Tanz ist mein Leben

Mit folgenden Worten antworte ich einer Followerin auf die Frage, was Tanz für mich ist:

Liebe Maria,
ich tanze für mein Leben gern.
Zum Studium mussten wir Praktika absolvieren (Kinderferienlager). Dort begann ich mit 18 Jahren Choreografien zu erarbeiten für Auftritte! Wir hatten einen Heidenspaß. Bis zur Geburt meines Kindes mit 25 Jahren ließ ich keinen Wochenend-Discobesuch aus.
Noch heute liebe ich:
Allein auf die Tanzfläche, teilweise geschlossene Augen, und mich der Musik hingeben. Es ist wie eine Droge für mich……der Rhytmus geht in die Beine, der Oberkörper bewegt sich nach dem Gesang/Melodie…..beides im Wechsel……kaum ein Schritt gleicht dem anderen. (Pop und Soul) Mein Kopf schaltet sich aus, bewege mich in einem Raum vollster Befriedigung ohne Ängste und Gedanken. Da sind nur die Musik und ich!
Natürlich muss ich mich in der Öffentlichkeit zusammenreißen, mich nicht völlig hinzugeben……z.B. bei Soul würde es zu erotisch aussehen. Möchte ja keine Aufmerksamkeit erregen.

Ich glaube, tanzen ist ein Weg für mich, völlig aus dem Hier und Jetzt auszusteigen.
Für mich die reinste Medizin, heilsam, entspannend.
Kiloweise Schweiß habe ich auf den Tanzflächen „hinterlassen“!!!! 😂😂😂

In den letzten Dienstjahren am Gymnasium habe ich eine Tanzgruppe geleitet.        PS: Ich bin Sportlehrerin und habe selbst den Unterricht für Tanz genutzt.             Viele Auftritte hatten wir, ob zu Stadtfesten, Schulveranstaltungen oder Festivals. Weiter zu geben, dass man mit dem Körper sein Inneres ausleben kann, lag mir sehr am Herzen. Um so glücklicher war ich, die Tanzbegeisterung bei den Jugendlichen zu sehen.
Als mein seelischer Zusammenbruch kam, setzte eine Bewegungssperre ein, über Jahre!!!! Grausam für mich. Heute weiß ich, dass die Introjekte mir diese Freude verboten haben. Mit der Aufgabe des Berufes und der Starre gab ich die Tanzgruppe auf, die noch eine kurze Zeit von jemand anderes geleitet wurde.

13 Jahre sind seitdem vergangen, ich setzte mich über die inneren Verbote der Introjekte hinweg, tanzte viel in meiner Wohnung. Und ich ging wieder aus!

Während anstrengender Klinikaufenthalte war Tanz mein Skill.
War der innere Druck zu groß, setzte ich mir Kopfhörer auf, ging in den Garten der Klinikstation (nur für uns einsehbar) und tanzte bis zur Erschöpfung! Das hat mir ungeheuer geholfen. Und mir war es völlig Wurst, was Beobachter denken könnten. Noch heute fängt mein Körper von ganz allein an zu „wippen“ wenn die innere Anspannung steigt.

Nur eines muss ich dir sagen:
Es gab Kliniken die Tanztherapien angeboten haben. Leider war mein Ekel zu groß, andere Menschen zu berühren. Meist wurden Gruppentänze gemacht mit Händchen halten. Das ging gar nicht für mich. Es hat ungeheure Kraft gekostet, mich bei Therapeuten durchzusetzen, dass ich zwar im gleichen Raum tanze, aber an der Seite oder in einer Ecke für mich allein. Neue Schritte lernte ich natürlich mit den anderen mit. Ich machte alles wie die Anderen, nur eben für mich allein.
Die Nähe halte ich bis heute nicht aus.

Dass ich seit 3 Jahren durchgängig an starken Fersenspornschmerzen an beiden Füßen leide, belastet mich sehr, weil ich damit nicht tanzen kann. Aber in irgendeinem Artikel beschreibe ich, wie ich vor ein oder zwei Jahren zu einer Abschlussveranstaltung der Stadt gefahren bin trotz dieser Schmerzen. Kaum hatte ich die Tanzflächebetreten, waren die Schmerzen wie ausgeschaltet. Ich tanzte 4 Stunden durch….schmerzlos……..wunderbar. Ohne mein Fahrrad vor der Tür wäre ich allerdings nicht nach Hause gekommen. Keinen Schritt hätte ich mehr tun können. Aber das war es mir wert, ich war 4 Stunden lang glücklich und wie in einer anderen Welt.
Mit einer Therapeutin darüber gesprochen, gab sie mir recht, dass es adrenalinmäßig wirklich wie eine Droge die Schmerzen ausschalten kann. Ich habe es erlebt…….wunderbar!

Wenn du mich fragst, was Tanz für mich ist?
Ich lasse zu, dass ETWAS bis zu meinem Kern vordringt, ich lasse zu, dass Musik etwas mit mir macht, und ich kann mit Musik mein Innerstes nach außen kehren!
Nichts anderes bisher konnte so etwas erreichen in seiner Konstanz.
Wenn ich auch für Menschen irgendwie nicht zugänglich bin weil ……..“Prinz Eisenherz“……. Musik schafft es!

Ich brauche Musik nur zu hören, egal welcher Art, besonders Klassik…….da sehe ich vor meinem geistigen Auge Menschen tanzen. IMMER!!!!!!!!!!
Konzerte haben das Erlebniss eines Balletts für mich, es ist sagenhaft! Und ob Hip Hop oder Pop……auch da sehe ich Gruppen oder Solisten tanzen. Vielleicht kommt daher der Choreografie- Gedanke. Keine Ahnung.
Es ist in mir und ich kann es genießen.

So liebe Maria, ich hoffe ich konnte dir einen Einblick geben in meine Tanzwelt.

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3 Antworten to “Tanz ist mein Leben”

  1. maria reinecke Says:

    Liebe Mari,
    von Herzen Dank, nicht nur dass du geantwortet hast – immerhin verschwand meine Frage zeitweise, und ich befürchtete, dass sie irgendwie vielleicht doch nicht passte, obwohl ich gleichzeitig ahnte/hoffte/überzeugt war, dass sie Wesentliches berührte und du nur Zeit bräuchtest, um zu antworten – ja, großen Dank, nicht nur, DASS du geantwortet hast, sondern WIE.
    Da steht alles drin, was ich selber gefühlt, erlebt habe, auch und gerade in schlimmsten Lebenssituationen, wo nichts mehr weiter zu gehen schien… Tanzen als das Erleben/Spüren einer in uns schlummernden, befreienden, beglückenden Vitalkraft TROTZ allem. Ich werde deine Artikel, die du diesbezüglich erwähnst, suchen.
    Ich grüße dich sehr herzlich,
    danke,
    Maria

    Gefällt 1 Person

  2. maria reinecke Says:

    Liebe Mari,
    mich lässt der Gedanke, die Idee, das Bild, eine mögliche Geschichte nicht los, die sich ereignen könnte, wenn z.B. ein(e) ahungslose(r) Mann/Frau in einer Disco auf jemanden stößt, der/die sich in dieser beglückenden, verzweifelt-befreienden Tanz-Ausnahmesituation befindet, und der/die sich dann spontan in diese besondere Person verliebt… erzählt nicht aus distanziert ‚wissendem‘ (therapeutischen) Blick, sondern aus der Sicht der beiden Betroffenen, die sich aufgrund der Gegebenheiten nur ganz langsam und wahrscheinlich unter großen Umwegen, wenn überhaupt, näher kommen könnten; ja, eine Liebesgeschichte, auch wenn diese Liebe soz. schwebend bliebe, bleiben müsste? Wäre eine Annäherung rein ‚literarisch‘ oder grundsätzlich möglich, glaubhaft darstellbar?
    Danke,
    Maria

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    • Mari Says:

      Ja natürlich, warum nicht! Liebe ist das Beste, was einem passieren kann. So eine Geschichte muss nicht offen bleiben, sie kann passieren. Als traumatisierters Kind ist bedingungslose Liebe das Non plus Ultra…..weil man es nicht erleben durfte von den Eltern, was heißen soll, dass auch ich extreme tiefe Sehnsucht danach habe. Schon immer und es wird ewig bleiben.
      Dieser Jemand bräuchte Durchhaltevermögen, um die Tänzerin kennen zu lernen. Mir geht es nämlich so, dass ich selbst in Tanzpausen keinen Blick fürs „Außen“ habe. Ich gehe jeder Annäherung aus dem Weg. Vielleicht weil mir diese wenigen Stunden für mich ganz allein zu wichtig sind.
      Durchhaltevermögen auch, weil tief eingefurchte Vorsicht überwunden werden muss. Der Glaube, dass man um seiner selbst Willen geliebt wird, muss sich erst entwickeln in dieser Beziehung.
      Und zum noch „näher kommen“ : Dies ist sehr wohl gut möglich, sogar wünschenswert. Ich dissze nicht weg beim Sex, bestimmt weil ich an sich schon gespalten bin.

      Ja, schreib was. Versprich mir, mir diese Geschichte zu schicken!

      Gefällt mir

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