Selbsterkenntnis?

3.5.17
Ich antworte auf einen Kommentar, indem es um die schlimmsten Begleiterscheinungen von Depression geht, und staune gleichzeitig darüber, warum die darin enthaltene Selbsterkenntnis nicht täglich in meinem Bewusstsein ist.
Wäre ja mal echt toll.

Ich schreibe:

Meine regelmäßigen Medikamente zur Nacht waren meist gegen die Angst.
So ganz langsam pendelt sich bei mir ein neuer Schlafrhythmus ein.
Gegen Mitternacht werde ich erschöpft und gehe ins Bett. Nun tritt der Schlaf schon eine Stunde eher ein. Wenn ich aufs Datum des Artikels sehe: Pro Monat eine Stunde eher….das wäre doch etwas, mit dem ich mich zufrieden geben kann. So hoffe ich.
Ich werde zwischendurch aber nicht mehr so oft wach. Juchz.
Was ätzend ist: Bei jedem Aufwachen am Morgen habe ich mehr als nur Kopfschmerzen. Das nervt. Zwingt mich aber aus den Federn, weil nur Ablenkung hilft, die Schmerzen zu ignorieren.
So bescheuert das jetzt auch klingen mag: (bla bla von den Psychologen…) aus dem Dilemma, in du gerade steckst, bin ich nur rausgekommen, weil ich mich aufs Fahrrad gesetzt habe, einfach so, und wenn das Ziel nur eine Eiskugel war.             (Da hat mir meine Sucht auf Süßes geholfen.)
Und dazu die Augen auf für Fotomotive……so konnte ich den Blick weg von mir, hinaus ins Detail der Welt/Natur wenden.
Und schon hat sich die Wahrnehmung verschoben zu etwas Positiveren.
Kaum zurück, benutze ich Zeit, die Fotos anzusehen, auszusortieren und zu bearbeiten. Damit vergingen dann auch Stunden, die ich nicht weggedisst habe.   Und wenn am Ende ein einziges gutes Foto dabei raus sprang…..Halleluja…..da zeigen sich Freude und Stolz! ( nur für mich allein im Kämmerlein)
Diese zwei „Dinge“ nicht von außen zu bekommen, sondern aus mir selbst heraus, ich glaube, das war der Schlüssel für mich.
Etwas AUS MIR und VON MIR gab mir nach langer Zeit endlich mal Kraft.
Bewunderung und Lob von außen (nach ’ner Lesung oder Ausstellung) waren innerhalb eines halben Tages verschwunden, einfach nicht mehr in mir drin. Es ließ sich einfach nicht verankern in mir.
Schon merkwürdig, es dauerte 15 Jahre um zu fühlen, zu verstehen, dass fühlbarer Stolz nur aus mir selbst heraus kommen kann.
Und Stolz (schätze mal, hat was mit Selbstwert zu tun) hob mich immer häufiger vom Sofa hoch, weil ich dieses Gefühl mochte und immer mal wieder Fühlen wollte.
Das kennt man ja, positives Fühlen ist so selten! Also bemühe ich mich seitdem immer mehr darum. Fazit: Ich kümmere mich um MICH.
Schätze mal, dass ich damit auch das Gedankenkarrussell um nur Negatives etwas durchbrechen kann. Jeden Tag aufs Neue arbeite ich daran.

Und trotzdem weiß ich, wie unsagbar schwer der Kampf ist.
Lg von Mari

Advertisements

Schlagwörter: , , , , , , , , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: