell erschöpft bin, und Switches mich wie blöd da stehen lassen – ich nicht mehr weiter weiß, weil das Gehirn/ Denken wie ausgeschaltet scheint. Ich verliere mich auch oft in Kleinigkeiten, fange mehrere Dinge gleichzeitig an, wo aber letztendlich alles liegen bleibt, weil sich im Kopf einfach kein Plan finden will. Zeitdruck versetzt mich dermaßen in Panik, dass ich am liebsten heulen möchte. Dieser Drang von früher, alles perfekt hinzubekommen, stellt mir nun ein Bein. Er setzt mich unter Druck, volle Pulle. Und Druck ist es, was mir die letzten Jahre die größten Probleme gemacht hat. Da entstehen in mir Stress, Unruhe, Gegenwehr, an Schlaf ist kaum zu denken. Mein einziges Rezept, den zu organisierenden Dingen Herr zu werden, ist das Notieren. Ohne sichtbare Notizen bin ich aufgeschmissen. Eine Planung im Kopf zu haben, ist nicht mehr möglich. Auch die Vergesslichkeit steigert sich im Stress. Mich auf etwas konzentrieren, wie lesen oder ähnliches, geht nicht mehr. Bemerke an mir, dass ich alle Dinge im “Außen” machen muss, weil da kein Platz im Kopf für ist. Das nenne ich mal verrückt. Trotzdem, ich habe immerhin für mich einen Weg gefunden, alles Wichtige erledigen zu können. Klar liegen meine Nerven völlig blank, aber ich klammere mich an die Tatsache, dass es zu einem bestimmten Zeitpunkt ja geschafft sein wird. Heute sind 98% meiner Habseligkeiten verpackt. Damit sind die Kleinen von uns sehr unzufrieden. Ihre Sachen sind weg, sie haben somit keine Möglichkeit mehr, sich mal zur Entspannung auszuleben, und sei es nur mit einem einzigen Matchboxauto. So gehen auch Unzufriedenheit und Unruhe von ihnen aus. Das kommt für mich noch obendrauf auf das Gesamtpaket “Stress”.

Am liebsten einrollen, unter einer Decke verstecken, und die Welt Welt sein lassen.  (15.8.14)

Was ist eine multiple Persönlichkeit? – Radio

8. Januar 2014

An alle „Unbeteiligten“ !!!!

Bitte nehmt euch die Zeit ohne Ablenkung, um euch dies anzuhören!

Es erklärt alles!

http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/radiowissen/multiple-persoenlichkeit-persoenlichkeitsstoerung-100.html

Wie erlebe ich mich?

25. August 2013

25.8.13

Leicht ist es nicht, mein Innenleben zu beschreiben. Aber mit jeder überstandenen Krise wird das innere Bild immer klarer.

Vor 11 Jahren, bei meinem Totalzusammenbruch, passierte etwas sehr Merkwürdiges. Im Zusammenhang mit den Flashs landete ich in einem Zimmer, das wohl für so einige Etappen meiner Kindheit steht.
Wie nun erlebe ich das Leben, die Welt, mein Fühlen seitdem?

Ich bin in einer Kiste, aus Holz und teilweise Korbgeflecht.
Diese Kiste ist gleichzeitig ein Zimmer im schummrigen Licht mit nur einer „Nach-Innen-Tür“. Ich starre wie hypnotisiert auf diese Tür, rutsche dabei immer dichter an das Kopfende des Bettes, umklammere meine Beine. Die Tür wird etwas zu mir herein lassen. In Erwartung des absolut Bösem verharre ich seit  Jahren in dieser Position.
Die Tür lässt überhaupt nichts nach außen dringen. Ich habe keine Möglichkeit, etwas nach außen zu bringen, geschweige denn selbst nach außen zu gehen. So wird das Zimmer für mich wie ein eisernes Band, das sich über meine Brust legt und immer enger wird.
Viele Ich-Wesen sind aus mir herausgetreten, schweben an der Zimmerdecke nervös durcheinander, von einer Ecke in die andere, so, als suchten sie ein Entrinnen.
Dies beschreibt meinen üblichen Tagzustand.
Dieses Umherschwirren im Fluchtversuch schafft in mir eine enorme körperliche Angespanntheit, die ich trotz aller Entspannungsübungen nicht loswerden kann.

Die Kiste hat Ritzen, durch die manchmal etwas nach innen dringt. Meist sind es Trigger, die meine Ich-Wesen in ein völliges Chaos stürzen.
Und im Moment der gefühlten Bedrohung scheinen die vier Wände dieses Zimmers gleichzeitig eine Garantie zu sein, dass sie mich beschützen, dass sie nichts an Gefahr zu mir hindurchlassen.

Das Zimmer als schützendes Verlies meiner Existenz.

Wenn ich einigermaßen real im Alltag bin, kann ich das angespannt Sein nur mit Ablenkung etwas herunter schrauben. Da ich aber bisher noch keine wirkliche Traumatherapie gemacht habe, ist diese Ablenkung nur eine Verdrängung des Ganzen. Dies wiederum bringt meine Ich-Wesen in noch mehr Verwirrtheit, die Anspannung steigt, der Druck wird oft gefühlt unaushaltbar.
Mit etwas Glück kompensiert sich das mit körperlichen Schmerzen, denn sie sind besser auszuhalten; abartige Entspannung durch gefühlten psychosomatischen Schmerz und durch Körperflashs.
Mal völlig abgesehen davon, dass ich zusätzlich ununterbrochen meine Wirklichkeit zu überprüfen scheine durch schmerzhaftes Einreißen der Nagelhäute, ohne Pause. Der Schmerz als Wahrnehmung meiner Selbst, als Sicherheit, noch zu existieren.

Ich finde kaum noch in den Schlaf:
Wenn ich zur Nacht die Augen schließe, scheinen meine Ich-Wesen zu mir zurück zu kehren.
Was des Tags in meiner Außenhaut stattfand, findet sich nun in meinem Kopf. Gedanken überschlagen, überholen, überdecken  sich dermaßen, als wolle jeder einzelne zuerst zu Wort kommen. Ein Nicht-Denken-Können in der Überflutung von Gedanken. Das Gehirn findet keine Sortiermöglichkeit, kein Ablagefach, kein Ordnungssystem. Und so wälze ich mich Nacht für Nacht durch die Stunden durch scheinbar fremde Gedanken, die doch meine sind.

Und die Nacht macht das Zimmer dunkler und enger. Nichts kann durch die Wände nach außen dringen. So platzt es fast aus allen Nähten vor Gedankenfetzen, meinen Schreien, meinen Schmerzen. Alles ineinander vermengt, nicht zu entwirren.
Ein Morgen bedeutet völlige Erschöpfung, Schmerzen in fast allen Gliedern und der Angst, alles beginnt von vorn.
Jeden Morgen!
Jeden Tag!

Meine Sicht auf das Leben

31. Juli 2013

Mir ist sehr wohl klar, dass viele Leser über die Tatsache stolpern müssen, dass ich meist nur von meinem Innenleben schreibe.
Da kommen sicher Fragen auf, wie:
„Sieht die Alte nicht das Drumherum?“
„Warum jammert die immer so?“
„Hat die nichts anderes, mit dem sie sich beschäftigen kann?“
und so weiter und so weiter ……..

Nun, wären berechtigte Fragen, wenn mein Blog nicht ein ganz bestimmtes Ziel hätte.

Es geht nicht darum, was ich so tagtäglich erlebe, tue, welche Kontakte ich pflege oder so. Solche Dinge kommen in mein privates Tagebuch.
Es geht hier auch nicht darum, welche politische,  gesellschaftliche und philosophischen Meinungen ich vertrete.
Nein.

Mein Blog soll Gleichbetroffenen und deren Angehörigen und Partnern aufzeigen, wie es in einem so verqueren Innenleben abgeht. Was mich beutelt, nieder schmeißt, zweifeln lässt. Wie ich wieder nach oben steige wie Phönix, mich neu sortiere, kämpfe!
Klar habe ich es mit meinen Störungen nicht besonders leicht, auf meine Umwelt adäquat zu reagieren. Ist schon klar.
Und folglich muss ich viele innere Kämpfe ausfechten, die ich hier im Blog notiere.
Ich mache keinen Alltagsblog für Geschehnisse, sondern einen Blog über das desolate Innenleben einer chronischen PTBS frühkindlicher Traumata. Dazu gehören die Ängste nun mal, die Abstürze, die Flashs.
Und ich will berichten, was die Spaltung in mir für Probleme macht. Will die einzelnen Anteile benennen, mit ihnen umgehen lernen.
Also, liebe Leser,
es wird hier auf den Seiten IMMER nur um mein Inneres gehen.
Deshalb muss man nicht annehmen, dass ich kein äußeres Leben habe, versteht ihr? Für so etwas gibt es genügend andere Seiten im Internet.

Und noch einmal:
Lasst euch nie beirren von meinen Todesgedanken!
Glaubt mir, man kann sie in sich tragen, ohne sich jemals selbst das Leben nehmen zu wollen. Das hat einfach nur mit den Traumatisierungen zu tun.

Tod

28. Juli 2013

Immer wieder treffe ich in der Außenwelt auf Menschen mit Todesangst, und ich stelle fest, dass ich diese im Normalleben nicht empfinden kann. Die Aussicht auf den Tod ist das, was mein Leben irgendwie erträglich macht.
Was ist für mich der Tod?
Ein erholsamer Schlaf, ohne aufwachen zu müssen.
Ein – nichts fühlen müssen!
Aus der inneren Leere wird eine äußere. Einklang entsteht.

Oh Mann, ich erinnere mich gerade, wie oft ich mir als Kind vorgestellt habe, dass die Geburtsfrau an meinem Grab steht und weint. Als Beweis, dass sie mich ja doch irgendwie mochte. Als Kind diesen einen festen Wunsch zu haben, um nur ein einziges Mal ein Gefühl von ihr zu bekommen … Irre! Und doch immer wieder in den Gedanken damals.

Heute wird mir klar, dass diese Frau meinen wirklichen Tod eigentlich schon seit Jahrzehnten betrauern müsste, wenn sie es denn könnte mit ihrer Kälte.
Denn gelebt, wie ein Menschenwesen leben sollte, habe ich nie.
Zwei Seelen in meiner Brust: – eine, die immer auf der Bordsteinkante läuft, seit sie laufen kann;
eine, die sich einen Scheiß um die vielen Krebsfälle in der Familie schert und keine Vorsorge betreibt, damit es mal schnell geht;
eine, die bei Gewittern auf dem Eisenbalkon stundenlang steht und wartet;
eine, die nicht mehr aushalten kann und will!
– und die zweite Seele will seit 51 Jahren mein Überleben.
Ich weiß nicht, warum. Irgendetwas ist da in mir.
Wartet es? Wenn ja, worauf? Ist das Hoffen angeboren?
Worauf hoffen?
Einmal ganz tief zu fühlen, was am Dasein so schön sein soll?
Aber dieses Hoffen macht mich auch kaputt, jeden Tag mehr.

Manchmal wünsche ich mir, dass die Geburtsfrau nur einen einzigen Tag mal mein Fühlen und Erleben leben muss. Nur einen Tag. Den würde sie nie überstehen!!!! Nie!

In der neusten Epikrise steht, dass ich nur zwei Bewältigungsstrategien habe: Dissoziation und Vermeidung.

Voll erkannt. Nicht Betroffene können sich nicht hinein versetzen in die tägliche Überlebensqual! Klugscheißern können sie, und das war’s auch schon. Nun, woher sollten sie auch erahnen können, was in einem anderen Inneren abgeht. Erzählen tue ich sowieso nur einen Bruchteil, weil ich es sowieso nicht wirklich in Worte fassen kann, und weil ich nicht glaube, dass mein Gegenüber diese Qual nur vom Erzählen her aushalten könnte.
So bleibt am Ende diese unfüllbare Tiefe in mir selbst.

Allein

5. Juli 2013

Freitag, den 5. Juli 2013

Es schleudert mich ziemlich hin und her, wenn am Tisch immer Gespräche sind über Familie, von Ehemännern, die einen abholen, von Schwestern, die besuchen, von Eltern und anderen lieben Verwandten. Oft denke ich, diese Dinge sind schon Trigger für mich.
In solch Gesprächen wird mir immer meine Einsamkeit bewusst.
Gut, ich habe zwei Freundinnen seit über 40 und über 30 Jahren. Aber wir sehen uns so selten, weil jeder in einer anderen Stadt wohnt, und ich meist das Verreisen scheue.
Alles, was ich vor Jahren in meiner Stadt als Bekanntschaften hatte, habe ich nach und nach gekänzelt. Der Gedanke will nicht aus meinem Kopf, dass, auch wenn ich nichts über mich erzähle, den anderen die Laune verderbe, weil ich eben nicht stets und ständig lustig sein kann. Bei echten Freunden darf man unzulänglich sein, nicht aber bei den üblichen Bekanntschaften, die nie sehr tief gehen. Merke auch von Jahr zu Jahr mehr, dass mir Bekanntschaften nichts geben. Ich lehne mit immer größerer Macht die Oberflächlichkeiten ab. Nein, eher kriege ich eine Krise, wenn Nichtigkeiten zu Problemen aufgebauscht werden. Natürlich ist mir gleichzeitig bewusst, dass Probleme ja immer subjektiv sind, und ich die Akzeptanz aufbringen sollte. Tue ich auch, aber eben nur nach außen. Im Inneren sieht es ganz anders aus. Und dann komme ich irgendwann auf den Punkt, dass ich mich unehrlich fühle. Damit gehts mir dann so mies, dass ich mich aus dieser Bekanntschaft zurückziehe. Badabum, wurden es immer weniger.
Wo war ich eigentlich?
Bei der Einsamkeit!
Ich höre hier den Mitpatienten zu, kann mich für sie freuen. Aber in mir drin steigt dann so ein Schmerz auf… uhu! Am Schlimmsten ist es, wenn über die liebste Mama geschwärmt wird.
Und wieder wird mir klar, dass alle von uns (meine Anteile) noch immer die Sehnsucht haben, irgendwo dazu zu gehören. Zu irgendeiner Familie…. oh Mann, das klingt so Scheiße, ist aber schon in Kindertagen so gewesen, dass ich mich immer in eine liebevolle Familie gewünscht habe.
Heute ist die Formulierung vielleicht so: „Möchte irgendwo ankommen, zuhause sein.“
Blöd, blöd, weiß ich. Aber ich kann nichts gegen dieses Fühlen von Innen machen.
Am Schlimmsten sind die Tage, an denen es in mir drin so richtig danach schreit, weint, brüllt, krampft. Kaum auszuhalten. So ne alte Tante und noch so ein bescheuertes Fühlen, ich weiß. Nur weiß ich eben nicht, wie es weg gehen soll.
Nach zwei EMDR – Sitzungen hat sich noch nichts an Fühlen in mir geändert. Leider. Montag ist die nächste, ich will arbeiten, kämpfen, durchhalten, damit ich endlich aus der ganzen Misere raus komme.

2003, was? Noch 10 Jahre? Niemals!

5. Juni 2013

Donnerstag, den 10.4.2003

Aufgabe in der Gruppentherapie:

„Schreiben sie auf, wie und wo sie sich selbst in 10 Jahren sehen! Wie ist ihr Leben?“

Ich konnte das nicht, bin völlig abgedreht.

Meine Gründe:

Ausgebrannt, wie leergefegt. Die Erstarrung hält an. Ins Bewusstsein zurückgekrochen die Frage: Wofür????????? Angestrengt – umsonst – suche ich den Tag in der Vergangenheit, an dem ich Pläne für die Zukunft gemacht habe. Da ist keiner.

Mit 12-14 beginne ich alles schwarz zu malen, schreibe viel für mich, mit 16 laufe ich auf Schienen – umsonst. Ich gehe seitdem mehr auf der Straße als auf der Bordsteinkante. Beim Studium nur die Frage: Wo soll ich in den Semesterferien hin, wenn das Internat schließt? Ich trinke mehr als ich lerne. Ich schreibe mehr Tagebuch, und ich fliehe in mich hinein. Die Ehe später – Angst vor jeder Abenddämmerung. Mehrmals der Wunsch: Möge er doch einfach morgens nicht mehr aufwachen mit seinen vorgespielten Herzattacken. Ziele??? Zukunft???? Was mache ich in 10 Jahren???? Die Frage stellt mich weiter vor an den Abgrund. Erkenne die Leere in mir, die Kraft ist einfach verbraucht. Wofür sollte ich auch welche brauchen, wofür?? Dass es immer weiter weh tut???

Was soll ich ehrlich antworten??? Dass ich noch immer nicht nach vorn sehen kann?? Dass ich noch immer auf den Tag warte, an dem mein Kind ausziehen möchte und ich endlich „frei“ bin??

Frei sein, gehen können, dass nichts mehr weh tut – ein so gigantisch irres tolles Gefühl. Die Sehnsucht danach ist in weißer Farbe, warm umhüllt, endlich angenommen – und ich kann von oben herabsehen und sagen: Ihr könnt mich mal alle!!!!!!!!!!!  Wofür das ewige Aushalten, wofür???????????

Dass keine Träne rollt bei diesen Gedanken…..Tod ????? Weil dann nichts mehr wehtun kann!!

Es ist still in mir – tut gut – nur das Aushalten noch, eine schier unlösbare Aufgabe. Schlechte Mutter, gute Mutter????????????????????????????????? Ich halte aus …also gute Mutter – mache mein Kind noch lebensfähig – aber, bitte, dann möchte ich gehen dürfen – es ist mein Recht. Deshalb kam ich in die Klinik. Mein Kind war noch nicht so weit, ich aber schon auf dem Absprung. Genug Kraft noch da, um mir helfen zu lassen. Ein, zwei oder drei Jahre noch muss ich schaffen.

Und jetzt die Aufgabe: Was ist in 10 Jahren?

Ich bekomme Panik. 10 Jahre waren nie gedacht. Gedacht war immer nur der einzelne Tag. Wie schaffe ich den, für mein Kind.

10 Jahre????? Die brauch ich nicht, kann wer anders haben. Einer der Kraft hat. Meine gibt’s schon lange nicht mehr. Es hat auch was mit Menschenwürde zu tun, jemanden gehen zu lassen!!!! Nicht weil er schwach ist – nein – ich war stark wie ein Löwe, viele Jahre für andere. Jetzt bin ich mal dran und deshalb ist es meine Entscheidung. Will keine Zukunft, bin müde, will still schlafen und nichts mehr fühlen. Das ist wohl das einzige, wofür ich mich nicht schäme.

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Juni 2013

Heute, 10 Jahre später, lese ich meine alten Zeilen und merke … 10 Jahre sind geschafft…hm. Nun gut.
Sollte jetzt Freude aufkommen? Nein, tuts nicht.
Aber etwas hat sich geändert.
Eine sehr harsche Thera einer TK hat mir 2006 vor Augen geführt, wie ich mal ende, wenn ich mir nicht endlich in den Hintern kneife. Das hat mich geweckt einigermaßen. So ist der tägliche Todeswunsch seit rund 6 Jahren verschwunden, kommt nur noch in Ausnahmesituationen nach vorn (aber da hole ich mir Hilfe).
Aber es ist eben ein NUR Überleben geblieben. Mir fehlt der Grund!!!! Was soll Leben bedeuten? Was ist Freude daran?
Mir fehlen Sinn und Ziel! Und das macht es auch nicht besonders viel einfacher, wenn ich immer wieder in die „alten Geschichten“ reinflutsche und unter Angststrom stehe!

Flucht als Kind/Jugendliche in den Rausch

25. Mai 2013

Flucht in den Rausch war für mich als Kind gleichgesetzt mit der Realitätsflucht.

Im Laufe der Jahre haben sich die Möglichkeiten verändert. Einiges, was ich jetzt erzähle, habe ich nicht in der Erinnerung, sondern wurde mir von meinen Wegbegleitern von damals berichtet über mich.

Das erste in meiner Erinnerung sind die Gänge ab dem 8. Lebensjahr auf unseren Friedhof in Magdeburg, der nur 100 Meter entfernt von der Wohnung war.

Die Gräber hatten eine magische Anziehungskraft, wünschte ich mich doch am Liebsten immer dort hinein. Ich beneidete sogar die Toten, ist das zu fassen?

Dass mir die dicken Blütendüfte der dort ansässigen Büsche und Bäume irgendwie halfen, an einem Grab stehend mich aus mir selbst zu entfernen (innen tot zu machen), mich unberührbar, unantastbar, gefühlslos zu machen, das weiß ich bis heute. Denn heute noch „stehe ich plötzlich an einem Grab“, wenn ein ganz bestimmter Blütenduft in meine Nase strömt. Plumps, bin ich in der Kindheit.

Die Ohnmachtsspiele in der Schule waren wohl das Nächste, was mich in Rausch versetzen sollte.

Dann war so ab 10 Jahre die Zeit des Klebstoffschnüffelns dran. (1972) Zu DDR-Zeiten gab es nur eine Klebstoffsorte, die alles klebte. Und gerochen hat der Stoff wie hundert  Chemiebetriebe. Super! Dazu die durchsichtigen Plastemilchtüten mit blauer Aufschrift. Klebstoff rein, Tüte vor Mund und Nase, das war’s! 50 Pfennig für Wochen, was will man mehr.

So mit 12/13 Jahren (1974) erkannten wir die üblichen Magentropfen als ideal. Sie hatten viel Schlafmohnanteil. Nur musste man die trinken, mindestens das halbe Fläschchen (was ein halbes Schnapsgläschen voll nur war), sonst hatte man nichts davon. Ich weiß nicht mehr wie, aber dass wir nur schwer an die Fläschchen rankamen. Will nicht wissen, wie viele Mitschüler die Apothekenschränke der Eltern plünderten, ha! Na und nachweisbar war es auch nicht, wenn man dem Kinderarzt Magenprobleme vorgaukelte. Schwupps, hatte man Nachschub.

Wieso und woher ich während meiner Studienzeit immer „Faustan“ hatte, kann ich nicht mehr sagen. Faustan war DAS Beruhigungsmittel zu Ostzeiten.

Alle Mitstudenten bekamen wie ich 210 Mark Studiengeld vom Staat. Damit bezahlten wir das Internat (125 Mark) und alle Fachbücher. Den Lebensunterhalt, die Kleidung (besonders Sportkleidung, Schuhe), Lebensmittel kamen von den Eltern. Nur bei mir eben nicht. Hatte nur selten Kontakt. Geld bekam ich von ihnen auch nicht, geschweige denn Lebensmittelpakete. Ich hatte nur die 90 Mark Kindergeld von meinem leiblichen Vater. So, nun iss, kleide dich, fahre Bus damit, geh ins Kino oder in die Disco. Logisch, dass das Geld nicht lange reichte. (Musste deshalb stets nebenbei arbeiten. Die anderen machten Ferien in den Semesterpausen, ich schrubbte irgendwo Dienst.)

Zurück zum Rausch. Zu Partys konnten die anderen ihren vielen Alkohol bezahlen. Ich hatte eine andere Lösung schnell den Rausch zu erreichen: eine „Faustan“ und eine Schnaps. Fertig! Das war für mich erschwinglich.

Ohnmachten

19. Mai 2013

In Ohnmacht zu fallen, das kannte ich als Kind schon sehr früh. Ob es beim Anstehen beim Bäcker war, und ich (7 J.) dann von einem Wildfremden nach Hause gebracht wurde, oder in der Schule, was ich oft verheimlichen konnte vor den Eltern.
Aber das Wissen um deren Ablauf … das Kribbeln im ganzen Körper, dann das Flirren vor den Augen, dann die Angst, nicht mehr zu erwachen, dann das langsame Einsetzen ins Nichts zu fallen… das kannte ich zur Genüge.
So war ich sicher im Vorteil bei unserem Lieblingsspiel in der Schule:
Du umarmst den anderen von hinten in Höhe des Brustkorbes, und drückst so lange zu, bis dir die zuschauenden Mitschüler ein Stoppzeichen geben. Das kam entweder bei einem Zeichen des „Opfers“, oder wenn man diesem zu sehr Luftnot ansah, oder wenn die Ohnmacht eintrat.
Kann nicht sagen, wie wir auf solchen Unfug kamen. Aber von mir selbst weiß ich noch, dass ich selbst irgendwie durch das Spiel gehofft habe, die Angst vor den Ohnmachten zu verlieren. Funktionierte nicht.
Ohnmachten zogen sich durch meine Jugend, wenn es mir zu eng wurde um mich, zu viele Menschen, zu laut alles.
In der Zeit der Ehe hatte ich wohl keine, denke ich! Kaum aber war der Mann aus meinem Leben, waren sie wieder da.
Ich bin mittlerweile Meister im Erkennen der Vorboten, lege mich blitzschnell auf den Fußboden, und suche etwas um die Beine nach oben zu halten. Und in solchen Momenten, die noch immer mit der Angst behaftet sind, sterben zu müssen, ist es mir völlig Wurst, wie die Umwelt mich sieht…Hauptsache nicht ohnmächtig werden!!
Das schlimmste Ankämpfen dagegen war so um das Jahr 2000. Wir waren in Ungarn, der Sohn einer Freundin hatte mir seine Cannabiszigarette gereicht. Oja, ich wollte einmal im Leben ausprobieren, was Drogen so mit einem machen, und wie das lustig Sein damit ist. Uh ah, da war nichts mit lustig. Bin leider ein Typ, der wohl so etwas nicht verträgt. Für mich war es ein Horrortrip über 3 Stunden. Einen Notarzt wollten die anderen nicht holen … na ja, im Ausland, reingeschmuggelte Drogen und so!
Über zwei Stunden hing ich in den Armen von zwei Freunden, sie schleiften mich im Kreis im Garten herum, wieder und wieder. Ich lallte immer nur von: nicht stehen bleiben, nicht ohnmächtig werden, das würde Tod bedeuten, kümmert euch um mein Kind … Bua, es war grausam für mich! Nach zwei Stunden hatten die beiden keine Kraft mehr und packten mich ins Bett.
Na, das war dann der Gipfel.
Ich schwebte an der Decke, sah auf das Geschehen im Zimmer hinunter, sah mich dort liegen, Schleier über Schleier…irgendwann schlief ich ein. Mein erster Versuch und so ein Scheiß!
Der nächste Versuch war im Jahr 2003. Alle saßen um ein Feuer herum, die Kippe wurde weiter gereicht, alle kicherten und hatten Spaß, und ich rang mit mir. Wollte mich auch mal frei fühlen.
Hm, dachte: Nur ein einziger kleiner Zug!
Pustekuchen! Blitzschnell wieder an der Ohnmacht. So schnell die Beine mich tragen konnten, verzog ich mich ins Haus, wo niemand war. Legte mich auf den Boden, packte die Beine auf einen Stuhl und betete: Nicht ohnmächtig werden.
Oh Mann, es drehte sich alles, mir war schlecht, mein Körper wollte sich in Luft auflösen. Hat er aber nicht.
Nun, an diesem Punkt wusste ich, dass ich selbst Drogen absolut nicht vertrage, dass die scheinbar für andere Menschen einsetzenden Rauschgefühle nicht bei mir eintreten, sondern eher die Todesangst.
Klingt jetzt blöd, aber es hat mich traurig gemacht in Anbetracht dessen, dass ich auch Alkohol nicht vertrage.
Das mit dem kurz vor der Ohnmacht stehen und dagegen ankämpfen ist immer noch aktuell, aber der soziale Rückzug verhindert die Häufigkeit.

Alter Tagebucheintrag 2003/ Werd ich verrückt?

17. Mai 2013

Frühling 2003          Aufzeichnung für meine Therapeutin

Eine Frage noch, die mich total verrückt macht.
Warum höre ich einen Satz, eine Frage – dann steht diese im Raum – ich hab sie total verstanden – aber in meinem Kopf passiert nichts????? Ich rudere wie wild, gehe Wort für Wort durch -weiß genau was gesagt wurde – ich öffne eine Tür nach der anderen in meinem Kopf – eine Mauer nach der anderen. Es strengt so sehr an – vor lauter Konzentration scheint mir der Kopf zu platzen – und dann – irgendwann öffnet sich eine Luke – mein Kopf gibt ein Wort frei – der Kauderwelsch passt gar nicht zu mir – noch mehr Konzentration – dann geht es irgendwie.
Danach so ausgelaugt, wie nach einem 10 km Lauf. Und das bei nur einer Frage!!!
Dreh ich jetzt durch?? Das verwirrt mich, macht mir Angst. Was passiert da mit mir????

Vergeblicher innerer Kampf gegen das „Verlassen werden“

2. März 2013

Sicher kennt ihr das, wenn man sich suhlen will in der Erkenntnis, dass alles läuft wie immer, dass man umsonst gegen Windmühlen zu kämpfen glaubt, dass man sowieso immer wieder verlassen wird. Ja, ich spreche vom Suhlen, weil mir schon klar ist, dass dies der leichteste Weg ist, er macht keine Mühe, ist altbekannt und die Gefühle dabei kennt man sein ganzes Leben lang. Suhlen, weil da keine Mühe dahinter steht, sich die Tatsachen genauer anzusehen, weil man lieber Bekanntes fühlen möchte, egal wie schlimm, aber wohl vertraut scheint es Sicherheit zu geben.
Eine trügerische Sicherheit, die nur bedeutet, dass man verharren will aus Angst, verharren im alten Geschehen, das in keinster Weise in die Gegenwart passt, das aber das innere Gleichgewicht zu schaffen scheint. Ein Gleichgewicht von derart falschem und irrealem Fühlen aus der Kindheit, das Bekannte, das Erwartete, das Übliche. Und obwohl es einem jedes Mal wieder das Herz aus dem Leib reißt, die Sinne völlig vernebelt, den Wunsch ins Nichts bringt; trotz alledem ist es das Bekannte, das scheinbar Glaubwürdige, etwas was Sicherheit in unser Ungleichgewicht zu bringen scheint.
Man läuft auf der alten Spur, wieder und wieder, denn das Einschlagen einer neuen Spur macht Angst.
Vertrauen macht Angst, Liebe macht Angst, Sicherheit macht Angst, Glaube macht Angst, Hoffnung erst recht.
In irgendeinem Moment kapiert man diese vollkommen verschrobene Reaktionsweise. Es wird einem klar, dass da Feigheit dahinter steckt, Feigheit vor dem Neuen, das wunderbar sein könnte.
Und an diesem Punkt angekommen, will man das Leben für sich anders, man will kämpfen für das Neue, man will Mut haben, man will die Dinge ändern, man will sich aus der Abhängigkeit der eingepflanzten Reaktionsweisen trennen.
Logisch, dass ich von mir rede.
Zehn lange Jahre schon, versuche ich neue Wege zu gehen.
In den Anfängen versuchte ich jede meiner Reaktionsweisen zu hinterfragen, mit dem Glauben: Nur wenn ich mein Verhalten ergründe, kann ich mein Innenleben verstehen. Nur wenn ich mein Innenleben verstehe, kann ich neu dagegen steuern.
Also war das Erste, dass ich versuchte, alles an mir selbst zu analysieren. Und auch wenn es von meiner ersten Psychobegleiterin weiterhin als Suhlen bezeichnet wurde – für mich aber brachte es Erkenntnisse über meine unbewussten inneren Abläufe, die mich mein Leben lang begleitet und gesteuert haben. Der erste Schritt war also das Erkennen, wie ich ticke. Nun konnte ich die Sache angehen und bemühte mich, dem falschen Ticken gegenzusteuern. Und die Verhaltenstherapie dann in Dresden hat mich dabei sehr unterstützt.
Ich habe also vollständig gelernt: Warum passiert das jetzt gerade in mir? Und teilweise schaffte ich den Lernvorgang: Unterbrich die alten Reaktionsweisen und tu etwas dagegen! Dagegen tun in Form von Ersetzen durch etwas Besseres, Passenderes.
Ich weiß, dass für mich hierbei die wichtigste Erkenntnis war, dass mein Gegenüber ein eigenständiges Individuum ist, mit eigenem Fühlen, das ich nicht kennen kann; ein eigener Mensch mit eigenen mir unbekannten Hintergründen, mit eigenen, von mir völlig unabhängigen Befindlichkeiten.
So verstand ich mit den Jahren, dass ich nicht für jede negative Schwingung bei meinem Gegenüber verantwortlich war. Was ich damit sagen will ist, dass ich verstand, dass nicht jede Situation von mir persönlich abhängig ist.
Und diese Erkenntnis hat mich weiter gebracht. Eine Abgrenzung von einem anderen Individuum bedeutete, dass ich nicht für alles Scheitern auf dieser Welt verantwortlich sein muss.
Zuvor hatte ich in Allem und an Jedem meine eigene Schuld gesehen. Nun, das lernt man als Kind, wenn die Eltern ihr missbräuchliches Verhalten rechtfertigen wollen. Das Kind ist an allem Schuld. Ja, so lief auch ich durch die Welt.
Nun ich hatte für mich persönlich also den zweiten Schritt geschafft: Jeder Mensch fühlt anders aus seiner eigenen Geschichte heraus.
Schritt eins war: mich selbst verstehen (schaffe ich immer besser)
Schritt zwei war: den anderen nicht verstehen zu müssen und auch nicht zu können, Abgrenzung zu üben
Schritt drei wäre demzufolge zu verinnerlichen, nicht jedes Mal in Schuldgefühlen zu ertrinken.
Hier scheitere ich bis heute.
Möchte aber eigentlich noch was ganz anders sagen.
Nämlich den Schritt vier: ohne Bewertung Gefühle kommen und gehen zu lassen.
Oh Mann, hieran stirbt alles Bemühen, weil es für mich an sich schon ein Widerspruch ist.
Wie soll ich keine negative Bewertung über mein Fühlen und Reagieren abgeben, wenn mir bewusst wird, dass es falsch und unangemessen ist? Wie soll ich dem alten Reagieren gegensteuern, wenn ich mir nicht erlauben soll, es abzuwerten? Hier beißt sich für mich die Katze in den Schwanz.
Ich muss doch erst etwas schlecht finden, bevor ich dies zu verändern suche, oder nicht?
Bin ziemlich ratlos.
Habe mich diese Woche bei meiner Psychologin darüber ausgeheult, dass ich es mal wieder nicht schaffe, einen mir ins Herz geschlossenen Menschen nicht total zu vermissen.
Und was höre ich als Antwort?
Das wäre doch ganz normal! Hallo? Das finde ich eben nicht ganz normal!! Denn ich weiß, wo meine tiefe Sehnsucht herkommt. Also will ich es gerne einem alten Fühlen zuordnen und somit abtun können … geht nicht.
Ich stehe also wie blöd vor meiner Unfähigkeit, das mir geglaubt Gelernte nicht anwenden zu können, zweifle an meinem Verstand und hasse mich dafür, dass ich nach so vielem Lernen die Sache einfach nicht in richtige Bahnen lenken kann.
Aber die Psychologin setzt noch eins drauf und meint, mein Fühlen wäre normal, Selbsthass völlig unangebracht. Hä? Kann nicht sein! Ich schaffe etwas nicht, also werde ich doch sauer auf mich sein dürfen, oder? Wieso sagt sie mir, dass mein Inneres so fühlen darf?? Nein, soll es eben nicht! Ich will endlich Herr meiner Sinne sein.
Warum funktioniert das nicht, wenn ich doch alles verstanden habe? Wie kann ich denn ohne Wut auf mich selbst je etwas an mir verändern? Versteht ihr, was ich meine? Ich bin der Meinung, dass ich erst etwas schlecht an mir finden muss, dann kann ich mich an die Arbeit machen, dieses Schlechte auszumerzen, oder?
Anstatt mir in dieser Hinsicht eine Unterstützung meines Gedanken zu helfen, werde ich mitleidig angesehen und mir wird gesagt, dass ich hinnehmen muss, was mein Inneres und somit auch die Kinder fühlen, es wäre nun mal so und meine Entwicklung ließe vor einer Traumatherapie auch nichts anderes zu! Echt, so etwas will ich nicht hören. Ich will wütend auf mich sein. Ich möchte endlich mal nicht mehr so tief ins Fühlen rutschen. Ich will cool sein und das Leben mal hinkriegen.
Tja, da wünsche ich mir oft, die Psychologen treten mich mal in den Arsch, oder finden meine Wut gut für meine Entwicklung, und dann aber muss ich mir so etwas anhören. Und, dass ich wieder meine alten Muster bedienen will, in denen ich Strafe erwarte, im Sinne von: bist selbst schuld, es verkackt zu haben, also sollt du ruhig abstürzen. Oh je, ein größeres Durcheinander geht gar nicht.
Nun versteht ihr sicher, warum ich beim Urschleim anfing zu erzählen, vom Schritt eins und so weiter. Ich stehe wie blöd da, dachte, dass mein schrittweises Dazulernen mich nach vorne bringt, und dann fühle ich mich ausgebremst, nur weil ich keine Eigenwut haben soll. Aber ehrlich, die innere Wut auf mein eigenes Unvermögen war es doch immer, die mich hat weitermachen lassen, die einen Impuls gab: Nun erst Recht!
Eines aber, das konnte ich dieses Mal zu ersten Mal auch wirklich gut: Ich habe den anderen Menschen nicht abgewertet, weil ich um die echten Zusammenhänge eben weiß. Kann es auch nicht, weil zu viel an Gutem dahinter steht, was mir widerfahren ist. Ja und das mir Wichtigste: Will diesen Menschen auf keinen Fall verlieren.
Und nun das Perplexe: Darum werde ich schweigen, mich zurückziehen!!!!
Hallo? Wieder sehe ich einen Irrgarten hoch fünf.
Ich will festhalten an etwas, obwohl es in die Vergangenheit gehört. Ich will in meiner Fantasie bewahren, was da war! Will dieses Glücksgefühl nicht loslassen.

