Archive for the ‘Bindung zur Mutter’ Category

Bedürfnisse von Kindern

17. Oktober 2017

Wenn ein Kind keine Bedürfnisse entwickeln kann, weil die Mutter glaubt es sei Liebe, dieses Kind von morgens bis abends zu bedienen, es mit Süßkram vollzustopfen, jedes ausgesprochene Verbot in nächster Sekunde wieder aufzuheben……dann schmerzt es mich für dieses Kind.
Hautnah musste ich diese spürbar dicke Luft zwischen den beiden miterleben. Dicke Luft als Ausdruck von Unsicherheit und Angst vom Kind ausgehend. Wann explodiert die Mutter wieder scheinbar von einer Sekunde auf die andere?
Wann muss das Kind plötzlich mit einem Wutanfall der Mutter klar kommen?
Ein scheinbar hilfloses Kind, das dennoch schon die Pubertät erreicht hat.
Einerseits nutzt es die guten Momente der Mutter aus, lässt sich alles hinterhertragen, macht keinen Handschlag, andererseits reagiert es auf das Geschrei der Mutter mit noch lauterem Geschrei, mit Gegenwehr und Trotz.
Das Gebrüll der beiden war kaum auszuhalten.
Ein Hin und Her von Liebe und Hass.
Das Traurige ist:
Diese Mutter will alles, alles besser machen bei ihrem Kind, als sie es selbst erlebt hatte in ihrer eigenen Kindheit. Eine grausige Kindheit, keine Frage.
So erhebt sie sich sinnbildlich über Alles und möchte ihr Kind verwöhnen, als Ausdruck unerschütterlicher Liebe. Ja, sie liebt ihr Kind wirklich.
Aber in der einen Sekunde, wo etwas nicht nach ihrem Sinne verläuft, explodiert sie mit enormer Wucht.
Dann wieder Momente, in denen sich das Kind wie ein Baby auf den Schoss der Mutter setzt und knuddeln will.
Hüh und hott!
Ich als Erwachsene (zwar auch traumatiesiert und sehr schnell switchend) habe diese Auf und Ab’s kaum ertragen in der Zeit unseres Zusammenseins von einigen Tagen.
Wie aber muss das Kind fühlen?????????
Fakt ist, es kann sich niemals sicher sein.
Es kann auch keine wirklichen Bedürfnisse haben, denn die Mutter nimmt ihr ja alle Wünsche im Voraus. Da gibt es kein: „Mama, ich möchte mal diese Bonbons haben, kaufst du sie mir?“ (blödes Beispiel, ich weiß) Zu so einer Frage kommt das Kind nicht. Es wird stets alles wortlos hingestellt, neu gekauft, wenn es zur Neige geht. Das Kind isst alles von früh bis spät, ohne Pause.
Beim Shoppen mit freier Wahl sagt das Kind: „Oh, das ist cool!“
Wenn die Mutter anderer Meinung ist, redet sie es dem Kind so lange schlecht, bis das Kind verstummt. Wird es dagegen sauer und gnatzig, macht die Mutter ein riesen Theater. Sie bemerkt nicht, dass es nicht um den Muttergeschmack geht, sondern um den Wunsch des Kindes.

Die Mutter möchte alles besser machen und kann dennoch nicht aus ihrer Haut – eine Haut von der eigenen Mutter geprägt, eingefräst.
Aber sie bemerkt es nicht. Und wenn mal doch ein wenig, dann verwöhnt sie ihr Kind noch mehr.
Es schließt sich ein Kreis. Ein Kreis der Generationen, der sehr schwer zu durchbrechen ist. Besonders dann, wenn man der Überzeugung ist, man bräuchte keine Hilfe von Psychologen. Man liebt schließlich mehr als jeder andere Mensch.

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Was Zuwendung im Säuglingsalter bedeutet

12. Mai 2017

 

Die Signale eines Säuglings verstehen

17. März 2017

Wie die Lautbildung eines Säuglings sich entwickelt:

Warum Säuglinge schreien

17. März 2017

Kein Säugling schreit eines Vorteils wegen!
Er ist angewiesen auf die Eltern, deren Fürsorge und Einfühlungsvermögen!

Brief an das Engelchen

26. Dezember 2016

-imaginär   26.12.2016

Liebes, liebes, herzallerliebstes Engelchen,

heute, gestern, vorgestern warst du die ganze Zeit bei uns …. und ich war bei dir …. in Gedanken …. in der Hoffnung, dass es dir tausendmillionen Mal besser geht als mir gerade.

Zu gern würde ich dir etliche Sachen erzählen … was in den letzten Monaten so alles gewesen ist … nun, in Gedanken sage ich dir diese Dinge immer!

Ich erinnere mich, mit welcher Wucht ich die Enttäuschung auf deine Reaktion gefühlt hatte, und mit welcher Verzweiflung ich dir diese Gefühle um die Ohren geschleudert hatte. Summiert hatte sich dies, weil es die Zeit meines Geburtstags war …. noch immer für mich eine der schlimmsten Zeiten im Jahr.
Die Extrem“ausbrüche“ basieren auf nur eine Tatsache:
Vertrauen zu haben, ist eine sehr, sehr seltene Angelegenheit in meinem Leben. Das schenke ich dir seit nun 4 ganzen Jahren (was erstaunlich ist nach nur 3 Monaten, in denen wir miteinander zu tun hatten). Nie kann ich dir lange böse sein, niemals.
Die Wurzel, die du mir gab’st, sie ist tief, fest, und scheint nicht zu erschüttern zu sein. Du hast dein Herz für uns geöffnet, du hast unsere Existenz ohne Zweifel angenommen, und mir damit ein „Ich darf SEIN“ geschenkt. Das war für uns der Beginn eines zaghaften Versuches, leben zu wollen. Leben, nicht dahinsichen.
In mein Herz kam dein Lächeln an – bis dato noch niemals geschehen – und da ist es noch heute, dein Lächeln, das Mut machen soll, das irgendwie vorwärts stupst! Und wohl gerade dann, wenn ich etwas ganz tief in mein Herz lassen konnte, dann bin ich verwundbarer als je zuvor. Aber wohl am schlimmsten ist es die Angst, dich zu verlieren. (Unlogisches Denken, denn wir werden uns ja in Wahrheit wirklich nicht wiedersehen!)
Extremausbruch – ist ja eigentlich das völlig falsche Wort für mich, denn nach außen brechen konnte noch nie etwas sichtbar oder hörbar. Nein, es ist eher eine extreme Gefühlsreaktion, die ich dir dann in Worte verpackt auf deinen Tisch zurückgeschoben hatte.

PS: Schon verrückt – nicht nur in diesen Zeilen duze ich unser Engelchen, ich tu es von jeher in Gedanken! Dabei waren wir immer beim SIE, was bei einer neuen Begegnung wieder so wäre.
Aber warum tu ich es für mich? Ist es die Nähe, die ich empfinde? Soll das DU Einlass gewähren in meine Welt? Oder habe ich einfach nur ein Nähe-Distanz-Problem? Ach Mensch …., sie erfährt es ja eh niemals!

Zurück zum Engelchen.
Du hattest uns zum Abschied ein hübsches, kuschliges Halstuch von dir geschenkt. Und das liegt seitdem neben meinem Kopfkissen. Sofie liegt darauf, unsere Kleinste(das Bienchen), die den meisten Schutz braucht. Sofie, die durch dich an die Oberfläche kam aller Angstbarrieren zum Trotz; die dich von der ersten Sekunde an liebte, und von dir geliebt werden wollte als ein willkommenes Kind. Und ab und an sprühe ich dein Parfüm darauf, damit der Duft der Mami bleibt. Es ist ziemlich verrückt, aber wahr: nach Jahren schafft es dieser Geruch noch immer, dass in uns eine Entspannung stattfindet. Auch dafür ein Danke an dich!!!!!!
Jetzt weiß ich überhaupt nicht mehr, warum ich eigentlich schreiben wollte!
Naja, vielleicht einfach nur, weil du uns so sehr fehlst! Und weil Weihnachten ist.
Mit diesen Zeilen schicken wir dir tausendmillionen Grüße ins Universum in dem Glauben, dass du sie fühlen wirst!
Deine Sofie,
Annegret,
Marie,
Kathi,
die anderen dir begegneten 27 Meinwesen,
Frau Xxxxxxxx,
und das Restteam

Engel

21. August 2016

Es ist so verdammt schwer ohne unser Engelchen.

Bedeutung der Spiegelung durch die Mutter

25. April 2013

Auf diesem Video ist ein Experiment zu sehen, dass verdeutlicht, wie wichtig der Ausdruck des Gesichtes der Mutter ist, wenn es mit dem Baby agiert. Die Mutter wird gebeten, zwei Minuten lang keine Regung auf ihrem Gesicht zu zeigen.
Das Kind reagiert sehr schnell mit Unbehagen, Angst und Hilflosigkeit.
Fachleute sprechen davon, dass es bis zur Todesangst geht, weil in den Anfangsmonaten das Kind auf die Symbiose mit der Mutter angewiesen ist.
Es wird deutlich, dass eine sichere Bindung an die Mutter nur mit deren Spiegelung der Gefühle entsteht.

Leider reicht oft schon eine Depression der Mutter, die so ein „gefühlloses“ Gesicht erzeugt, und Kinder mit unsicheren Bindungsverhalten ins Leben schickt.

Nachträglich einige Gedanken zu meiner Person. Ich war fast 5 Monate „abgelegt“ in Kinderbetten von Heimen. Und sicher war nicht jeder Erzieherin beim Füttern, Wickeln und Waschen so sehr zugewandt, wie es eine Mutter sein würde. Zwischen den Versorgungen, die man an einem Säugling ausführen muss, war ich die restlichen Stunden immer allein.
Ich kann jetzt immer besser von mir selbst verstehen, warum ich mich bis heute nicht willkommen auf der Welt fühle. Die wichtigste Zeit des Säuglings mit seiner Mutter, gerade diese Zeit hatte ich nicht.

Tja, und als ich dann bei der Mutter war, da konnte ich sicherlich, die für mich fremde Frau, nicht anlächeln.
Und sie hat bestimmt geglaubt: Das Baby mag mich nicht!
Deshalb entstand Frust, Enttäuschung, Trauer, Ablehnung in meiner Mutter.
So, hier nun das gute Video!

Bedürfnisse von Kindern

30. März 2013

-aus dem Netz gezogen und zusammengestellt,

d.h. es sind andere Autoren, nicht ich

1. …aus entwicklungspsychologischer Sicht

Um die Problematik vernachlässigter Kinder besser zu verstehen, soll die Betrachtung vom Kind aus beginnen. Kinder sind kleine menschliche Wesen mit ihren eigenen Bedürfnissen und Vorstellungen. Wenn diese Bedürfnisse gestillt werden, geht es dem Kind gut und es kann sich gesund entwickeln. So ein kleines, aber schon so vielfältiges Wesen hat viele Bedürfnisse an seine Eltern und seine Umwelt. Die Erfüllung dieser Bedürfnisse ist wichtig für eine gesunde körperliche und seelische Entwicklung des Kindes. Für eine positive Persönlichkeitsentwicklung ist das Erfüllen dieser Bedürfnisse eine wichtige Grundvoraussetzung. Man könnte also davon ausgehen, das vernachlässigte Kinder nicht in ihren Bedürfnissen befriedigt werden. Was unter kindlichen Bedürfnissen zu verstehen ist, hängt in hohem Maße von geltenden Normen und vom jeweiligen Lebensstandard ab.In den letzten 200 Jahren haben sich in unserer Gesellschaft menschliche Werte wie Liebe und Verständnis, Verlässlichkeit und Kontinuität, Schutz und Geborgenheit als Voraussetzungen für eine gelingende Erziehung entwickelt. Für die Interaktion zwischen Eltern und Kind scheinen dies wichtige Faktoren zu sein, wie auch für ein sonstiges menschliches Miteinander.

Es werden grundsätzlich auch alle Bedürfnisse aus der fünfstufigen Maslowschen Bedürfnishierarchie genannt. Diese wird auch heute noch gern zur Erklärung der menschlichen Bedürfnisse verwendet. Nach dem amerikanischen Psychologen Maslow wird der Mensch und somit auch das Kind in seinem Verhalten von hierarchisch strukturierten Bedürfnissen geleitet. Diese lassen sich als Pyramide darstellen. An ihrer Basis befinden sich die grundlegenden körperlichen Bedürfnisse. An der Spitze steht das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung. Dazwischen befinden sich Sicherheitsbedürfnisse, Zugehörigkeits- und Liebesbedürfnisse (soziale Bedürfnisse) sowie Wertschätzungs- und Geltungsbedürfnis. Wird das unterste Bedürfnis nach physiologischer Befriedigung nicht erfüllt, können sich die höheren Bedürfnisse gar nicht erst entwickeln. Das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung kann demnach erst dann realisiert werden, wenn alle grundlegenderen, niedrigrangigeren Bedürfnisse befriedigt sind.8Die ersten vier werden auch Mangel- oder Defizitbedürfnisse genannt. Das Selbstverwirklichungsbedürfnis dagegen wird als ein Wachstumsbedürfnis bezeichnet.

Auf dieses Modell baut auch der Kinderpsychotherapeut Schmidtchen auf. Er erweitert die elementaren Grundbedürfnisse für eine gesunde seelische und körperliche Entwicklung von Kindern auf insgesamt sechs. Ähnlich wie bei Maslow sind auch diese hierarchisch strukturiert. Er fügt noch das Bedürfnis nach Anregung, Spiel und Leistung ein. Es befindet sich unterhalb des höchsten Bedürfnisses der Selbstverwirklichung. Bei vernachlässigten Kindern werden die unterschiedlichsten Bedürfnisse nicht adäquat erfüllt. Für die Erklärung kindlicher Bedürfnisse aus entwicklungspsychologischer Sicht scheint deshalb die vielfältigste Bedürfnisauswahl nach Schmidtchen am geeignetsten. Außerdem ist bei ihm das Bedürfnis nach Anregung und Spiel enthalten. Dieses stellt im allgemeinen Verständnis ein besonders kindertypisches Bedürfnis dar. Die von Schmidtchen genannten Bedürfnisse sollen hier noch etwas detaillierter erklärt werden.

Um das Leben und Überleben eines Kindes überhaupt zu ermöglichen, müssen seine physiologischen Bedürfnisse befriedigt werden. Diese körperlichen Bedürfnisse sind Bedürfnisse nach Essen, Trinken, Ausscheidungen, Schlaf, Wach-Ruhe-Rhythmus und Sexualität.9

Das neugeborene Kind ist in diesem Bereich fast völlig abhängig von seinen Eltern. Ein Kind braucht eine angemessene Ernährung mit Essen und Trinken. Die Eltern müssen dafür sorgen, dass das Kind ausreichend mit Essen und Trinken versorgt wird. Sie sollten also seine Ernährung sicherstellen. Die Nahrung sollte in Zusammensetzung und Nährwert dem jeweiligen Bedarf des Kindes angepasst sein. Für Kinder im ersten halben Lebensjahr ist beispielsweise die Muttermilch die am besten geeignetste Nahrungsversorgung. Später können Kinder zwar selbstständig Nahrung zu sich nehmen, jedoch müssen der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme und die angemessene Menge noch durch die Eltern vorgegeben werden. Das Zubereiten und Bereitstellen von Nahrung durch das Kind selbst, ist erst in einem deutlich höheren Alter möglich. Es vergehen also viele Jahre, in denen die Versorgung mit Nahrung durch die Eltern geschehen muss.

Des Weiteren benötigt das Kind eine ausreichende Körperhygiene. Kleine Kinder können ihre Ausscheidung von Urin und Kot noch nicht selbständig kontrollieren. Deshalb müssen sie gewindelt werden. Das Windeln muss auch sehr regelmäßig geschehen, da sonst die Verdauungsrückstände die empfindliche Haut des Babys angreifen. Auch das Waschen und Baden muss bei Kindern häufig erfolgen. Wenn kleine Kinder im Freien spielen, machen sie sich schnell dreckig. Mit dem Erscheinen der ersten Zähne gehört auch die Zahnpflege mit dazu. Auch kleine Zähne sind schon von Krankheitserregern bedroht.

Besonders Kinder brauchen auch viele Stunden Schlaf. Dieser wird benötigt, um sich von der täglichen Vielzahl an Sinneswahrnehmungen zu erholen und diese zu verarbeiten.

Was unter kindgerechter Pflege, Versorgung und Förderung zu verstehen ist, variiert jedoch je nach Schichtzugehörigkeit deutlich.10Eigentlich müssten diese grundlegenden Kenntnisse über menschliche Bedürfnisse im Repertoire von Müttern und Vätern vorhanden sein. In Fällen von Vernachlässigung ist dies aber häufig nicht der Fall. Die Befriedigung von Schutzbedürfnissen als nächste Stufe erscheint genauso wichtig und selbstverständlich. Kinder benötigen Schutz vor körperlichen und seelischen

Krankheiten, Gefahren, Unbilden des Wetters wie Kälte und Wärme, Schutz im Straßenverkehr und vor schädigenden Umwelteinflüssen und materiellen Unsicherheiten.11

Um vor den Naturelementen geschützt zu sein, müssen Kinder von ihren Eltern mit entsprechender Kleidung angezogen werden. Sie sollte der Körpergröße des Kindes entsprechen, zu kleine oder zu große Kleidung ist nicht geeignet. Außerdem muss die Bekleidung einen ausreichenden Schutz vor den jeweiligen Temperaturen und Niederschlägen bieten.

Das Wohnumfeld von Kindern sollte vor Gefahren gesichert sein. Kinder sollten keine Möglichkeiten haben mit elektrischem Strom in Berührung zu kommen. Es darf auch keinen Zugang zu gesundheitsgefährdenden oder gar giftigen Stoffen für Kinder geben. Beim Auftreten von Verletzungen oder Unfällen sollte ein Arzt aufgesucht werden. Bei einem Aufenthalt außerhalb der Wohnung sollte immer eine Begleitperson in der Nähe des Kindes sein.

Ein Schutz vor materiellen Unsicherheiten ist sehr individuell einzuordnen. Vernachlässigte Kinder leben oft unter katastrophalen Wohnbedingungen. Die Familien vernachlässigter Kinder haben oft starke finanzielle Probleme. Dagegen besteht die Gefahr einer Reizüberflutung in unserer heutigen, modernen Gesellschaft wahrscheinlich für fast jedes Kind. Die Bedürfnisse nach physiologischer Befriedigung und Schutz stellen elementare Bedürfnisse dar.

Auch die weiteren Bedürfnisse nach einfühlendem Verständnis und sozialer Bindung an eine Person (Vater, Mutter, Freund etc.) sind zentrale Grundbedürfnisse von Kindern und Erwachsenen. Seelisches Einfühlungsvermögen (Empathie) einer Bezugsperson ist wichtig, damit Kinder überhaupt in einen entwicklungsfördernden Dialog mit anderen Personen finden können.12Das Bedürfnis nach sozialer Bindung wird ausführlich im nächsten Kapitel mit der Bindungstheorie nach John Bowlby erklärt. Des Weiteren besteht ein Bedürfnis nach seelischer und körperlicher Wertschätzung. Kinder wollen um ihrer selbst Willen geliebt werden und sehnen sich nach bedingungsloser Anerkennung als seelisch und körperlich wertvoller Mensch.13Vernachlässigte Kinder werden dagegen von ihren Eltern oft nur wenig wahrgenommen. Sind Kinder unerwünscht oder haben Missbildungen und Behinderungen fällt die Annahme des Kindes den Eltern nicht immer leicht. „Wer als Kind zu selten erlebt hat, daß er positive Affekte bei seinen Bezugspersonen auslösen kann, wer also nicht gelernt hat, liebenswert zu sein, entwickelt auch keine Selbstwahrnehmung und entsprechend kein Selbstwertgefühl.“

Schon Säuglinge und Kleinkinder benötigen vielfältige Anregungen aus ihrer Außenwelt. Die Bedürfnisse nach Anregung, Spiel und Leistung müssen natürlich passend zu den Fähigkeiten der Kinder in ihrer jeweiligen Altersstufe sein.15Kinder müssen herausgefordert werden ihre Umwelt zu erkunden. Bei der Entwicklung ihrer motorischen Fähigkeiten wird Unterstützung und Herausforderung benötigt. Das gemeinsame Spiel mit Kindern stellt eine hohe zeitliche Anforderung an die Eltern. Eltern müssen sich also intensiv mit ihrem Nachwuchs beschäftigen und auseinander setzen. Ein Kind kann sich noch nicht über längere Zeit selbst beschäftigen. Die Hospitalismusforschung von Spitz hat gezeigt, dass die Interaktion mit anderen Personen überlebenswichtig ist.

Das höchst stehende Bedürfnis nach Selbstverwirklichung und Bewältigung existentieller Lebensängste ist für den Bereich der Kleinkinder nicht gut erforscht. Obwohl Kinder es meist nicht bewusst erfassen können, werden auch sie den mit den existentiellen menschlichen Erfahrungen konfrontiert.16Dazu gehören die Themen Tod, Krankheit und Alleinsein, die Frage nach dem Sinn des Lebens und viele weitere. Da in diesem Bereich sehr viel philosophisches Gedankengut einfließt, wird dieses Bedürfnis in der Regel erst bei älteren Kindern aufkommen. Dieses Bedürfnis entsteht der Theorie nach auch nur, wenn die niedriger angesiedelten Bedürfnisse befriedigt sind.