Jetzt aber will ich mich zurückziehen! Warum?
Habe wohl selbst Angst, wieder Blödsinn zu machen und somit den Verlust zu riskieren.
Aber ist das Zurückziehen nicht schon ein Verlust? Ein Verlust, den ich selbst herbeiführe?

Ich kann rauf und runter denken und fühlen … es bringt nichts. In mir ist Chaos pur, kenne nicht was richtig ist, verliere mein „Schrittsystem“ aus den Augen, oben und unten gibt es nicht mehr.
Deutsch: Bin völlig überfordert!
Hm, merke, dass hier mein Denken geschrieben hat. Auch mal gut.

Dieser Text soll ja an alle anderen Leser gehen, die den Blog aufsuchen um ein multiples System zu verstehen. Denen bin ich schuldig, diesen Artikel vollständig zu machen, damit überhaupt verstanden werden kann, warum ich mit ihm angefangen habe.
Ich will aufzeigen, dass trotz aller Mühe um „Genesung“, um die Entwirrung der eigenen Gefühlswelt, ein untherapiertes System sich nicht selbst helfen kann.
Warum? Was geht ab in mir?
Seit 10 Jahren bin ich in Therapie, aber habe noch nie eine echte Traumatherapie gemacht. Andauernd wird mir gesagt, dass ich mein Verhalten und mein Fühlen nicht beeinflussen kann, weil die Traumatas noch nicht aufgelöst sind. Ich selbst will das nicht wahrhaben, will mich steuern können, will Einfluss auf mein Leben haben können. Will die ganzen Abstürze nicht mehr haben, will nicht mehr im Gefühlschaos ersaufen.
Was ist heute in mir?
Kämpfe an gegen das falsche alte „Verlassen werden“, mache mir immer wieder die gegenwärtige Wahrheit bewusst …. sinnlos, es tut weh und hört nicht auf.
Und dies ist der Grund, warum ich so böse auf mich selbst sein möchte. Glaubte ich so viel gelernt und verstanden zu haben, scheint jeglicher Verstand nie existiert zu haben.
Lande immer wieder am Ausgangspunkt – der kindlichen Wahrnehmung, des irrealen Fühlens, und bekomme Wut auf diese Hilflosigkeit. Ich bin kein Kind mehr! Basta!
Mein Verstand ist voll da, mein Fühlen reagiert aber nicht auf mein mühsam erarbeitetes Wissen.
Das bringt tiefe Verzweiflung, Hass auf mich selbst. Wehe, es wagt mir jetzt jemand zu widersprechen, denn in diesem Fall ist diese Wut berechtigt, sie wird von der erwachsenen Mari gefühlt, die es eigentlich besser wissen müsste.
Nach vielen Wochen großen Glücks in mir, ist der Absturz umso schmerzlicher. Ich habe das alles so was von satt.

Der Verstand kann nicht dein Fühlen beeinflussen

1. März 2013

Antwort einer Bloggerin (Strandkrabbe) auf meinen Artikel „Vergeblicher innerer Kampf gegen das Verlassenwerden“‚,  der ich sehr dankbar bin für diese Zeilen:

Strandkrabbe sagt:

Bei uns sind es ja nun schon 19 Jahre Therapiezeit, mit ner Menge Erfahrungen, guten wie schlechten.
Eines der größten Probleme war immer, dass ich vom Kopf her gesund war.
Mein Kopf wusste alles, er wusste warum was wie läuft und wie das zu verändern ist. Aber verändern konnte ich es doch nicht. Und dann haben die Theras mir gesagt, was ich tun sollte und irgendwie habe ich es nicht hingekriegt.
Und weißt du, warum das so war? Weil sie alle immer nur über meinen Kopf gegangen sind. Weil sie in den ganzen Jahren überzeugt waren, es sei gefährlich, meine Gefühle einzubeziehen.
Und wenn ich lese was du schreibst, merke ich immer wieder, dass du scheinbar auch versuchst, deine Seele über den Verstand zu heilen. Das geht nicht! Dein Verstand ist nur ein Teil von dir, er schließt alle Innenkinder und auch kindliche Anteile deiner erwachsenen Persönlichkeit aus.
Kinder können nur nach dem Gefühl handeln, und es ist unendlich wichtig, diese Gefühle liebevoll anzunehmen, anstatt sie durch Wut zu bekämpfen. Veränderung kann nicht nur da geschehen wo du Wut fühlst und etwas schlecht findest. Veränderung kann vor allem dann geschehen, wenn du es schaffst, liebevoll anzunehmen was zu dir gehört.
Ich weiß, es klingt paradox, aber genau so funktioniert das. Und das Schlimme ist, dass so komplex traumatisierte Menschen gewisse Muster gelernt haben. Bei dir scheint eines zu sein, dass Wut da sein muss, um etwas ändern zu können. Warum das so ist, ist erst mal gar nicht so wichtig. Alleine es zu erkennen und zu wissen, dass es eine alte Überzeugung ist, ist wichtig.

Dein Fühlen und Reagieren ist nicht falsch und unangemessen. Du kannst nur so empfinden und reagieren, wie es aus dir heraus möglich ist, da gibt es kein Richtig oder Falsch.
Nur leider lehren Täter ihre Opfer, dass das was sie fühlen falsch ist.
Schon die schlimme Erfahrung, während sexuellem Missbrauch als Kind Erregung zu empfinden, verwirrt und lässt dieses Kind glauben, dass es falsch ist, wie es fühlt und reagiert. Dabei ist es wohl eher ein Reflex des Körpers, der auch wenn wir ihn nicht verstehen, normal ist. Glaub mir, ich knabbere daran trotzdem.

Deine schlimme Sehnsucht, an der du glaubst zu sterben.
Ja, genauso fühlt es sich an, weil es sich vermutlich schon immer so angefühlt hat, wenn Sehnsüchte nicht gestillt wurden. Es ist möglich, dass dahinter die alte Sehnsucht nach angenommen und geliebt werden wollen, nach gehalten und beschützt werden, oder was auch immer steht.
Aber diese alte Sehnsucht wurde jetzt endlich mal gestillt und sie schreit von innen, dass es doch bitte nicht aufhören soll, auf keinen Fall, das muss doch weitergehen, die darf mich doch nicht alleine lassen.
Es dir zu verbieten wäre gleichgesetzt mit dem vielleicht früher durch andere ausgesprochenem Verbot, etwas brauchen zu dürfen. Der Sehnsucht ist es egal, ob du im Leben des anderen Menschen eine Rolle spielst oder nicht.
Der Sehnsucht ist nur wichtig, dass sie gestillt wird.
Dein Verstand kann dagegen nichts ausrichten, deshalb tut er auch nichts.
Dass du es diesmal geschafft hast, den Menschen nicht abzuwerten, ist in der Tat ein Fortschritt, und zwar ein ganz wichtiger. Gleichzeitig tust du aber etwas anderes, was nicht besser ist. Du wertest dich ab! Und du bestrafst dich selbst, damit er dir nicht mehr wehtut. Damit er nicht abgewertet werden muss.

Ich finde es nicht paradox, dass du dich zurückziehen willst! Ich finde es völlig einleuchtend.
Als Kind hast du gelernt, dass du Schmerz nur entgehen kannst, wenn du flüchtest, entweder nach innen oder real durch weglaufen. Später, als du erwachsen wurdest und mehr verstehen konntest, hast du begriffen, dass dieses alte Muster, dich aufzuspalten, dich nicht wirklich vor der Gefahr beschützt hat.
Was also lernst du? Klar, Flucht ist der richtige Weg um sicher zu sein. Und den Schmerz, den kennst du ja, bzw. Teile in dir kennen ihn, haben ihn schon viele, viele Jahre überlebt. Das ist dir nur nicht so bewusst, weil dafür ja die anderen da waren, immer schon.

Und deshalb stimme ich da auch deiner Psychologin zu. In Anbetracht der Traumatherapie ist es gut, dass du mit diesen Gefühlen in Kontakt kommst. Ich weiß, dass die Angst vor dem Fühlen des alten Gefühlsknotens ganz unaushaltbar furchtbar schlimm ist. Und ich weiß, dass es weniger schlimm wird, mit jedem Mal, wo du es zulassen kannst, ein bisschen davon zu fühlen und gleichzeitig zu wissen, dass du heute erwachsen bist und das schon lange überlebt hast. Aber es fühlt sich deshalb nicht weniger und anders an, wenn es da ist. Für solche Veränderungen braucht es ganz viel Zeit und Geduld.

Im Grunde stimmt es, dass es egal ist, welcher Anteil der Gesamtperson diese Gefühle  hat.
Denn letztendlich seid ihr alle zusammen ein Mensch der liebt….Es ist schlimm, wenn die Kleinen etwas dürfen, was den Großen verboten wird. Es kann euren Kleinen nicht gut gehen, wenn die Großen in Not sind. So ist das zumindest bei uns.

Gerade der Umstand, dass du die Gefühle von dir und den Inneren Anteilen trennen willst, macht es kompliziert.
Aber das ist schwer zu verstehen, wenn ihr euch noch nicht ausreichend damit befasst habt, was euch ausmacht und welchen Zweck es erfüllt, aufgespalten zu sein. Das ist ein Prozess, der seine Zeit braucht.
Wie gesagt, ich habe vieles auch erst jetzt, nach 19 Jahren begriffen und muss über manche Überzeugung lachen, die ich vor zehn Jahren hatte.

Im Übrigen ist es für uns absolut okay, wenn wir miteinander mailen. Wir freuen uns immer, wenn ihr schreibt, im Blog, aber eben auch über eine Mail. Und so eine persönliche Mail hat eben immer den Vorteil, dass wir nicht überlegen müssen wer das alles lesen könnte und ob das dann okay wäre.

So viel mal als Antwort. Ich hoffe es ist zu verstehen und einfühlsam genug um euch nicht zu verletzen.

Körperflash

16. Februar 2013

Klinik: erlebter Körperflash:

Wache auf, geweckt von einem hilfeschreienden Kindergebrüll (erfahre später, dass da kein Gebrüll auf Station war), fühle mich gerädert, kann nicht wieder einschlafen und so entscheide ich mich, rauchen zu gehen.
Schon der Gang dorthin wird immer zittriger, mein Hals wird eng.
Minuten später bitte ich die Krankenschwester um Hilfe. Habe Angst zu ersticken, jemand drückt mir die Kehle zu, es schmerzt unsagbar, Luft holen strengt an und es kommt immer weniger Luft rein.
Panik setzt ein, weil der Körper mir entgleiten will. Die Schwester redet ununterbrochen, gibt mir dann einen Duftstoff, spricht von Atemerleichterungen, zeigt mir Körperhaltungen.
In ihrem Reden wird mir bewusst, dass da kein wirklicher Schmerz sein kann, sehe mich bewusst im Zimmer um, erinnere mich an den Frontallappen im Gehirn, der angeregt werden soll, lese Buchtitel, die da rumstehen, konzentriere mich auf die Worte der Schwester und nach und nach strömt wieder mehr Luft durch meinen Hals.
Gleichzeitig steigt ein Entsetzen in mir auf, das Pressen auf meinen Kehlkopf war real, nur nicht im Jetzt.
Ich zittere am ganzen Leib, schaffe es aber, gegen die aufgestiegenen Ängste anzugehen. Langsam werde ich ruhiger.
Die Schwester erzählt was von Körperflashs und ich erinnere mich an Schmerzen, die ich oft morgens beim Aufwachen hatte, an Körperstellen, die unmöglich in Schlafbewegungen an die Bettumrandung gelangt wären.
Erinnere mich auch, dass ich da schon oft an die Schläge in der Kindheit gedacht hatte.
Kann nicht wieder fest einschlafen. Der Morgen dann ist kein so guter.

Trigger und Flash

1. Februar 2013

Fundstück

Die Zerstörung des sozialen Misstrauens ist umfassend gegen die Umwelt gerichtet.

Traumatisierte Menschen entwickeln besonders feine Antennen für unbewusste und nonverbale Kommunikation,
sie haben keine “normalen” Beziehungen und schwanken zwischen intensiver Zuneigung und verängstigtem Rückzug.

Mitmenschen werden bestimmte Rollen zugewiesen und ihr Verhalten beobachtet.

“Da kaum jemand die ständigen, strengen Prüfungen des Vertrauens bestehen kann, zieht sich das Opfer im Lauf der Zeit mehr und mehr aus allen Beziehungen zurück.”

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Beschreibung der uns allzeit bekannten Flashbacks!

Für Laien unvorstellbar! Strandkrabbe hat bessere Worte dafür, als ich es je formulieren könnte! Also drucke ich ihren Text ab!

Strandkrabbe schreibt auf ihrem Blog:   „gefühlte Erinnerungen“    Posted: 22. April 2013

Ein Blick. Eine Bewegung. Ein Zucken im Gesicht. Ein bestimmter Geruch. Ein Wort. Ein Tonfall. Ein Gedanke. Ein Geschmack. Eine Körperempfindung. Ein ganz alltäglicher Moment……………………
Plötzlich geht der Alarm im Innern los. Es gibt eine leichte Erschütterung. Nur ein Vorbeben. Alle rennen, wollen sich in Sicherheit bringen bevor alles erschüttert und zerstört wird. Der Anteil der gerade im Außen ist, erstarrt vor Angst. Was wird gleich geschehen? Wie ein wildes Tier in Gefangenschaft peitscht im Innern die Angst. Füße wollen laufen so schnell sie können. Hände wollen vor noch mehr Worten, Tönen, Erschrecken schützen. Nichts kann es stoppen. Panisches Aufspringen, loslaufen wollen. Vor der Tür stoppen. Beine wollen laufen, doch sind sie wie gelähmt. Auf den Ohren nur noch ein lautes Rauschen. Der Kopf dröhnt. Und dann zerfällt alles in dichten Nebel.
Die Barriere ist durchbrochen. Schutzlos, haltlos, mutterseelenallein ist sie da. Die kleine, zarte, zerbrechliche Kinderseele. Sie ist ganz ruhig. Hat sich klein gemacht. In eine schützende Ecke gedrückt. In der Hoffnung zu überleben. Vielleicht würde man sie nicht sehen. Vielleicht würde man nicht bemerken, dass sie noch da ist. Sie ist ganz ruhig geworden. Sie hört ein Rauschen als wäre sie direkt am Meer. Oh wie schön es wäre, sie könnte die Hände ausstrecken und die Freiheit des Meeres fühlen. Sie ist allein. Oder doch nicht. Plötzlich ein Geräusch. Ein Klacken. Sie kommen. Sie werden sie sehen. Sie werden sie mitschleifen. Sie hat keine Chance. In ihrer Phantasie taucht sie ein ins Meer. Bis sie nichts mehr fühlt.
Watte im Kopf. Eine weiße Wand. Kein Boden zu fühlen. Schweben im luftleeren Raum. Und dann plötzlich etwas kaltes am Arm. Augen füllen sich mit Tränen. Suchend wird nach dem Kalten getastet. Wir sind im luftleeren Raum zwischen hier und da. Das Kalte, es ist der Schlüssel, der Reiz, der mich rausbringen kann. Wenigstens raus aus diesem Schweben. Doch was erwartet mich da, wenn ich hier raus bin? Tränen über Tränen brechen herein. Abgrundtiefe Traurigkeit, panische Angst. Noch immer sollte ich nur Laufen, weg von hier. Doch die Energie hat sich in Nichts aufgelöst. Die Beine sind schwer wie Blei.
Ich bleibe in einem Chaos aus Gefühlen von Gestern und Heute. Unsortiert. Nicht zu unterscheiden. Nicht wissend, was ist real und was Erinnerung. Keine Bilder denen die Gefühle zuzuordnen sind. Nur Angst, panische Angst. Und der Körper erscheint nur noch als Hülle. Im Kopf tanzen Gedanken wirr durcheinander, bilden sich nur noch Worte ohne Zusammenhang.
Eine Bombe ist explodiert. Es gab einen gewaltigen Knall, ein schweres Beben. Zurück bleibt ein unsortierbares Gefühlschaos.

Was ist geschehen? Wir haben einen Fehler gemacht. Wir haben um Hilfe gerufen und die Helfer hilf-und ratlos gemacht. Wir wollten gerettet werden und haben doch um Verständnis und Loslassen gebettelt. Wir haben Not, Schmerz und Angst bei denen ausgelöst, die uns am wichtigsten sind. Und Fehler werden doch immer bestraft. Oder nicht? Und anderen Schmerz zufügen, das dürfen wir doch nicht. Das ist doch verboten.
Wie konnten wir es nur wagen, unsere Not so sehr zu zeigen. Was ist nur geschehen, dass wir geglaubt haben, es wäre heute richtig, nach einer helfenden Hand zu suchen, als alles stockdunkel um uns wurde. Jetzt wird es wieder dunkel…………………………
Wir hätten doch vielleicht nie mehr Nähe zulassen dürfen. Niemandem mehr vertrauen dürfen. Nicht mehr um Hilfe bitten sollen. Jetzt tut es nur noch entsetzlich weh.

Hallo Ihr,
es ist so ein schlimmes Gefühl, so sehr in sich selbst zu versinken und gefangen zu sein in der Angst. Da haben wir großes Mitgefühl und Verständnis.
Und wir kennen auch das Erschrecken, wenn man merkt und sieht, dass Helfer überfordert sind, oder sich hilflos fühlen. Vor allem dann, wenn man zuvor viel von ihnen Angebotenes “genommen” hat, weil man es brauchte. Wenn die Helfer sich danach belastet zeigen, ist das für unsereins ein schweres, ängstliches Gefühl. Für uns ist wichtig, innerlich etwas auseinander zu halten: WIR zeigen uns mit unserer Not und eigenen Hilflosigkeit gegenüber bestimmten Zuständen oder Gefühlen. Die gefühlte oder gezeigte Hilflosigkeit der Helfer ist DEREN Erleben, kommt aus DEREN “Ich” und hat nur bedingt etwas mit uns zu tun! Wir machen die Helfer nicht hilflos! Wir lösen mit unserem Sein vielleicht etwas bei ihnen aus- aber die Verantwortung für den Umgang damit tragen sie selbst. Wenn sie in ihrer Hilf-und Ratlosigkeit feststecken, müssen sie selbst schauen, wie sie damit weiterarbeiten können- und nicht wir müssen uns darum kümmern, dass sie sich nicht mehr so fühlen. Versteht Ihr?
Dass Ihr Euch auf jemanden eingelassen habt und die ausgestreckte, helfende Hand ergriffen habt, war mutig und stark. Dass Ihr einem anderen Menschen begegnet und ihn in Euer Herz lasst zeigt, dass Ihr Euch Berührung und Begegnung auch wünscht. Daran ist nichts falsch!

nahe menschliche kontakte sind am meisten gebraucht und am meisten gefürchtet…. sie können so heilsam sein und sie können so sehr weh tun… ein mensch kann so gut tun und auch so verletzen… eine grenze kann sicherheit geben und ausschließen oder abweisen…
alles gehört wohl dazu, wenn man sich auf das leben und auf menschen einlässt.

Liebe Grüße, die paulines

Hallo Ihr,
Eure Worte sind so absolut wahr und wertvoll. Es war so wichtig, zu lesen, dass WIR nicht die Hilflosigkeit bei den Helfern machen, und dass WIR auch nicht für sie sorgen müssen. Wisst Ihr, uns passiert das schnell, dass wir denken, dass wir was falsch gemacht haben und jetzt alles zerstört ist. Es sind alte Geschichten in die wir da reinrutschen. Und dann kriegen wir das Heute und das Gestern nicht voneinander getrennt. Es war gaaaanz schwer und anstrengend, aber wir haben heute vieles verstanden und ganz langsam weicht die Angst wieder zurück und macht dem Vertrauen Platz. Nur am inneren Zittern ist noch zu erkennen, dass es noch nicht wieder richtig gut ist. Liebe Grüße von uns

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