Die Aufzählung der verschiedensten Bedürfnisse zeigt, dass Vernachlässigung nicht zwangsläufig nur ein Problem von Familien aus der Unterschicht ist. Die Vernachlässigung oder Versagung physiologischer Bedürfnisbefriedigung führt nach einer gewissen Zeit zum Tod. Die Befriedigung der höheren Bedürfnisebenen verträgt dagegen einen Aufschub, ohne die Existenz des Kindes zu gefährden.17Die Vernachlässigung höher gestellter Bedürfnisse betrifft vielmehr eine psychische Dimension. Für eine gesunde körperliche und seelische Entwicklung von Kindern sind also auch diese Bedürfnisse keinesfalls zu vernachlässigen. Eine Vernachlässigung dieser Bedürfnisse kann jedoch auch in jeder Familie der Mittelschicht und der Oberschicht stattfinden.

2 Bedürfnisse von Kindern aus bindungstheoretischer Sicht

2.1 Bindungstheorie

Bei der Erfassung von Vernachlässigungen wird besonders der vom englischen Kinderpsychiater John Bowlby aufgestellten Bindungstheorie eine sehr große Bedeutung beigemessen. Es wird angenommen, dass ausgehend vom Bindungsmuster und dem Verhalten des Kindes, Rückschlüsse auf seine Situation und eventuelle Vernachlässigungen zu ziehen sind.18Es deutet viel auf einen Zusammenhang zwischen verschiedenen Bindungsmustern und der Situation von Kleinkindern hin. Ein Säugling baut im Laufe des ersten Lebensjahres eine starke emotionale Bindung zu einer Hauptbezugsperson auf. Diese Bezugsperson sucht das Kind bei Gefahr oder Schmerz als Erstes auf. In den meisten Fällen ist diese wichtige Bezugsperson seine leibliche Mutter. Bis etwa zur Vollendung des dritten Lebensjahres braucht es diese Person stets in seiner erreichbaren Gegenwart.19Kleinkinder ab etwa einem Jahr zeigen bei innerer Belastung (Krankheit, Schmerz, Müdigkeit, Hunger) oder äußerer Bedrohung (Trennung, Unsicherheit, Reizüberflutung) Verhaltensweisen wie Suchen der Bindungsperson, Weinen, Rufen, Festklammern oder Nachfolgen.20Darüber versuchen sie Nähe zu ihrer wichtigen Bezugsperson herzustellen. Ist die Hauptbindungsperson für das Kind nicht erreichbar, können ersatzweise auch andere Bezugspersonen aufgesucht werden. Wenn eine enge Beziehung zum Kind aufgebaut ist, kann dies beispielsweise der Vater sein. Aber auch die Großeltern und Geschwisterkinder, beziehungsweise später ein Erzieher im Kindergarten sind mögliche Ersatzpersonen. Entsprechend hat das Weinen eines kranken Kindes zum Ziel, dass die Mutter in seiner Nähe bleibt. Das Anklammern am Hosenbein des Vaters unter fremden Menschen gibt Sicherheit.

Derartiges Verhalten nannte Bowlby Bindungsverhalten. Er ging davon aus, dass Bindungsverhalten angeboren ist. Dieses Verhalten bietet für das Kleinkind in gefährlichen Situationen Schutz durch vertraute Erwachsene und ist damit wichtig für sein Überleben. Dieses Bindungssystem entwickelt sich im ersten Lebensjahr. Es bleibt während des gesamten Lebens aktiv bestehen. Auch ältere Kinder und Erwachsene suchen in gefährlichen oder schwierigen Situationen die Nähe von Personen, von denen sie Schutz oder Hilfe und Unterstützung erwarten.

Zusätzlich zum Bindungsverhalten gibt es noch eine weitere Gruppe an kindlichen Verhaltensweisen. Sie kennzeichnen das neugierige Auskundschaften und Erkunden der Umgebung. Die selbstständige Entdeckung von Neuem und Unbekannten ist eine wichtige Voraussetzung für das Lernen und die Entwicklung des Kindes. Dieses Verhalten bezeichnete Bowlby als Explorationsverhalten. Es wird von den Kindern dann gezeigt, wenn sie sich sicher fühlen. Seine Verhaltensweisen treten abwechselnd mit dem Bindungsverhalten auf.

Nach dem Modell von Bowlby suchen Kinder immer dann die Nähe zur Mutter, zum Vater oder zu einer anderen wichtigen Bezugsperson, wenn sie unsicher sind oder sich unwohl fühlen. Wenn sie dagegen sicher sind und sich wohl fühlen, bewegen sie sich von der Bezugsperson weg und erkunden ihre unbekannte Umgebung. Die beiden Verhaltensweisen stehen also im ständigen Wechsel. Die erwachsene Bezugsperson wird als sichere Basis genutzt.21

2.2 Bindungsmuster

Heute unterscheidet man im Bindungsverhalten vier verschiedene Bindungsmuster. Man differenziert zwischen der sicheren Bindung und der unsicheren Bindung. Die unsichere Bindung tritt in den zwei Formen der unsicher-ambivalenten Bindung und der unsicher-vermeidenden Bindung auf. Des Weiteren unterscheidet man noch die desorganisierte Bindung. Sie wird auch als hoch unsichere Bindung beschrieben. Die Kanadierin Ainsworth untersuchte zusammen mit ihren Forscherkollegen die beschriebene Bindungstheorie von Bowlby. Sie beobachtete dazu das Bindungsverhalten von einjährigen Kindern mit ihren Müttern. Sie führte lange Feldbeobachtungen von Müttern und Kindern in natürlicher Umgebung durch. Danach entwickelte sie eine standardisierte Methode der Verhaltensbeobachtung, die „Fremde Situation“. Deren Untersuchungsanordnung gleicht einem Spielzimmer, wie es häufig in Beratungsstellen zu finden ist. Die einjährigen Kinder werden von der Mutter für kurze Zeit getrennt. Die unbekannte Umgebung des Spielzimmers stellt somit eine Belastung dar und soll das Bindungsverhalten auslösen. Bei Anwesenheit der Mutter dagegen sollen die Kinder sich sicher fühlen. Sie sollen in der Lage sein, die Umgebung zu er-kunden. Insgesamt fanden Ainsworth und ihre Kollegen drei unterschiedliche Gruppen von Kindern.

Bei einer Gruppe von Kindern zeigt sich genau das von Bowlbys Theorie vorhergesagte Wechselspiel zwischen Nähe suchen und Erkundung. Die Kinder nutzen ihre Mutter als sichere Ausgangsbasis. Dieses Bindungsmuster wird als sichere Bindung bezeichnet.

Bei den anderen Gruppen scheint jeweils entweder das Bindungsverhalten oder das Explorationsverhalten besonders ausgeprägt zu sein. Einige Kinder beschäftigen sich sehr stark mit der Erkundung ihrer Umgebung und den vorhandenen Spielsachen. Sie scheinen wenig unter der Trennung von der Mutter zu leiden. Beim Wiedersehen mit der Mutter suchen sie kaum Nähe und Kontakt zu ihr. Sie zeigen also kaum das Bindungsverhalten. Diese Kinder vermeiden den Körper- und Blickkontakt zur Mutter. Deshalb wird dieses Bindungsmuster als unsicher-vermeidend bezeichnet.

Im Gegensatz dazu gibt es Kinder, welche kaum Explorationsverhalten zeigen. Diese Kinder sind vor allem damit beschäftigt, die Nähe und den Kontakt zur Mutter aufrecht zu erhalten. Solche Kinder sind kaum in der Lage sich von der Mutter zu lösen. Es fällt ihnen schwer die Umgebung zu erkunden oder einfach frei zu spielen. Die Kinder leiden sehr stark unter einer Trennung von der Mutter. Sie suchen nach einer Trennung sofort wieder engen Kontakt zur Mutter. Gleichzeitig zeigen sie aber Wut und Ärger gegenüber ihrer Mutter, weil diese nicht zur Verfügung stand. Das Suchen der Nähe der Mutter und das teilweise Zeigen von Wut und Ärger gegenüber der Mutter sind gegensätzliche Verhaltensweisen. Das Bindungsmuster dieser Kinder wird als unsicher-ambivalent bezeichnet.

In weiteren Studien wurde neben den drei beschriebenen Gruppen noch eine vierte, zusätzliche Gruppe von Kindern entdeckt.22Sie kommt vor allem in Stichproben mit vielen psychosozialen Risikofaktoren vor. Diese Bindung ist typisch für Familien, in denen Vernachlässigung von Kindern vorkommt.

Die Beziehungserfahrungen von Kindern mit der hoch unsicheren Bindung unterscheiden sich deutlich von den anderen Beziehungsmustern. Kinder dieser vierten Gruppe haben kurze Momente, in denen sie weder Bindungsverhalten noch Explorationsverhalten zeigen. Sie wirken teilweise wie erstarrt, verstecken sich und führen begonnenes Verhalten nicht zu Ende. Oft zeigen sie auch gleichzeitig oder kurz hintereinander stark widersprüchliches Verhalten. Die Kinder weisen für kurze Zeit keine organisierte Verhaltensstrategie auf. Das Bindungsmuster dieser Gruppe wird deshalb als desorganisiert bezeichnet.

Vermutlich entsteht diese Verhaltensform dadurch, dass die erwachsene Bezugsperson bei den Kindern Angst auslöst. Die Bindungsperson reagiert teilweise, durch eigene unverarbeitete Traumata, geängstigt auf das Kind. Das Kind wird nicht durch die externe Situation, sondern durch die Bezugsperson selbst in einen Alarmzustand versetzt. Angst einflößendes oder ängstliches Verhalten der Bezugsperson bringt Kinder auf ihrer Suche nach Schutz in eine unlösbare Situation. Die Person, die das Kind schützen soll, ist selbst Quelle von Angst. Möglicherweise führt dies zu den beobachteten kurzen Momenten desorganisierten Verhaltens. Die betroffenen Kinder haben einfach keine Strategie mit dem elterlichen Verhalten umzugehen. Traumatische Erfahrungen wie eine Vernachlässigung können zur Bindungslosigkeit beziehungsweise Bindungsstörung führen. Sie werden einerseits als Reaktion auf, andererseits als Folge von, Vernachlässigung aufgefasst.24In vielen Studien wurde weltweit untersucht, wie häufig die einzelnen Bindungsgruppen bei Kleinkindern vorkommen. In einem Überblick über deutschsprachige Studien war die sichere Mutter-Kind-Bindung die häufigste Bindungskategorie. Etwa 45 Prozent der Kinder gelten als sicher gebunden. Bei 28 Prozent der Kinder liegt das unsicher-vermeidende Bindungsverhalten vor. Nur sieben Prozent der Kinder wurden als unsicher-ambivalent gebunden eingestuft. Etwa ein Drittel aller Kleinkinder entwickelt somit eine Form einer unsicheren Bindungsbeziehung. Bei der überwiegenden Mehrzahl der Studien liegt der Anteil der Kinder mit desorganisiertem Bindungsverhalten bei rund 20 Prozent.

2.3 Anforderungen an das Verhalten der Eltern

Eine entscheidende Bedeutung für die psychische Entwicklung des Kindes hat die Fähigkeit der Eltern zur Empathie für ihr Kind. Empathie oder Einfühlungsvermögen bedeutet, dass sie in der Lage sind, die wechselnden Bedürfnisse ihres Kindes wahrzunehmen. Die Bedürfnisse und das Erleben des Kindes können den eigenen Wünschen der Eltern auch völlig zuwiderlaufen. Zusätzlich muss den Eltern bewusst sein, dass ein Kind unter gewissen Aspekten des Elternverhaltens leiden kann. Diese selbstreflexive Funktion ist bei gesunden Eltern vorhanden. Sie ist Grundlage zur Ausprägung einer sicheren Bindung.26Vernachlässigte Kinder kennen dieses Erfüllen ihrer Bindungsbedürfnisse und eine sichere Basis nicht. „Sie sorgt dafür, dass Eltern dann Hilfe holen, wenn sie den Bedürfnissen ihres Kindes allein nicht gerecht werden können.“27

Ainsworth definierte mütterliche Feinfühligkeit mit den folgenden vier Merkmalen:●Der Wahrnehmung der Befindlichkeit des Säuglings, das heißt, die Mutter muss das Kind aufmerksam im Blick haben und darf keine zu hohe Wahrnehmungsschwelle haben.

●Der richtigen Interpretation der Äußerungen des Säuglings, und zwar aus der Lage des Kindes heraus und nicht nach ihren eigenen Bedürfnissen.●Einer unmittelbaren Reaktion darauf, damit das Kind eine Verbindung zwischen seinem Verhalten und einem Effekt der mütterlichen Handlung knüpfen kann. Dies vermittelt dem Kind ein Gefühl von Effektivität gegenüber seiner sonstigen Hilflosigkeit.

●Der Angemessenheit der mütterlichen Reaktion, die nicht mehr, aber auch nicht weniger beinhalten soll, als was vom Kind verlangt wurde. Diese sollte im Einklang mit seinen Entwicklungsprozessen stehen.

Ainsworth und ihre Kollegen stellten bei ihren Untersuchungen fest, dass sich nicht nur die Kinder, sondern auch ihre Mütter unterschiedlich verhalten. Die Mütter der Kinder mit sicherer Bindung gehen einfühlsam und feinfühlig auf das Bindungsverhalten ihrer Kinder ein. Sie gewähren ihnen Nähe und Schutz, wenn die Kinder es brauchen. Gleichzeitig unterstützen sie entwicklungsangemessen ihre Kinder beim Erkunden der Umwelt.

Mütter von Kindern mit vermeidender Bindung wehren das Bedürfnis ihrer Kinder nach Nähe und Kontakt in neuen Situationen häufig ab. Sie geben selbst an, dass ihnen enger Körperkontakt eher unangenehm ist. Die Kinder scheinen sich dem Verhalten der Mutter anzupassen. Sie legen ihre Aufmerksamkeit vermehrt auf ihre Sachumwelt und weniger auf den Kontakt zur Mutter.

Die Mütter der Kinder mit ambivalenter Bindung reagieren unterschiedlich. Auf der einen Seite gehen sie feinfühlig auf die Bindungsbedürfnisse ihrer Kinder ein. In anderen Momenten weisen sie ihre Kinder zurück. Die Kinder können sich dementsprechend nie sicher über die Reaktion ihrer Mutter sein. Die Kinder richten demnach ihre vermehrte Aufmerksamkeit auf den Kontakt zur Mutter. Sie zeigen ein verstärktes Bindungsverhalten.

Je nach Verhalten der Mütter entwickeln Kinder also unterschiedliche Strategien. Sie passen ihr Bindungs- und Explorationsverhalten entsprechend der mütterlichen Reaktionen an.30Auch wenn die sichere und die unsicheren Bindungsbeziehungen unterschiedliche Auswirkungen auf die weitere sozial-emotionale Entwicklung des Kindes haben, so sind doch alle Strategien als Ausdruck einer normalen Verschiedenartigkeit von Bindungserfahrungen zu verstehen.31

Die hoch unsichere desorganisierte Bindung dagegen ist typisch für Risikofamilien, in denen Vernachlässigung stattfindet.32Vernachlässigte Kinder zeigen auch häufig in besonders intensiver Weise ein unsicheres Bindungsverhalten des vermeidenden Typs. In der Regel haben sie Eltern, welche in besonders geringem Maße auf sie reagieren und emotional sehr zurückgezogen sind.33

Auch Bindungsstörungen als „reaktive Bindungsstörung des Kleinkinalters“ oder „Bindungsstörung des Kindesalters mit Enthemmung“ können bei vernachlässigten Kindern auftreten. Mit der ersten Störung werden Kinder beschrieben, welche in ihrer Bindungsbereitschaft gegenüber fremden Personen sehr gehemmt sind und mit Ambivalenz und Furchtsamkeit reagieren. Kinder des zweiten Types weisen ein entgegengesetzes Verhalten auf. Ihre Kontaktbereitschaft gegenüber anderen Personen ist ungehemmt und distanzlos. Sie äußern Bindungsbedürfnisse nach Nähe und Trost unterschiedslos auch gegenüber vollkommen fremden Personen. Beide Störungen mit ihren Verhaltensweisen werden als Folge von extremer emotionaler und/oder körperlicher Vernachlässigung angesehen.

3. Einordnung und Definition von Kindesvernachlässigung

Wenn man von den vorangegangenen Kapiteln zu einer Definition von Vernachlässigung finden will, könnte man sagen, Vernachlässigung ist ein Nichtbeachten kindlicher Entwicklungs- und Bindungsbedürfnisse. Diese Aussage wird jedoch der Komplexität des Themas weder gerecht, noch kann man damit eindeutig arbeiten. Außerdem könnte ein derart weiter Vernachlässigungsbegriff zur Annahme führen, dass eigentlich alle Eltern ihre Kinder vernachlässigen. Alle Bedürfnisse von Kindern sind von keinen noch so pädagogisch erfahrenen Eltern umfassend und zum richtigen Zeitpunkt zu befriedigen.

Die Vernachlässigung von Kindern einzuordnen ist recht schwierig und uneindeutig. Bei der Beschäftigung mit der Problematik lässt sich feststellen, dass es auch in der Fachliteratur nicht die eine Definition gibt.

In sehr allgemeinen Ansätzen wird der Begriff „Gewalt gegen Kinder“ verwendet. Gewalt meint alle Formen von Handlungen, Einwirkungen, Akten und Unterlassungen, welche als negativ bewertet werden. In erster Linie wird unter Gewalt physische Gewalt verstanden. Als Gewalt wird solches Verhalten bezeichnet, bei dem schädigende Reize auf einen Organismus einwirken. Bei Gewalt geht es darum, dass Anderen etwas gegen ihre Bedürfnisse, gegen ihren Willen geschieht. Von Gewalthandlungen geht man allgemein aus, wenn sozial mächtigere Personen gegen schwächere Personen handeln. Es existiert also oft der Oberbegriff Gewalt gegenüber dem Kind um dieses Themenfeld zu charakterisieren.

Ein Grund für die Vernachlässigung des Begriffes Vernachlässigung ist, dass Kindesvernachlässigung in der Kinderschutzliteratur oftmals mit unter dem Begriff der Kindesmisshandlung erfasst wird.36 Dadurch fehlt ein eigenständiger Problemzugang. Weiter erschwert wird die Begriffsbestimmung durch ein generelles Forschungs- und Informationsdefizit. Vernachlässigung hat weder in der öffentlichen noch in der fachlichen Diskussion so viel Aufmerksamkeit wie Kindesmisshandlung und sexueller Missbrauch. Es gibt bisher nur sehr wenig deutschsprachige Literatur zu diesem Themengebiet. Insgesamt ist das Phänomen einer Vernachlässigung relativ „unsichtbar“. Vernachlässigung vollzieht sich nicht laut und spektakulär, sondern eher still.

Bindungsmuster

27. März 2013

Dissertation

zur Erlangung des akademischen Grades doctor medicinae
(Dr. med.)
vorgelegt dem Rat der Medizinischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena
von Annegret Martin geb. am 18. 11. 1978 in Saalfeld
 

Nur Auszüge davon:

3. Theoretischer Hintergrund

3.1 Die Bindungstheorie

3.1.2 Das Bindungssystem

Das Bindungssystem ist nach Bowlby ein dem Menschen angeborenes Verhaltenssystem, das aus dem Druck der Evolution entstand. Es hat die Aufgabe, das menschliche Kind vor Gefahren zu schützen und so die Erhaltung der Art zu sichern. Da das Kind noch nicht imstande ist, Gefahren wahrzunehmen oder sich aus bedrohlichen Situationen in Sicherheit zu bringen, benötigt es die Hilfe einer erwachsenen Person. Um sich diese sichern zu können, verfügt es über Verhaltensweisen, wie weinen, rufen oder krabbeln, die die Aufmerksamkeit der Bezugsperson auf sich lenken. Auf der Seite der Eltern existiert, so Bowlby, das dazu komplementäre Verhaltenssystem der Fürsorge, das die ebenso überlebenssichernde Funktion besitzt, dem Kind Schutz und Sicherheit zu gewähren. Das Bindungssystem wird immer dann aktiviert, wenn das Kind Unwohlsein, z.B. Schmerz, Trennung von der Bezugsperson oder Bedrohliches in der Umgebung erfährt und dann wieder beruhigt, wenn die Nähe zur Bezugsperson wieder hergestellt, und das Bedürfnis nach Sicherheit befriedigt ist (Cassidy 1999, Schmücker und Buchheim 2002). Aus der allgemeinen Kontrolltheorie entlehnte Bowlby den Gedanken, dass das Bindungssystem, ähnlich den physiologischen Steuerungssystemen, die für die Einhaltung von Sollwerten des Organismus innerhalb bestimmter Grenzen sorgen, eine zentralnervöse Steuerungseinheit besitzt, die über Aktivierung und Deaktivierung von Bindungsverhalten, die Nähe der Bezugsperson sichert.
Ainsworth (1967) beschreibt drei weitere Verhaltenssysteme, mit denen das Bindungssystem in einem dynamischen Gleichgewicht steht. Das Erkundungssystem und das soziale Verhaltenssystem, die beide konträr zu ihm wirken, indem sie nur dann aktiviert werden, wenn es beruhigt ist, und das Furchtsystem, das die Aktivierung des Bindungssystems hervorruft und ihm somit gleichgerichtet ist.
In diesem Zusammenhang ist auch die Funktion der Mutter als „sichere Basis“ zu sehen. Solange das Kind sich wohl fühlt, wird es seine Umwelt erkunden oder sich mit Spielen vergnügen. Das Erkundungssystem ist aktiv, da Sicherheit gegeben ist. Tritt jedoch ein Stressfaktor hinzu, beispielsweise ein Sturz, ein lautes Geräusch, Hunger oder eine zu große Entfernung von der Mutter, wird das Bindungssystem aktiviert. Die dadurch hervorgerufene Hilfe und der Trost der Bezugsperson stellen die emotionale Sicherheit des Kindes wieder her, das dann, im Vertrauen auf Unterstützung in eventuell wiederkehrenden Bedrohungen, alle Aufmerksamkeit und Energie wieder dem Spiel zuwenden kann.

3.1.3 Die fremde Situation und die Bedeutung der mütterlichen Feinfühligkeit

Um das Zusammenspiel von Erkundungs–, Angst– und Bindungsverhaltenssystem zu untersuchen, entwickelte Ainsworth in den 60er Jahren die „Fremde Situation“, Minidrama mit acht dreiminütigen Abschnitten, in denen das Kind in seiner Exploration in Anwesenheit der Mutter, nach Hinzukommen einer fremden Person, bei Verlassen des Raumes durch die Mutter, nach Wiedereintreten der Mutter, ohne eine weitere Person im Raum, allein mit der Fremden und schließlich wieder mit der Mutter beobachtet wird . Diese Versuchssituation erlangte große Bedeutung, da sie unter gut kontrollierbaren Bedingungen und in relativ einfach durchzuführender Weise Informationen über die Bindungssicherheit des Kindes im Alter von einem Jahr geben kann (Holmes 1996, Grossmann 2000a). Es stellte sich nämlich heraus, dass sich das Verhalten der Kinder, vor allem in den Wiedervereinigungsabschnitten, erheblich unterschied. Ainsworth konnte drei unterschiedliche Muster ausfindig machen: sicher gebundene Kinder, die bei Trennung von der Mutter offen ihren Kummer ausdrückten und sich bei ihrer Wiederkehr freuten und von ihr beruhigen ließen; unsicher ambivalent gebundene, die nach der Trennung von der Mutter untröstlich waren, sich jedoch bei ihrem Wiedereintritt durch aggressiv–ärgerliches Verhalten gegenüber der Mutter auszeichneten, während sie gleichzeitig ihre Nähe suchten; und unsicher vermeidend gebundene Kinder, die den Weggang der Mutter kaum beachteten, und auch ihrer Wiederkehr nur sehr wenig Aufmerksamkeit widmeten. Das Verhalten letzterer sah man zunächst als besonders reif an, jedoch zeigte sich in Cortisolmessungen, dass ihr innerer Stress am höchsten war. Aus den Beobachtungen derselben Mutter–Kind–Dyaden in häuslicher Umgebung während der 12 Monate seit der Geburt ging hervor, dass ein Zusammenhang zwischen dem Verhalten der Mutter, besonders deren Feinfühligkeit, Akzeptanz, Kooperation und Verfügbarkeit, und des Vorliegens einer sicheren Bindung in der Fremden Situation mit einem Jahr bestand. Von diesen Eigenschaften zeigte die mütterliche Fürsorglichkeit die höchste Vorhersagekraft. Sie ist durch Wahrnehmen der kindlichen Bedürfnisse, deren richtige Interpretation, und eine prompte sowie angemessenen Reaktion gekennzeichnet . Nicht immer zeigte sich dieser Zusammenhang in späteren Studien so stark wie Ainsworth ihn beobachtet hatte, bestätigte sich jedoch im Großen und Ganzen. Weiterentwicklungen des Konstrukts der mütterlichen Feinfühligkeit finden sich bei Stern (1996), der sie abwandelte in eine sogenannte „Einstimmung“ (Stern 1996) der Mutter auf das Kind, sowie bei Meins , die die Fähigkeit der Mutter, den inneren Zustand ihres Kindes differenziert zuberichten, als wesentlichen Faktor für die Entwicklung einer sicheren Bindung des Kindes erachtete. In die gleiche Richtung deuten Studien von Egeland und Farber (1984). Aber auch für andere mütterliche Verhaltensaspekte wurde ein Einfluss auf die kindliche Bindungssicherheit nachgewiesen. Wie Izard et al. (1991) berichteten, sind in diesem Sinn häufigere positive Emotionen der Mutter, in Verbindung mit einer größeren Offenheit
gegenüber dem Kind bei eigenen negativen Emotionen, prädikiv für eine sichere Bindung, während Simo et al. (2000) feststellten, dass stark kontrollierende Mütter eher unsichere Kinder haben.

3.1.4 Bindungsmuster

Um die Nähe der Mutter beziehungsweise ihre emotionale und physische Verfügbarkeit und Hilfsbereitschaft möglichst effektiv zu sichern, benötigt das Kind Informationen über das wahrscheinliche Verhalten der Mutter, über die eigenen Bedürfnisse und die Interaktion beider. Durch Erfahrungen mit den Eltern bildet es bis etwa zum 18. Monat aus diesen Informationen relativ stabile Repräsentanzen der Beziehungen zu ihnen aus, die sein Verhalten ihnen gegenüber bestimmen (Bowlby 1995, Holmes 2002).
Sicher gebundene Kinder können aufgrund ihrer Erfahrungen auf die Verfügbarkeit ihrer Eltern vertrauen, falls sie deren Hilfe benötigen, während unsicher gebundene Kinder befürchten müssen, dass ihnen die Bezugsperson in einer Notsituation nicht zur Verfügung steht. Unsicher–vermeidend gebundene haben gelernt, ihre Schutzbedürfnisse zu verbergen, da deren offene Äußerung im Allgemeinen Zurückweisung durch die Mutter zur Folge hatte. Unsicher–ambivalent gebundene zeigen ihren Kummer und Ärger in bindungsrelevanten Situationen besonders intensiv, um der Unterstützung durch die Bezugsperson, die sie als unstet in ihrer Verfügbarkeit erfahren haben, sicher zu sein (Weinfield et al. 1999). 1985 wurde von Mary Main noch ein viertes Bindungsmuster entdeckt, das sich in der Fremden Situation in Erstarrung, stupiden Bewegungswiederholungen oder Furcht vor der Bezugsperson bei deren Wiederkehr ausdrückte. Dieses so genannte desorganisierte Bindungsmuster unterscheidet sich von den zuvor beschriebenen darin, dass das Kind keine konsistente Verhaltensstrategie entwickeln konnte. Es bietet Züge aller drei organisierten Bindungsmuster und zeigt starkes Konfliktverhalten. Oft lagen Missbrauch oder Erfahrungen zugrunde, die das Kind das Elternteil als potentielle Gefahr betrachten lassen mussten.

3.1.5 Interne Arbeitsmodelle von Bindung

Bowlby zufolge liegen den Bindungsmustern interne Arbeitsmodelle zugrunde. Es sind Vorstellungen von der Bezugsperson, den Bedürfnissen der eigenen Person und der Interaktion zwischen beiden, die schon sehr früh in der Kindheit aus den Erfahrungen mit der Bezugsperson heraus konstruiert werden. Sie dienen vor allem dazu, die Realität vorwegnehmen zu können und so das Bindungsverhalten optimal anzupassen. Sie durchlaufen während der Entwicklung des Kindes eine fortwährende Differenzierung. Bis zum Alter von zwei Monaten sind sie primitiv, das Kind richtet sein Bindungsverhalten an beliebige Personen. Mit sechs Monaten hat das Kind jedoch schon klare Präferenzen bezüglich einer oder mehrerer Bindungspersonen, bei denen es Nähe und Sicherheit sucht. Diese auf die eigenen Bedürfnisse konzentrierte Phase nennt Bowlby „zielorientiert“ im Gegensatz zu der, durch die Sprache und Perspektivenübernahme möglichen, „zielkorrigierten“ etwa ab dem dritten Lebensjahr. Das Kind kann nun auch die Wünsche und Absichten der anderen Person in seine eigenen Ziele integrieren. Während bis dahin die bindungsrelevanten Erfahrungen nur als Gefühle repräsentiert werden, nehmen nun auch kognitive und sprachliche Aspekte Einzug in die internen Arbeitsmodelle. Diese subjektiven Konstrukte stehen prinzipiell der Anpassung durch neue Erfahrungen offen, jedoch sind sie unbewusst und beeinflussen nicht nur das Handeln, sondern auch neue Wahrnehmungen werden im Lichte der vorhergehenden Erlebnisse interpretiert. Die Adaption ist hierbei bei sicherer Bindung erleichtert, während unsichere Repräsentanzen zu Rigidität neigen. Aufgrund ihres Vertrauens auf die Responsivität ihrer Bezugspersonen fällt es sicher gebundenen Kindern leichter, negative Erfahrungen zu integrieren. Die Eltern unsicher gebundener Kinder erschweren dies durch Verhaltensweisen wie z.B.: diese so behandeln, dass die Ereignisse für das Kind zu schlimm sind, als dass es sich damit bewusst auseinander setzen könnte; reagieren auf Handlungen des Kindes in einer Art und Weise, die es sich schuldig fühlen lässt oder vermitteln, dass es bestimmte negative Realitäten, die die Eltern selbst nicht wahrhaben wollen, nicht wissen soll. So kann es dazu kommen, dass mehrere interne Arbeitsmodelle von Bindung nebeneinander entstehen, ein bewusstes, in dem nur die Informationen enthalten sind, die zu haben dem Kind durch die Eltern erlaubt wird und ein unbewusstes, das die wirklichen Wahrnehmungen enthält. Dies zeigt sich besonders bei Erwachsenen mit unsicher–vermeidendem Bindungsstil, die ein sehr positives Bild ihrer Eltern schildern, bei konkreten Ereignissen mit ihnen aber vor allem zurückweisendes Verhalten erinnern. Bowlby unterscheidet außerdem alte und neue Modelle von Bindung. Erstere enthalten vor allem die präsymbolischen Erfahrungen der frühen Kindheit, während letztere sich auf die Zeit danach beziehen, in der die Integration von neuen Erfahrungen durch die Fähigkeit zu Gesprächen und Nachdenken über die eigenen Gedanken leichter fällt. Werden die frühen Erlebnisse in dieser Zeit nicht integriert, existieren alte und neue Repräsentanzen von Bindung nebeneinander, wobei die Alten in belastenden Situationen und gefühlsintensiven Beziehungen an Einfluss gewinnen.Neuere Vorstellungen über interne Arbeitsmodelle gehen davon aus, dass nicht Erinnerungen gespeichert werden und sich im neuen Kontext auf Verhalten auswirken, sondern dass ein Potential vorhanden ist, die früheren Erfahrungen durch die Eindrücke einer neuen Situation wieder abzurufen und zu „reklassifizieren“. So sind diese ständige Neukonstruktionen aus gegenwärtigen Wahrnehmungen und alten Kategorisierungen.

3.1.6 Der Einfluss früher Bindungsqualität auf die Entwicklung

Während der letzten 20 Jahre wurden zu diesem Thema vielfältige Studien unternommen, in denen der Zusammenhang zwischen Bindungsqualität und verschiedensten späteren Fähigkeiten und Eigenschaften der Kinder, wie soziale Kompetenz, Qualität der Beziehungen mit Gleichaltrigen, und Selbstbild untersucht wurde. Die gemischten Ergebnisse zeigen, dass man nicht von einer einfachen geradlinigen Beziehung zwischen Bindungsqualität und weiterer Entwicklung ausgehen kann. Thompson (1999) betont die Unterscheidung der untersuchten Eigenschaften nach theoretisch erwarteter Enge des Zusammenhanges. Die engste Beziehung sollte zwischen der frühen Bindungsqualität und der Eltern–Kind–Beziehung in der späteren Kindheit bestehen. Diese zeigt sich nur über kurze Zeiträume. Auf längere Sicht sind die Ergebnisse nicht so eindeutig, was auf Veränderungen in der familiären Situation und andere Risikofaktoren zurückgeführt werden kann. Ein etwas lockererer Zusammenhang sollte zur Kompetenz in anderen engen Beziehungen bestehen. Wiederum über kurze Zeiträume können sicher gebundenen Kindern höhere soziale Kompetenz, engere Freundschaften, besseres Konfliktlösen, weniger aggressives und kontrollierendes Verhalten bestätigt werden. Studien, die Zusammenhänge über längere Zeiträume maßen, zeigten uneindeutige Ergebnisse. Gemäß der Annahme, dass Kinder ihre Erfahrungen mit den Eltern auch auf fremde Personen übertragen, wurde bestätigt, dass Kinder sich tatsächlich Fremden gegenüber ähnlich ihres in der Fremden Situation eruierten Verhaltensmusters ihren Eltern gegenüber verhielten. Noch weniger eng mit der Bindungsqualität in Beziehung zu sehen sind Persönlichkeitseigenschaften. In der Minneapolis–Längsschnittstudie (Sroufe 1983) wurden größere Empathie, höherer Selbstwert, Kooperativität und positives Verhalten bei den mit einem Jahr als sicher gebundenen nachgewiesen, jedoch konnten diese Ergebnisse noch nicht repliziert werden. Zusammenhänge zu vielen anderen Persönlichkeitscharakteristika z. B. zu späteren Verhaltens-problemen, wurden nur in einer Studie oder nicht konsistent nachgewiesen wobei wieder Risikofaktoren eine Rolle spielten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass diese Ergebnisse vorläufige Hinweise darstellen, die durch klarere theoretische Hypothesen, welchen Einfluss die Bindungsqualität auf die weitere Entwicklung des Kindes hat, und vor allem auch, in welchen Bereichen man keinen Zusammenhang erwartet, in Zukunft zu überprüfen und zu erweitern sind .


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